„Herzstück des Dorfes erhalten“

Kirche und Gemeindehaus bilden ein ansprechendes Ensemble, das in Burgwedel einmalig ist. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Mitglieder des Förderkreises (v. l.): Claus Witte, Henning Kobbe, Rainer Henne, Heinrich Neddermeyer (es fehlt: Hermann Wöhler). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
„Nich veel snacken – taupacken“ war der Leitsatz der freiwilligen Helfer. (Foto: Privatarchiv/Kirchengemeinde Fuhrberg)

Förderkreis kümmert sich um die Zukunft des Evangelischen Gemeindehauses in Fuhrberg

FUHRBERG (bgp). Mittlerweile hat sich schon in der Ortschaft Fuhrberg herumgesprochen, dass die Finanzierung des Evangelischen Gemeindehauses auf „wackeligen Beinen“ steht. Seit dem Herbst 2016 gibt es den Förderkreis für das Evangelische Gemeindehaus, welcher sich aktiv der Erhaltung und Verschönerung des Hauses widmet. Auf dem Fuhrberger Weihnachtsmarkt präsentierte sich die neue Initiative erstmals öffentlich.
Die laufenden Unterhaltungskosten für das Ev. Gemeindehaus werden vom Kirchenkreis nur noch mit ca. 30 Prozent bezuschusst, denn die aktuelle Berechnungsgrundlage richtet sich nach der Zahl der Mitglieder in der Kirchengemeinde. Mit rund 1100 Gemeindemitgliedern gilt das Haus demnach als zu groß. Da die Unterhaltungskosten auf Grund des Gebäudealters steigen und durch den Zuschuss des Kirchenkreises ohnehin nicht mehr bestritten werden können, müssen andere Lösungen her, um die finanzielle Basis für das Gemeindehaus dauerhaft zu sichern.

Gründung eines Förderkreises

In vielen Gesprächen, an denen unter anderem ein Fachmann für Förderkreise und –vereine teilnahm, habe sich die Gründung eines Förderkreises für das Ev. Gemeindehaus als beste Lösung herauskristallisiert, erläuterte Henning Kobbe, der mit drei weiteren Fuhrberger Bürgern und Pastor Rainer Henne aktiv im Förderkreis tätig ist. Kobbe ist Ansprechpartner und kümmert sich mit Heinrich Neddermeyer, Claus Witte und Hermann Wöhler um die Belange des Gemeindehauses. „Wir haben auch versucht, Frauen für die Arbeit im Förderkreis zu gewinnen“, erklärten die engagierten Fuhrberger die ausschließlich männliche Besetzung. Arbeits- und Familienleben ließen häufig kaum Spielraum, daher habe die bisher einzige Kandidatin leider absagen müssen, bedauerten sie.

Das „Herzstück des Ortes“

Pastor Rainer Henne, der im März 2015 sein Amt in Fuhrberg übernahm, ist der Erhalt des Gemeindehauses als Ort der dörflichen Begegnung ein besonderes Anliegen: „Dieses Haus ist das Herzstück des Dorfes, ein inneres Zentrum“ betont er mit leuchtenden Augen. Als er die Fotos vom Bau aus dem Jahr 1985 gesehen habe, sei ihm gleich klar gewesen, dass dieses Haus mehr als nur ein Gebäude sei.
Das Fachwerkhaus wurde mit dem Material aus zwei abgebauten Fachwerkhäusern aus den Orten Hellern (bei Osnabrück) und Drentwede (bei Sulingen) zusammengesetzt.
Viele freiwillige Helfer aus Fuhrberg hatten damals mit angefasst und den Fachwerkbau errichtet, die fleißigen Handwerker wurden vor Ort mit Essen versorgt. Das habe die Menschen zusammengeschweißt, die Freude an der gemeinschaftlichen Arbeit habe ihn auf den Fotos förmlich angestrahlt, so Henne. Der damalige Pastor Gerhard Mindermann sei nach den Gottesdiensten mit „wehendem Talar“ durch die Baustelle gelaufen und habe nach dem Fortgang geschaut. Außerdem habe dieser selbst mit Hand angelegt, wussten die Aktiven des Förderkreises zu berichten.
Der jetzige Pastor ist sich des Wertes dieser Gemeinschaftsarbeit wohl bewusst. Im Laufe seiner Fuhrberger Amtszeit habe er in Gesprächen erfahren, dass manche Bürger mit der Kirche zwar nicht viel „am Hut hätten“, das Gemeindehaus als Ort der Begegnung für sie aber eine sehr große Rolle spiele, erläuterte Henne.
Allein der Besuch der Bücherei führe viele Familien in das Gemeindehaus, die Räume würden für Veranstaltungen, Konzerte oder Familienfeiern genutzt und seien nahezu jedem bekannt. Der Weihnachtsmarkt oder das Erntefest rund um Kirche und Gemeindehaus seien weitere Anziehungspunkte für die gesamte Dorfgemeinschaft. Die Aktiven des Förderkreises sind sich einig: „Ein Verkauf des Hauses darf nicht passieren, es steckt einfach zu viel Herzblut darin“.

