Im Mittelpunkt stehen die individuellen Bedürfnisse der Frauen

Bereichsleiterin Karin Heine zeigt eine Reanimationseinheit auf der Geburtsstation. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Geburtsstation im Klinikum Großburgwedel öffnete ihre Türen

GROSSBURGWEDEL (bgp). Viele junge Familien und solche, die es werden möchten, besuchten den Tag der offenen Tür der Geburtsabteilung im Klinikum Großburgwedel. Sie besichtigten den Kreißsaal und informierten sich über alles zum Thema Geburt.
In Hannover und der Region wurden bereits Entbindungsstationen geschlossen, das ist auch in Großburgwedel zu merken. Die Nachfrage ist ungebrochen, das Klinikum Großburgwedel ist trotz der ungewissen Zukunft des Hauses Anlaufpunkt für viele Frauen, die dort entbinden wollen.
„Letztes Jahr hatten wir 669 Geburten, dieses Jahr werden wir die Zahl voraussichtlich leicht überschreiten“, beschrieb die Bereichsleiterin der Frauenklinik, Hebamme Karin Heine, die Entwicklung. Sie betreut zusammen mit Krankenschwester Barbara Hoffmann-Ruser die Geburtsstation. Im Team mit den Ärzten werden Frauen, die entbinden möchten, detailliert über verschiedene Möglichkeiten und Maßnahmen bei der Geburt informiert.
Natürlich strebe man eine natürliche Geburt an, ein Kaiserschnitt oder Schmerzlinderung bei der Entbindung stünden gleichberechtigt daneben, denn Geburten seien sehr individuell. „Wir bemühen uns, den Bedürfnissen jeder Frau gerecht zu werden“, betonte Heine.
Die Wünsche der Frauen werden ebenso besprochen wie Grenzen im Angebot des Hauses. Bei zu erwartenden schweren Komplikationen und Risikogeburten wird die Entbindung in einem Perinatalzentrum empfohlen, da Mutter und Kind dort optimal versorgt werden können.
Im spontanen Notfall werde jedoch in Großburgwedel die Entbindung ermöglicht, Versorgungs- und Reanimationseinheiten für das Kind seien vor Ort vorhanden. Ein pädiatrisches Fachteam aus einer Kinderklinik werde dann sofort angefordert, unter dessen Betreuung Mutter und Kind mit einem Spezialtransporter je nach Bedarf und Transportfähigkeit verlegt werden könnten.
Das Interesse der Besucher war breit gefächert, sie wollten alles wissen über verschiedene Hilfsmittel bei der Geburt, wie Gymnastikball, Seile oder Gebärhocker. Doch das stand bei manchen nur im Hintergrund, denn für sie zählt vor allem die familiäre Atmosphäre, in der sie ihre Kinder zur Welt bringen möchten.
Ein junges Paar aus Garbsen kam zum Tag der offenen Tür nach Großburgwedel. Sie sind begeistert vom Klinikum. „Wir haben uns schon einige Häuser angeschaut, aber hier hat es uns am besten gefallen. Das Personal ist hier sehr nett und die Geburtsabteilung ist wirklich schön“.
Die werdenden Eltern haben sich bereits zur Geburt ihres Kindes angemeldet und sind bereit, dafür auch den weiteren Weg nach Großburgwedel in Kauf zu nehmen.