Hochklassiger Pferdesport beim Turnier des Reit- und Fahrvereins Isernhagen

Hendrik Sosath siegte auf seinem Pferd Quel Chanel mit einem eindrucksvollen Ritt beim Großen Preis von Isernhagen.
 
Isabel Werth und Laurenti hatten keinerlei Probleme mit Piaffe, Traversale und den übrigen Lektionen: Verdienter Sieg in der Dressur im Kurz-Grand-Prix für das Paar.

Isabell Werth dominierte Dressur/Hendrik Sosath gewann den Großen Preis

ISERNHAGEN (hhs). Das Reitturnier in Isernhagen gilt als eines der wichtigsten in ganz Norddeutschland. Vier Tage steht die Gemeinde am nordöstlichen Stadtrand Hannovers alljährlich ganz im Zeichen des Pferdesports.
Der Gastgeber, der Reit- und Fahrverein Isernhagen und Umgebung, ist kurz vor dem Ersten Weltkrieg gegründet worden und verfügt so nicht nur über lange Traditionen sondern auch über einen großen Erfahrungsschatz. Das Turnier beim RuF Isernhagen galt immer als besonderes Kleinod, hier wurde Pferden und Reitern aller Alters- und Leistungsklassen ein Forum geboten, sich zu präsentieren und zu lernen.
Das ist heute auch noch so, die Altersklassen spannen einen Bogen von Vorschulkindern bis hin zu Olympiasiegern und Weltmeistern wie in diesem Jahr wieder mit Markus Beerbaum beim Springen und Isabell Werth in der Dressur. Und auch die ausgelobten Preisgelder locken: 10.000 Euro gibt es bei einem Sieg im Großen Preis, das legendäre Goldene Pferd von Isernhagen, die Siegesstatue gestiftet von Dr. Dietrich Winter-Schulze gibt es obendrein.
Höhepunkt des Turniers ist immer der Sonntag, der letzte Tag. Nun finden die höchstklassigen Prüfungen in Dressur- und Springsport statt. Die Veranstalter nutzen die großartige Kulisse von fünf- bis sechstausend Besuchern, mit denen sie in Normaljahren immer rechnen können, aber auch für die Nachwuchsarbeit: Zwischen den Höhepunkten in Dressur und Springen kommt die Führzügelklasse zum Zuge. Das muss für die Kinder ein großartiges Erlebnis sein, unter dem donnernden Applaus tausender Zuschauer auf ihren Ponys ihre ersten Reitprüfungen abzulegen.
Erster Höhepunkt am Sonntag war der Kurz-Grand-Prix der Dressurreiter. Elf Reiterinnen und Reiter traten an, darunter Isabell Werth mit ihrem 12-jährigen Oldenburger Wallach Laurenti. Werth, die am Samstag mit ihrem zweiten Pferd Sorento im Dressurviereck aufgeben musste, hatte am Sonntag keinen Grund zu Traurigkeit: Laurenti absolvierte mit Gelassenheit und Routine seine Lektionen, da hatten selbst die Richter nichts zu mäkeln: die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin siegte souverän mit 74,147 Prozent.
44 Reiterinnen und Reiter hatten sich für den Großen Preis von Isernhagen gemeldet. Illustre Namen fanden sich auf der Meldeliste: Die mehrfache deutsche Meisterin Eva Bitter, Vorjahressieger Hilmar Meyer, Profis wie Marco Kutscher, Olympiamedaillengewinner und Europameister, Andreas Kreutzer, der aktuelle Deutsche Meister und Markus Beerbaum, Mannschafts-Welt- und Europameister fanden sich darunter.
Der Parcours erschien keinesfalls zu schwierig: insgesamt 16 Sprünge, die in 86 Sekunden von Pferd und Reiter zu bewältigen waren. Darunter eine Dreifachkombination und zwei zweifache. Hier konnten sich einige Favoriten nicht für das Stechen qualifizieren: zum Beispiel Vorjahreschampion Hilmar Meyer und Eva Bitter. 15 Paare kamen mit null Fehlern ins Stechen.
Mit dabei Marco Kutscher, Markus Beerbaum, Andreas Kreutzer, Christian Kukuk, Hergen Forkert und Hendrik Sosath, vom Stedinger RuFV Sturmvogel Berne (Wesermarsch) auf Quel Chanel. Und dieses Paar hat den diesjährigen Großen Preis von Isernhagen vollkommen überraschend gewonnen. Sosath schaffte mit 45,35 Sekunden eine sehr gute Zeit und setzte sich damit an die Spitze des Feldes - und dort blieb er. Die großen Namen stritten sich um die Plätze: Marco Kutscher wurde Zweiter, Markus Beerbaum Dritter, Andreas Kreutzer Vierter und Christian Kukuk Fünfter.