Höckerschwäne fühlen sich in der Kläranlage Großburgwedel pudelwohl

Die beiden Altvögel ziehen in diesem Jahr sieben junge Höckerschwäne in dem letzten Klärbecken der Kläranlage Großburgwedel groß.

Elternpaar zieht dort in diesem Jahr sieben Jungschwäne groß

GROSSBURGWEDEL (hhs). Das zentrale Klärwerk, nördlich am Dritten Mühlenbruchsdamm gelegen, in Großburgwedel ist schon eine wirklich sehenswerte Anlage. Hier gibt es modernste Klärtechnik zu bestaunen, aber es gibt auch „Natur pur“: Auf einem der Klärteiche hat ein Paar Höckerschwäne Ende März sein großes Nest gebaut. Ein paar Tage später fanden die Mitarbeiter innen und Mitarbeiter immerhin acht Schwaneneier darin. In der zweiten Maiwoche, nach gut fünf Wochen Brutzeit, schlüpften alle acht Jungschwäne. Einer verendete nach einigen Tagen, aber die übrigen sieben scheinen allesamt wohlauf. Sie halten sich ständig in der Nähe der Elternvögel auf. Bemerken sie eine Störung, die sie nicht einordnen können, dann verschwinden sie sofort im Schilfe.
Aber nach einpaar Augenblicken wird die Neugier der Jungtiere doch größer als deren Vorsicht. Einer nach dem anderen kommen wie auf eine Schur gezogen aus dem grünen Dschungel hervor und sie schwimmen zu den Altschwänen. Die Jungtiere sind nun knapp zehn Wochen alt und sie sind schon größer als eine ausgewachsene Stockente. Ihr Gefieder ist jetzt auf der Oberseite hellgrau oder silberweiß, auf der Unterseite ist es aber schon reinweiß. Das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Der Schnabel ist schwarz und die Beine sind jetzt noch dunkelgrau. Das Gefieder wird im Lauf des ersten Lebensjahres immer heller, der Schnabel ist jetzt noch grau bis Fleischfarben, wird aber zunehmend orangefarben, auch verlieren die Jungschwäne die grauen Federn gegen Ende des ersten Jahres. Erst nach der Vollmauser im zweiten Lebensjahr zeigen sich die Höckerschwäne im reinweißen Gefieder. Zur gleichen Zeit erhält der Schnabel sein endgültiges Aussehen: Die Schnabelbasis ist nun schwarz, der Mittelteil orange-rot und die Spitze verfärbt sich jetzt auch schwarz. Damit ist der Höckerschwan von allen anderen Schwänen leicht zu unterscheiden. Zweites Charakteristikum ist die S-förmige Haltung ihres Halses. In der Brutzeit ist das reines Imponiergehabe, bei der die Vögel ihren Hals stark zurück gebogen und ihren Kopf mit dem Schnabel nach unten gesenkt tragen. Wenn das Schwanenpaar dazu seine Schwingen segelförmig lüftet, gilt das aus menschlicher Sicht als Ausdruck von Zuneigung und Zärtlichkeit. Das ist zwar durch nichts wissenschaftlich zu begründen, was man auf Norddeutsch mit „es is so, wie es is“ am besten ausdrückt.
Jens Kalmbach, Meister beim Klärwerk Großburgwedel, erklärte, die Höckerschwäne hätten schon im vergangenen Jahr in dem letzten Klärbecken einen Brutversuch unternommen, der aber vollkommen gescheitert sei. Die beiden Altschwänne haben danach auch Herbst und Winter dort verbracht. Im Frühjahr gegen Mitte März habe die Balz stattgefunden. Anschließend haben beide Altvögel etwa zehn Tage lang an dem riesigen Nest gebaut und anschließend mit der Eiablage und der Brut begonnen.
In dem letzten Klärbecken sei das Wasser schon vollkommen gereinigt. Anschließend werde es in die Hengstbeeke eingeleitet, erklärte Kalmbach abschließend. Dass dieses Klärbecken beinahe vollkommen von der Kleinen Wasserlinse (Entengrütze) bedeckt ist, sei ein Qualitätsmerkmal für das geklärte Wasser. Im übrigen werde das Becken und der Zulauf zur Hengstbeeke regelmäßig von Graureihern und Kormoranen aufgesucht, die dort auf Fischfang gehen. Im Klärbecken selbst seien vor Jahren Fische aus dem Würmsee eingebracht worden, denen es dort heute noch gut gehe.