Heinrich Gremmel legt sein Ortsratsmandat nieder

Heinrich Gremmel, der einzig verbliebene Liberale mit Sitz in Burgwedels politischen Gremien, hat sein Ortsratsmandat in Großburgwedel niedergelegt. Er bleibt aber weiterhin Mitglied im Stadtrat Burgwedels. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Die Arbeit im Stadtrat will der 76-Jährige aber fortsetzen

GROSSBURGWEDEL (hhs). Eigentlich hat sich Heinrich Gremmel den Ehrentitel „Leuchtturm der FDP in Burgwedel“ redlich verdient. Als einziger Liberaler hatte er bei der Kommunalwahl im September derartig gute Ergebnisse erzielt, dass er sowohl im Ortsrat Großburgwedel als auch im Stadtrat einen Sitz erreichte. Jetzt hat Gremmel, der seit fünf Wahlperioden liberale Positionen in Burgwedels politischen Gremien hochhält, sein Mandat im Ortsrat Großburgwedel zurückgegeben. Aus persönlichen Gründen, wie er sagt. Die Doppeldeutigkeit des Wörtchens „persönlich“ gibt zu denken.
Es sind ganz offensichtlich nicht nur Gründe, die allein die Person Heinrich Gremmel angehen. Im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten formulierte er es so: „20 Jahre in Rat und Ortsrat sind genug“, sagte er kurz und knapp. Er müsse sich um seine Frau und die Familie kümmern, insbesondere auch um die Enkelkinder. Und er wolle nach den langen Jahren auch wieder seine Freiheit haben.
Freunde seien zu kurz gekommen, und sein Sohn, der den landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschafte, könne seine Hilfe auch noch gut gebrauchen, sagt der 76-Jährige. Er habe gerade gut zu tun mit der Getreideernte. Und dann wäre da auch noch der Fidele Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Großburgwedel, an dem sein Herz hänge, und noch ein paar andere Hobbys. „Dazu gehört auch, abends mal wieder eine schöne Radtour in die Umgebung zu unternehmen“.
Seinen Sitz im Stadtrat werde er aber behalten, auch in den drei Ausschüssen wolle er bleiben. „Da wird alles sehr gut von der Verwaltung vorbereitet und insofern sind die Vorbereitungsarbeiten von uns Ratsmitglieder im angemessenen Zeitrahmen zu bewältigen“, erklärt er und fügt dann nach kurzer Pause hinzu: „Das ist jetzt im Ortsrat Großburgwedel anders. Das Geeiere um das Mahnmal gefällt mir nicht. Es geht mir gegen den Strich, die gesamte Diskussion der vergangenen Jahre noch einmal aufzurollen“. Auch könne er es nicht nachvollziehen, dass man das Andenken der gefallenen Soldaten belaste mit der Formulierung, Schuld oder Unschuld einzelner sei durch spätere Forschung festzustellen. Er habe sich aus diesem Grund bei der Abstimmung über das Mahnmal enthalten. „Das kann und will ich nicht mittragen“. Auch habe ihn der Umgang des Ortsrats mit dem Erweiterungsbau des Hotels Marktkieker nicht gefallen: „Das Projekt grundsätzlich abzulehnen wegen des Erhalts des dort stehenden Fachwerkbaus halte ich für ökonomischen Blödsinn. Mit etwas guten Willen hätte man dort eine architektonisch passende Lösung finden können“. Mit der dazu vom Ortsrat gefassten Entscheidung ginge der Stadt Burgwedel eine Menge Attraktivität am Alten Markt und ebenfalls eine Menge an Gewerbesteuer verloren.
Gefragt nach den herausragenden Erinnerungen seiner langen Tätigkeit im Ortsrat antwortete Heinrich Gremmel spontan und wie aus der Pistole geschossen. „Die letzten zehn Jahre mit Otto Bahlo als Ortsbürgermeister, die haben mir richtig Spaß gemacht und jede Menge Freude bereitet“.
Wer für Heinrich Gremmel in den Ortsrat Großburgwedel nachrücken wird, steht noch nicht endgültig fest. Frau Dr. Kitzmann hatte bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr nach Gremmel das zweitbeste Ergebnis, ihr folgt Ferdinand Bruss. Da beide Nachrücker bis Mitte September im Urlaub sind, müssen die Burgwedeler Liberalen noch etwas warten, bis eine Erklärung darüber vorliegt, wer diesen Sitz im Ortsrat Großburgwedel annimmt. Heinrich Gremmel, der auch stellvertretender Ortsbürgermeister in Großburgwedel ist, wird diese Funktion bis zu dem Zeitpunkt weiter ausüben.