Herbstputz im Amtspark: NABU säuberte Nistkästen

Die drei Fledermäuse hinter der Abdeckung begeisterten die Kinder. So nah hatte kaum jemand zuvor eine Fledermaus gesehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Acht Große Abendsegler schliefen in einem Fledermauskasten

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der Herbst ist die richtige Zeit, um die Nisthilfen und Fledermauskästen zu reinigen. Das ist wichtig, denn wenn Nisthilfen in Frühjahr und Sommer von Singvögeln zur Brut genutzt wurden, befinden sich darin noch die Nester des Vorjahrs. „Es mache keinen Sinn, diese in den Kästen zu belassen, erklärte Dr. Klaus Bemmann. Wenn sich im kommenden Frühjahr neue Interessenten für die Kästen einfänden, dann würden viele von ihnen schnell wieder ausziehen. Einmal genutzte Nester würden nicht wieder bezogen, weil die Gefahr von Vogelparasiten, Läusen und Flöhen, sehr groß ist.
Dr. Bemmann betreut die Vogel-und Fledermauskästen im Amtspark seit vielen Jahren. Früher war der jetzt 81-jährige Direktor des Amtsgerichts Großburgwedel. Er kennt den Amtspark genau. Von seinem Arbeitszimmer hatte er einen tollen Blick in die alte Gartenanlage. Bei der Renovierung des Amtsgerichts hatte der Vogelfreund im Dach über seinem Arbeitszimmer sogar eine Nisthilfe für Eulen einbauen lassen. Am vergangenen Samstag trafen sich Mitglieder des NABU mit Leiter, Kneifzange, Arbeitshandschuhen und Taschenlampe. Sie wurden unterstützt von Mitgliedern der Naturschutzjugend, die interessiert das Treiben in luftiger Höhe beobachteten.
Schnell ging es bei den Nistkästen, die im vergangenen Jahr nicht besetzt waren. Da nahm der stellvertretende Vorsitzende des NABU Burgwedel & Isernhagen, Markus Dietrich-Philippi, nur den Deckel ab, ein kurzer Blick hinein und dann setzte er den Deckel wieder ein. In einigen der 22 Nistkästen befanden sich ausgediente Nester, die er auskippte, womit die Arbeit getan war. In einem Kasten fand sich ein Kohlmeisennest, in dem noch ein Ei lag. Das interessierte den Nachwuchs unten an der Leiter sehr, und sofort gab es Diskussionen darüber, was wohl der Grund für den Abbruch der Brut sein könnte.
Dann aber schaute Markus Dietrich-Philippi in die Überwinterungskästen für die Fledermäuse und schon im zweiten wurde er fündig: Acht Große Abendsegler hingen dicht an dicht kopfüber in dem kleinen Kasten, drei von ihnen hinter der Abdeckung. Schnell kletterte er die Leiter hinunter und zeigte dem NABU-Nachwuchs die drei kleinen Tiere. Die Kinder wollten die schlafenden Fledermäuse streicheln, deren Fell glänzte schön weich schimmernd braungolden in der Sonne. „Jeder einmal schnell“, sagte Dr. Klaus Bemmann, „nicht dass die Fledermäuse aufwachen“. Dann kamen die Fledermäuse wieder sicher im Kasten. Anschließend berichtete Dr. Bemmann, dass die Fledermäuse jedes Jahr beinahe in dem gleichen Kasten überwintern, er hoffe, dass in den kommenden Tagen sich noch mehr Fledermäuse dazu entschließen, wieder im Amtspark den Winter zu verschlafen.