IGK will sich neu erfinden und weiß aber noch nicht, wohin sie will

So richtig zufriedene Gesichter gab es gegen Ende der Veranstaltung bei keinem Besucher.

Diskussion um mehr Werbung und Öffnung der Kaufmannschaft

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute steckt in der Krise. Am Dienstagabend hatte der Vorstand in das Sitzungszimmer der Sparkasse Hannover eingeladen, um dort eine Verbesserung des Standortmarketings zu diskutieren.
Gekommen waren 32 Interessierte. Wenn man Pressevertreter, politische Vertreter, Sparkassenchefin Petra Kunkel und einige ihrer Mitarbeiter sowie Dr. Claudius Schiller vom Team Wirtschaftsförderung der Region Hannover davon abzieht, dann mag die andere Hälfte aus Mitgliedern der IGK bestanden haben. Dr. Schiller moderierte den Abend feinfühlig und sehr zurückhaltend. Er stellte die Arbeit seines Teams vor und erläuterte, dass jede der 21 Regions-Kommunen sich für einen ganz eigenen Weg ihrer Wirtschaftsförderung entschieden habe.
Zunächst wurde Kritik am Vorgehen der Stadt Burgwedel geübt: Der Bürgermeister sei in Burgwedel der oberste Wirtschaftsförderer innerhalb eines Dreierteams, dem noch der Chef des Bauamts und ein weiterer Mitarbeiter angehört. Die Verwaltung tue hier nicht genug für die Wirtschaftsförderung. Der erste Ansprechpartner für Wirtschaftsförderung sei wichtig und müsse im Rathaus sitzen.
Das wollten Malte Zurek und sein Chef Bürgermeister Düker nicht gelten lassen. Zurek erklärte, er investiere nur etwa 10 % seiner Arbeitszeit in den Bereich Wirtschaftsförderung. Er sei kein Fachmann in dem Bereich und stellte dann die Frage in den Raum, wie er unter diesen Bedingungen auf Augenhöhe mit einem interessierten Unternehmer diskutieren solle.
Mehr Werbung für den Standort Burgwedel müsse sein, darin waren sich alle Anwesenden einig. Aber wie solle das mit der IGK gehen. Dieser Interessengemeinschaft wurde vor mehr als 35 Jahren gegründet und hat bis heute seinen Vereinszweck nicht geändert: Veranstaltungen und Aktionen für die Kunden der Burgwedeler Kaufleute zu organisieren und durchzuführen. Für alles andere hat diese Satzung nun die Wirkung eines Bremsklotzes.
Schon vor knapp fünf Jahren hatten Mitglieder genau das bemängelt und beschlossen, über eine Satzungsänderung nachzudenken. Als der IGK-Vorsitzende Schridde gefragt wurde, was in der Zwischenzeit in Sachen Satzungsänderung geschehen sei, trug er in einem sechsminütigem Monolog Entschuldigungsgründe vor. Als Schridde dann noch erklärte, man habe schließlich auch noch das Ergebnis der Kommunalwahl abwarten wollen, machte ein Besucher dem ein Ende: „Also nichts!“, brachte es Ferdinand Bruss von der FDP dann auf den Punkt.
Schließlich gab Thorsten Schirmer als Beiratsmitglied der IGK zu bedenken: „Die IGK hat jetzt mit internen Problemen zu kämpfen. Und was die IGK will, muss nicht unbedingt mit den Interessen der Stadt Burgwedel übereinstimmen“. Dr. Claudius Schiller brachte es dann auf den Punkt: „Dann müssen alle miteinander kommunizieren“, warf er ein. „Die Analyse ist entscheidend!“
Man kam nach kurzer Diskussion überein, zunächst bei den anderen Wirtschaftsverbänden in Burgwedel nachzufragen, ob Interesse bei ihnen bestehe, einen Dachverband zu gründen. Auch die großen Unternehmen sollen angesprochen werden und die großen Vereine Burgwedels. Bürgermeister Axel Düker sagte zu, alle angedachten Beteiligten in naher Zukunft zu einem Wirtschaftsgipfel einzuladen.