„Hinterlassene Spuren“ zeigt moderne Kunst aus Simbabwe

Die Shona-Skulpturen begeistern mit unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen von rauh bis glatt poliert, was bei der Berührung eine Menge Wärme vermittelt.

Shona-Skulpturen sind noch bis zum 12./13. September zu sehen

THÖNSE (hhs). „Hinterlassene Spuren“, so lautet der Titel einer Ausstellung, die seit vergangenem Wochenende in Thönse läuft. In dem wunderschönen Garten von Merle Turek in der Straße „Unter den Eichen 17“ zeigen Caleb Munemo und seine Frau Anna Beisse-Munemo Shona-Skulpturen.
So gut 100 Skulpuren sind es sicherlich, die sich zwischen den tiefhängenden Zweigen des Nussbaums dort präsentieren oder rund um den Teich frei zu sehen sind, von ganz kleinen bis mehr als metergroßen Exemplaren.
„Shona“ ist der Name eines Bantu-Volkes in Simbabwe, dem früheren Rhodesien. Shona heißt auch die Sprache und Shona ist auch die Bezeichnung für die ganz besondere Art der Skulpturen, die dort in reiner Handarbeit geschaffen werden. Das Material ist Serpentinit, ein meistens graues Gestein, das aber auch in braunen und grünen Tönen vorkommt.
Mitte der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, im Zerfallsprozess der ehemals britischen Kolonie Rhodesien, entstand diese Kunst. Sie war ohne jedes Vorbild, ohne Tradition. Sie entstand allein aus der Freude am künstlerischen Schaffen heraus, galt als „L'art pour l'art“, Kunst um der Kunst willen. Die Künstler organisierten sich in einigen wenigen Kooperativen. Leben konnten sie von ihrer Arbeit nicht.
Einer der erfolgreichsten Bildhauer dort war Ngoni Munemo, der Brunder von Caleb. Als Ngomi 2003 verstarb, begannen sein Bruder Caleb und dessen Frau Anna, die Skulpturen zu vermarkten, um den hinterbliebenen Kinder von Ngoni die Schulausbildung zu ermöglichen und weiteren Unterhalt zu bieten. Inzwischen haben die beiden auch andere Künstler unter ihre Fittiche genommen. Shona-Skulpturen haben Einzug gefunden in die bedeutendsten Museen für moderne Kunst, sie waren Teil der Weltausstellungen in Hannover und Sevilla, wo sie für Aufsehen sorgten und Anerkennung fanden.
In Burgwedel haben Anna und Caleb Munemo Shona-Skulpturen schon bei Kunst in Bewegung in der Thönser Kapelle vorgestellt. Damals entstand auch die Verbindung zu Merle Turek, die jetzt Gastgeberin der Ausstellung ist.
Die Ausstellung „Hinterlassene Spuren“ ist noch den gesamten August über immer samstags und sonntags im Garten von Merle Turek zu bewundern in der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie am Wochenende 12./13. September zu den gleichen Uhrzeiten. Telefonische Absprachen sind mit Caleb Munemo unter 05137/79205 möglich oder per Handy 0176/24158878.