Hoher Besuch im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen

Landesbischof Ralf Meister (Mitte) in Begleitung des Kirchenkreisvorsitzenden Friedrich Engeling und Pastorin Bodil Reller aus Burgwedel. (Foto: Renate Tiffe)

Landesbischof zwei Tage zu Gast – Abschlussgespräch in St. Petri

GROSSBURGWEDEL (ti). Am Turm grüßte die violette Kirchenfahne, ein eher seltener Anblick. Hoher Besuch hatte sich angesagt. Der Landesbischof Ralf Meister weilte zwei Tage im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. Das Abschlussgespräch fand in der Kirchengemeinde St. Petri statt in Anwesenheit von Superintendent Martin Bergau, dem Vorsitzenden des Kirchenkreises Friedrich Engeling und Pastorin Bodil Reller.
Zwei Tage intensiver Begegnungen mit Repräsentanten des Kirchenkreises auf allen Ebenen wie auch mit den Vertretungen der vier zugehörigen Kommunen – Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen, Wedemark – neigten sich ihrem Ende zu. Der Landesbischof schilderte seine Eindrücke zunächst, was den Ablauf betraf. Ein präzise ausgearbeitetes Programm hatte ihn kreuz und quer durch die Gemeinden geführt. Im Bürgerhaus Bissendorf hatte er mit den Bürgermeistern über die Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten kirchlicher Trägerschaft gesprochen, wo er weitere Vernetzungsmöglichkeiten sah. Er hatte das Familienzentrum „Emma und Paul“ in Langenhagen besucht und dort angeregt, neu über die Aufgaben der Kirche als Volkskirche nachzudenken. In der Elisabeth-Kirche traf er mit den Kirchenvorständen zusammen, den im März neugewählten wie den aus dem Amt Scheidenden, deren Arbeit er als „richtig harte Aufgabe“ aber auch als „sinnstiftend“ wahrgenommen hatte. „Unsere Kirche 2020 – Herausforderungen und Perspektiven“ stand als Thema im Raum.
Der Höhepunkt der beiden Tage war zweifelsohne der festliche Gottesdienst in der Elisabeth-Kirche. Im Jahr der Kirchenmusik hatte der Landesbischof die Kirchenbesucher angesprochen „lasst uns singen und diese Welt verändern“ - was mit Unterstützung der Kirchenchöre aus Brelingen und in der Regie von Kirchenkreiskantor Christian Conradi auf unvergessliche Weise gelang.
Am Mittwoch folgte dann der Besuch in der Pestalozzistiftung, wo Meister die „ungeheure Kompetenz der Bereichsleiter“ und „die Klugheit in den Angeboten“ rühmte und sich freute, eine diakonische Einrichtung mit dieser Geschichte gesehen zu haben. Vorher hatte er mit den Hauptamtlichen der Kirchengemeinden über die Frage diskutiert, auf welche Weise sich in den unterschiedlichen Gemeinden Solidarität entwickeln lässt. Dass ein gemeinsamer Rahmen geschaffen werden muss, davon war er überzeugt.
Der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen war der 38. von insgesamt 52 Kirchenkreisen, die der Bischof innerhalb von 1 ½ Jahren bereisen will, ein ehrgeiziges Projekt, das sich der vor 13 Monaten ins Amt Gewählte vorgenommen hat. Die Gespräche hier seien mit großer Offenheit geführt worden und mit der Bereitschaft, auch Knackpunkten nicht auszuweichen, sagte Superintendent Martin Bergau. Anders als bei einer Visitation habe es sich um eine Begegnung mit dem Landesbischof gehandelt, die anregend und mutmachend gewesen sei, fasste Friedrich Engeling zusammen. Meister habe stets Stellung bezogen, einfach, klar, ehrlich.
Und das Resümee des Landesbischofs? Das Besondere sei die Lage hier, meinte er, ein Bereich mit unglaublicher Wirtschaftskraft. Darin liege aber auch ein Teil der Aufgaben der Kirche. Sie habe sich zudem der Frage zu stellen, wie mit der hohen Wanderungsbewegung in Langenhagen umzugehen sei. Ein Problemfeld sei das Miteinander von Stadt und Land. Er schätze die hohe Kultur in den dörflichen Gemeinden.