Zukunftsfähige Strategien entwickeln

Der Förderkreis konzentriert sich nun auf verschiedene Möglichkeiten, neben dem Zuschuss noch andere Einkünfte zum Erhalt des Hauses zu erwirtschaften. An erster Stelle steht die Vermietung für Veranstaltungen. Die Räumlichkeiten können für kirchliche, öffentliche oder private Veranstaltungen genutzt werden.

Werbung der Bürger sei außerdem sehr wichtig, sagt Heinrich Neddermeyer und appelliert an die Fuhrberger Bürger, ihren Freunden, Verwandten und Bekannten die Aufgaben des Förderkreises zu erläutern, um diesen bekanntzumachen. Spenden zu Jubiläen, Geburtstagen seien ebenfalls eine gute Möglichkeit, den Erhalt des Gebäudes zu unterstützen.
Wichtig seien auch einmalige oder regelmäßige Förderbeträge pro Monat oder Jahr, die von den Spendern selbst bestimmt werden könnten. Schon mit einem Betrag von zehn Euro monatlich käme mit einer hohen Zahl von Förderern eine beträchtliche Summe für das Gemeindehaus zusammen, wirbt Henning Kobbe.

Förderkreis als Ideen-Pool

Der nächste Schritt für die Arbeit des Förderkreises ist das Sammeln von weiteren Anregungen und Ideen aus der Dorfgemeinschaft, wie man den Erhalt des Gemeindehauses auf eine solide Basis stellen kann: „Wir sind für jeden Hinweis dankbar und werten alles aus“. Das können Anregungen für Benefizveranstaltungen sein oder auch Angebote von Menschen, die am Gebäude direkt „Hand anlegen“ möchten. Danach wird geprüft, ob die Vorschläge realistisch sind und – wenn das der Fall ist – in die Tat umgesetzt.
Für Pastor Henne und seine Mitstreiter ist das Gemeindehaus ein Stück Ortsgeschichte, die nicht mehr wegzudenken ist. „Im Jahr 2021 steht meine Pensionierung an. Wenn ich hier weggehe, muss das gesichert sein“, unterstreicht er schmunzelnd die hohe Motivation des Förderkreises. Die erste Benefizveranstaltung zugunsten des Gemeindehauses hat bereits stattgefunden. Das Adventskonzert des Männergesangvereins Liederkranz Fuhrberg und Cellensia brachte rund 120 Euro an Erlös, der von den Beteiligten für das Gemeindehaus gespendet wurde.
Wer dem Förderkreis Ideen oder Unterstützung anbieten möchte, kann sich an Henning Kobbe wenden (Telefon: 05135/295, E-Mail: haheko@t-online.de). Spendenkonto: Kirchenkreisamt Burgdorfer Land, IBAN: DE83 5206 0410 0600 0060 76, Stichwort: Fuhrberg Ev. Gemeindehaus.
Gemeindehauses landete.