In Kleinburgwedel haben die Jubiläumsfeiern begonnen

Ortsbürgermeister Jürgen Schodder: „Wir haben die ersten 700 Jahre hinter uns, aber wir müssen Strategien entwickeln für die nächsten Jahrhunderte“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Auftakt der 700-Jahr-Feierlichkeiten beim Neujahrsempfang

Kleinburgwedel (hhs). Der Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag der Ortschaft Kleinburgwedel war gewissermaßen die Auftaktveranstaltung zu den Feierlichkeiten zum 700. Jubiläum des Dorfes. Man erinnere sich: Vor nicht allzu langer Zeit hatte der Chronist der Stadtgeschichte Burgwedels, Dr. Christian Heppner, eine historische Quelle gefunden, die die Existenz Kleinburgwedels schon um 1310 belegt. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass 1361 das magische Datum war. Diese Entdeckung Heppners sorgte nicht nur dafür, dass das 650. Jubiläum im Jahre 2011 ausfallen musste. Die Zeit drängte nun, schon ein Jahr vorher das 700. Jubiläum auf die Beine zu stellen.
Ortsbürgermeister Jürgen Schodder konnte zum Neujahrsempfang viele prominente Gäste begrüßen: Die Bundestagsabgeordnete Caren Marks, den Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Emil Brockstedt, Dr. Karsten Hoppenstedt, Ehrenbürgermeister in Burgwedel und ehemaliger Europaabgeordneter, Bürgermeister Dr, Hendrik Hoppenstedt, die Sponsoren, die die Jubiläumsfeiern dieses Jahres unterstützt haben. Der Saal des Schützenkruges war bis auf den letzten Stuhl besetzt.
Schodder malte ein ausgesprochen optimistisches Bild Kleinburgwedels in seiner Begrüßungsrede: „Wir haben die ersten 700 Jahre hinter uns, aber wir müssen Strategien entwickeln für die nächsten Jahrhunderte“. Es gebe viele Negativbeispiele anderer Dörfer in der Umgebung, die veröden würden. In Kleinburgwedel seien demgegenüber die Grundstrukturen in Ordnung. Als Beispiele dafür führte Schodder 14 noch bestehende landwirtschaftliche Betriebe, die Nähe zu Bahn und Bundesautobahn, das Vereinsleben, die Natur der Umgebung, das ortsansässige Gewerbe, „die Gaststätte mit der besten Currywurst“, und letztlich auch den Würmsee, der als eines der überregional beliebtesten Naherholungsgebiete aber Unterstützung benötige, an.
Kleinburgwedel sei ein lebendiges Dorf, das eigene Impulse setzen müsse und könne. Das Programm für das Festjahr mit vielen Feiern und Veranstaltungen für die ganze Familie zeichnete er als konzertierte Aktion vieler Beteiligten und Arbeitsgruppen, es sei das Ergebnis lebendigen Gestaltens und könne Modellcharakter erlangen. Er lud alle Burgwedeler ein, an den unterschiedlichen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres teilzunehmen. „Wir sind ein kleines Dorf mit großem Herzen“.
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt begann sein Grußwort mit einer Frage: „Wo steht Kleinburgwedel und wohin geht die Entwicklung?“ Der erste Teil der Frage war schnell beantwortet. Für Kleinburgwedel gelte, was auch für Großburgwedel zuträfe: Die vielfältigen Möglichkeiten des Ortes seien die Grundlagen für die Beliebtheit und damit auch für Kleinburgwedels 700-jährige Erfolgsgeschichte. Gut seien Landwirtshaft, Gewerbe, Neubaugebiete, Haus der Kirche, Lindenriek, Schule, Hort und Kindergarten und die Verkehrsanbindung. Als schlecht bezeichnete Dr. Hendrik Hoppenstedt die mangelnde Präsenz der Banken in der Ortschaft und die Situation um die Nahversorger. Auch in Kleinburgwedel habe die in den anderen Orts-teilen festgestellte demographische Entwicklung Einzug gehalten. Er stimmte Schodder in der Bewertung des Würmsees zu. „Wenn die Eigentümer und die Region Hannover ein schlüssiges Konzept für den Würmsee vorlegen, dann wird auch die Stadt ihren Teil zur Umsetzung beitagen“.
„Kleinburgwedel wächst und ist beliebt“, ging Dr. Hoppenstedt zum zweiten Teil der Frage über. In den noch freien Gewerbegrundstücken sieht er eine Chance. „Wer schnell so ein Grundstück braucht, wird hier fündig“. In diesem Jahr werde die Sporthalle in Kleinburgwedel saniert, eine Krippe werde gebaut, was unglaublich wichtig für die Infrastruktur der Ortschaft sei. „Wie lebenswert ein Ort ist, wird im wesentlichen vom Miteinander Menschen bestimmt“, sagte Hoppenstedt. Kleinburgwedel verfüge über eine intakte Vereinsstruktur, die das Miteinander hier präge. „Nur wenn der Starke sich für den Schwachen einsetzt, haben beide eine Zukunft“, schloss der Bürgermeister.
Im Anschluss hielt Dr. Christian Heppner einen Festvortrag zu „700 Jahre Kleinburgwedel“. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Festschrift zum 700-jährigen Dorfjubiläum hingewiesen, die, zwar mit einiger Verspätung, seit vergangenen Sonntag vorliegt und bei den bekannten Anlaufpunkten in Kleinburgwedel erworben werden kann. Diese Festschrift ist lesenswert. Sie beinhaltet eine Fülle historischer Informationen, Anekdoten und Wissenswertes über die Ortschaft Kleinburgwedel und kostet 7 Euro.