Heimatverein blickt auf ein erfolgreiches Mühlenjahr zurück

So sieht das Wettmarer Bockwindmühlenmehl nach zwei Mahlgängen aus. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Nach dem letzten Mühlentag wird die Mühle winterfest gemacht

WETTMAR (hhs). Eigentlich sollte die restaurierte Bockwindmühle so etwas wie ein Wahrzeichen der Ortschaft Wettmar sein, nur am Sonntag dieser Woche war sie es nicht: Von der Straße aus war nichts von ihr zu erblicken, der dichte Nebel ließ keinen Blick zu. Und es war kalt an diesem Tag, eigentlich zu kalt, um sich im Freien etwas anzuschauen. Dritter Kritikpunkt an der Witterung: Es wehte kaum Wind auf der Hügelkuppe am Ortsrand, und wo kein Wind ist, kann man auch nicht mahlen mit einer Bockwindmühle. Das alles hielt aber viele Besucher nicht davon ab, den letzten diesjährigen Mühlentag mit Besichtigungen und Führungen zu nutzen.
Das mit dem Nebel störte die meisten gar nicht. Selbst ein Mühlenfreund aus Coesfeld hatte den weiten Weg nicht gescheut. Er sei Mühlenfan und habe den Wiederaufbau dieser Mühle in den Medien verfolgt. Als er gehört habe, dass nach diesem Sonntag erst wieder Führungen und Besichtigungen im Frühjahr stattfinden, sei er hergefahren, so lange könne er seine Neugier nicht zurück stellen.
Und in der Mühle gab es eine kleine Überraschung: Das erste Wettmarer Bockwindmühlen Mehl ist da! Am Donnerstag haben Gerd Brenneke und seine Müller einen Probelauf vorgenommen, mit dem Ergebnis: „Es funktioniert alles prima“, strahlte der Vorsitzende des Heimatvereins. „Wir wollten eigentlich heute mahlen, aber der Probelauf musste sein vorher, aus Sicherheitsgründen“. Donnerstag habe auch der Wind tüchtig geblasen, und alle seien zufrieden mit dem Ergebnis. Bis zum Feinmehl für hochwertige Backwaren könne man nun mahlen, aber dazu seien bis zu sechs Mahlgänge notwendig. Am Sonntag konnten die Freizeitmüller des Heimatvereins das allerdings nur kurz vorführen, denn der Wind hatte sich rar gemacht. Aber auch wenn sich die Mühlenflügel nur kurz drehten, so war doch sicht- und spürbar, dass man sich in einem technischen Meisterwerk befand. Nicht nur die Mahlwerke, auch Sackaufzug, Mehlsieb und Flügelbremse sind beeindruckend in ihrer Konzeption.
Gerd Brenneke war zufrieden mit dem Besucherzuspruch, und irgendwie auch ein bisschen froh. „Wir haben viel geschafft in den beiden vergangenen Jahren“, sagte er. „Und es war eine anstrengende Aufgabe, innerhalb dieser kurzen Zeit die Mühle abzureißen, in Teilen restaurieren zu lassen und schließlich hier wieder aufzustellen. Und für unseren eigenen Müller-Nachwuchs haben wir auch schon gesorgt“. Und diese Müller haben am Sonntag ganze Arbeit geleistet. Keine der vielen Fragen der Besucherinnen und Besucher blieb offen.
In den kommenden Tagen wollen die Müller-Männer vom Heimatverein ihre Mühle in den Winterschlaf schicken, um dann das kommende Frühjahr zum ersten Mal mit sich drehenden Mühlenflügeln zu begrüßen. Und es soll, darauf kann man sich jetzt schon freuen, dann feste Termine geben, an denen sich alle Mühlenbegeisterten dieses technische Meisterwerk vergangener Jahrhunderte anschauen können.