Höhenflug und Fettbrand

Fettexplosion: Die Zuschauer waren sichtlich beeindruckt von dem Ausmaß der Flammen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Vom Hubsteiger aus hatten die Gäste einen Blick von oben auf den „Tag der offenen Tür“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Offene Tür am 1. Mai lockte viele Besucher zum Feuerwehrhaus Großburgwedel

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Der Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Großburgwedel bot am 1. Mai viele Aktionen für Groß und Klein. Von 11.00 bis 16.00 Uhr nutzten die Besucher den freien Dienstag und tummelten sich auf dem Gelände der Feuerwehr, die viel Zeit in die Vorbereitung und den Aufbau gesteckt hatte.
Eindrucksvolle Vorführungen sowie ein umfassendes Programm des Feuerwehrmusikzuges Großburgwedel wurden mit großem Interesse verfolgt. Für das leibliche Wohl sorgte die wehreigene Feldkochabteilung mit selbst gekochter Erbsensuppe und Würstchen vom Grill.
Das süße Vergnügen kam indes nicht zu kurz. Die „Sauerkirschen“, eine Gruppe von Frauen der Feuerwehrkameraden, kümmerte sich um ein üppiges Kuchenbuffet, das keine Wünsche offen ließ. Die Cocktailbar im Außenbereich lockte zwar den einen oder anderen Gast in die lauschige Ecke, doch die kalten Temperaturen bescherten eher den anderen Ständen Umsatz.
Staunende Kinderaugen sogen alles auf, was an Aktionen geboten wurde: „Ich möchte gerne einmal in die Höhe fliegen“, wünscht sich die kleine Tamara (5 Jahre). Sie hat sich in der Schlange am Hubsteiger angestellt und wartet geduldig, bis sie an der Reihe ist, um auf der Metallplattform sicher angeseilt nach oben zu fahren. Viele Wagemutige genießen die gute Sicht und beobachten aus luftiger Höhe die Jugendfeuerwehr, die unten hinter dem Gerätehaus Übungen mit einem kleinen Wasserschlauch vorführt.
Auf dem großen Platz vor dem Feuerwehrhaus haben sich zahlreiche Besucher in sicherem Abstand um einen Brenner geschart. Dort demonstrieren die Aktiven der Wehr eindrucksvoll, welches Ausmaß eine Fettexplosion annehmen kann. Eine laute Verpuffung mit einem raumgreifenden Flammeninferno entsteht, nachdem das Fett ausreichend erhitzt wurde.
In der Fahrzeughalle zeigen der Sanitätsbeauftragte Sebastian Mann und seine Truppe die fachgerechte Reanimation an neu angeschafften Übungspuppen. Er erläutert die technischen Details, die mittlerweile möglich sind. Per Bluetooth ließen sich die Puppen mit einem Tabletcomputer koppeln und auf dem Bildschirm werde angezeigt, ob Frequenz und Druck auf dem Brustkorb bei der Reanimation stimmten, so Mann. „Auf dem Tablet kann man genau sehen, ob die Herzdruckmassage richtig ausgeführt wird“, erklärt er und verweist humorvoll auf den Unterschied zwischen modernen und früheren Übungspuppen: „Unser Vorgänger ist von 1983, der konnte das alles noch nicht.“
Während eine Besuchergruppe bei der Führung durch das Feuerwehrhaus an Fahrzeugen und Geräten vorbeizieht, machen sich andere Kameradinnen und Kameraden bereit, vom Dach eine vermeintlich verletzte Person zu retten. Mit angehaltenem Atem verfolgen große und kleine Besucher das Geschehen, das sich dort oben abspielt.
Ein erfahrener Kamerad aus der Fachgruppe Absturzsicherung wird mit dem Hubsteiger auf dem Dach abgeseilt. Er koppelt die oben liegende Trage mit der Übungspuppe an und sichert den „Verletzten“ noch einmal extra gegen einen möglichen seitlichen Absturz. Dabei steht er in ständigem Funkkontakt mit seinen Kameradinnen und Kameraden, die am Boden mit Sicherungsseilen dafür sorgen, dass alles vorsichtig vonstatten geht.
Das gegenseitige Vertrauen, Sicherheit und gewissenhaftes Vorgehen auf allen Seiten wird bei der Übung offenbar. Mit ruhigen geübten Handgriffen wird die Trage sicher heruntergelassen, der nachfolgende Retter ebenfalls. „Die Sicherheit hat oberste Priorität“, betont der stellvertretende Ortsbrandmeister, Tibor Biczók, der den Ablauf der Übung am Mikrofon für die Zuschauer erläutert.
Am Schluss sind achtzig Liter Erbsensuppe, viele Würstchen und Kuchenstücke aufgegessen und die Instrumente der Musiker, die trotz kalter Finger emsig viele Lieder gespielt hatten, wieder in den Koffern verstaut. Obwohl die Besucherzahlen hinter denen vor zwei Jahren zurücklagen, war Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger über die gute Resonanz auf den Tag der offenen Tür erfreut: „Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt, sonst hätten wir noch wesentlich mehr Besucher gehabt, aber wir sind sehr zufrieden“, zog er eine positive Bilanz.