Hunderte Gäste kamen zum Mühlentag nach Wettmar

„Murmiland“, dieses Mittelding zwischen Murmelbahn und Labyrinth, begeisterte bis in den Nachmittag hinein große und kleine Gäste. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Der Heimatverein hatte zum Mühlentag geladen, und viele Gäste aus nah und fern nahmen die Gelegenheit wahr, die Bockwindmühle in Wettmar zu besichtigen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
WETTMAR (hhs). Es gibt viele Bockwindmühlen im Land, doch kaum eine andere zieht die Interessenten in Massen derartig an wie die Bockwindmühle in Wettmar. Vor gut einem Jahr war die Restaurierung und der Wiederaufbau oben auf dem Hügel „Auf der Horst“ abgeschlossen, da war das Besucherinteresse schon groß.
Neben öffentlichen Anlässen wie Mühlentage boten die Mitglieder des Heimatvereins für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar noch weitere Besichtigungstermine an, und auch die waren immer gut besucht. In diesem Jahr wollte man den Zuspruch etwas entzerren und deswegen werden immer am zweiten Sonntag eines Monats zusätzliche Besichtigungstermine angeboten. Dennoch, am Pfingstmontag zum bundesweiten Mühlentag war das Interesse an der Bockwindmühle wieder ungebrochen groß: Hunderte Besucherinnen und Besucher wollten das Prachtstück oben auf dem Hügel bestaunen.
Schon am Samstag hatte das Team um Gerhard Brenneke damit begonnen, das Zelt und die Stände aufzubauen. Das geschah allerdings auch in eigener Sache, denn am Samstagabend sollte hier der so genannte „Mühlenschwof“ stattfinden. Dieser habe in diesem Jahr ein wenig unter Startschwierigkeiten gelitten, schmunzelte Brenneke. Als der Heimatverein den Termin festgelegt habe, sei noch nicht bekannt gewesen, dass zur gleichen Zeit das Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft beginnen würde.
Aber gleich nach dem Spiel seien die Besucher scharenweise gekommen. „Schnell waren gut 150 Leute hier, und wir haben bis in den Morgen gefeiert und getanzt“, zog der Vorsitzende eine positive Bilanz. Das Spielergebnis habe der guten Laune der Besucherinnen und Besucher keinerlei Abbruch getan.
Zum Mühlentag am Pfingstmontag stimmte anfangs nur eins nicht: Der gute Mühlenwind vom Vortag entpuppte sich zum Mühlentag als laues Lüftchen, ganz sanft aus nördlichen Richtungen kommend. „Zu wenig, um zu mahlen“, ärgerte sich der Vorsitzende des Heimatvereins. Schon vor 11.00 Uhr fanden sich die ersten Besucher ein. Die Mühle war bei dem prächtigen Wetter Ziel vieler Radtouren. Und es waren auch eine ganze Anzahl von Besuchern aus anderen Bundesländern gekommen, viele aus Nordrhein Westfalen und Sachsen Anhalt, Nordhessen sogar ein Fahrzeug mit Kennzeichen aus Baden Württemberg fand sich am Rande des Weges geparkt. Es hatte den Anschein, dass die Wettmarer Bockwindmühle für die Stadt Burgwedel ein ernst zu nehmender Faktor für den Tourismus wird.
Das Wetter war, wie es besser nicht hätte sein können: Temperaturen um 24 C, ein perfekter Mix aus Sonne und Wolken vor beinahe azurblauem Himmel. Immer in Gruppen von etwa 15 Teilnehmern wurden nacheinander die Führungen innerhalb der Mühle durchgeführt. Das frisch ausgebildete Team der Müllerinnen und Müller, für das der Heimatverein noch im vergangenen Jahr gesorgt hatte, ließ dabei keine Frage unbeantwortet. Gegen Mittag wurde es dann noch interessanter: Der Wind frischte auf und die Mühlenflügel begannen sich langsam zu drehen. Nun konnten die Besucher sich davon überzeugen, dass diese Bockwindmühle wieder in der Lage ist, richtiges Mehl zu mahlen.
Auch das Rahmenprogramm, für das der Heimatverein wieder gesorgt hatte, wurde sehr gut angenommen. Da ist zunächst ein tolles Spielgerät für alle kleinen Besucher im Vorschulalter zu erwähnen. „Murmiland“ heißt dieses Ding, eine Mischung aus Murmelbahn und Labyrinth, liebevoll aus Holz gestaltet und so hoch, dass die ganz kleinen Murmelfans sich hochheben lassen mussten, um die Murmel in das Startloch zu stecken. Es begeisterte die Kleinen, dass die Murmeln immer an anderen Stellen aus dem Spielgerät herauskamen. Ihre Faszination dafür blieb bis in den späten Nachmittag ungebrochen.
Unten am Fuß des Mühlenbergs befanden sich die Verpflegungsstände und einige Besonderheiten. Da war ein Drechsler vor Ort und zeigte, wie aus einem Stück Holz schöne Schalen entstehen. Daneben der Stand mit den Tiroler Leckereien auf der einen, auf der anderen die Landbäckerei Bosselmann mit ihrem Holzbackofen. Mittendrin der Info-Stand des Heimatvereins. Hier gab es alle Informationen um die Bockwindmühle und jetzt auch Bockwindmühlen-Modelle, die mit einer Solarzelle angetrieben werden.