Günter Schulze aus Fuhrberg erhielt die Theodor-Heuss-Medaille

Günter Schulze aus Fuhrberg hat zu seinem 85. Geburtstag die Theodor-Heuss-Medaille für 40 Jahre Mitgliedschaft in der FDP erhalten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

37 Jahre liberale Belange in der Kommunalpolitik vertreten

FUHRBERG (hhs). Am 14. Dezember feierte Günter Schulze in Fuhrberg seinen 85. Geburtstag. Der Jubilar erhielt zur Feier Besuch von Dr. Isa Huelsz und Heinrich Gremmel, die ihn mit der Theodor Heuss Medaille in Silber und der dazugehörigen Urkunde für 40 Jahre Mitgliedschaft in der FDP auszeichneten. Günter Schulze hat die liberalen Belange 37 Jahre lang in der Kommunalpolitik vertreten.
1973 sei er in die FDP eingetreten, erinnert sich Günter Schulze im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. In der Kommunalpolitik sei er schon vorher aktiv gewesen. Damals, 1964, habe es in Fuhrberg allein die SPD als Partei gegeben. Als politische Organisationen habe sich eine „Wählergemeinschaft Fuhrberg“ entwickelt, in der auch die Vertriebenenorganisation aktiv gewesen sei.
„Die Wählergemeinschaft hatte acht der damals elf Sitze im Ortsrat der selbständigen Gemeinde Fuhrberg. 1964 bin ich über die Wählergemeinschaft in den Rat gekommen“, beschreibt Schulze den Beginn seiner kommunalpolitischen Laufbahn. Die Wahl in Fuhrberg musste ein Jahr später wiederholt werden wegen einer erfolgreichen Wahlanfechtung. So wurde das Jahr 1965 als „Fünf-Bürgermeister-Jahr“ in Fuhrberg berühmt: Willie Eickmann, Walter Heuer, Heinrich Otte, Hermann Ahlvers alle vor der Wahl und danach vollkommen überraschend Henry Müller von der SPD, die im Rat mit nur zwei Sitzen vertreten war.
„In dieser Zeit haben wir dann das Rathaus gebaut“, erzählt Schulze weiter. Er selbst sei damals sogenannter Wegevogt gewesen und Mitglied im Sportausschuss. Nach der nächsten Kommunalwahl 1968 sei Walter Heuer sen. Ortsbürgermeister geworden. „In diese Jahre fiel der Bau der Sport- und Mehrzweckhalle“, fährt Günter Schulze fort.
Damals habe sich die Gebiets- und Verwaltungsreform schon abgezeichnet. „Als diese immer näher kam, mussten wir von der Wählergemeinschaft uns entscheiden, welcher Partei wir uns anschließen wollten, um weiter kommunalpolitisch tätig zu sein“, sagt er. Damals sei er in die FDP eingetreten.
„Die Gemeinde Fuhrberg hat in diesen Jahren den Realverband mitverwaltet“, sagt Schulze. „Wir wollten natürlich nicht, dass die Belange des Realverbands später von der Gemeinde Burgwedel aus geregelt werden. Deshalb haben wir den Realverband, wie er heute noch besteht, neu gegründet. Fuhrberg war damals noch ein stark auf Landwirtschaft orientiertes Dorf“.
Als die Gebiets- und Verwaltungsreform in Kraft getreten sei, habe er bei der Kommunalwahl ein Ortsratmandat erhalten. Für einen Sitz im Gemeinderat hätten ihm nur ein paar Stimmen gefehlt. Er sei zum Ortsbürgermeister in Fuhrberg gewählt worden mit vier Stimmen, jeweils zwei von FDP und SPD. Die CDU habe damals nur einen Sitz erhalten. Auch nach der nächsten Kommunalwahl 1976 sei er Ortsbürgermeister geblieben.
Ganz wesentliche Entwicklungen habe es dann in Fuhrberg gegeben: „Zunächst haben wir den Sportplatz an seinen heutigen Standort verlegt und nebenan das Neubaugebiet Langer Kamp geschaffen. Anschließend haben wir mit großem Engagement den Sportplatz angelegt und im Ergebnis ein richtig schönes Sportgelände erhalten“. In diesen Jahre siedelte sich auch die Arztpraxis in Fuhrberg an. Zudem hätten die Schulwegsicherung, die Altenbetreuung durch den Ortsrat, die Dorffeste und die Dorfchronik auf der Agenda des Ortsrates gestanden.
Aus der Kommunalwahl 1981 sei Wilhelm Timpe von der CDU als Ortsbürgermeister hervor gegangen, er selbst habe sein Mandat im Gemeinderat angetreten. „Hier hat er lange im Planungs- und Hochbauausschuss der Gemeinde gearbeitet und er hat mich bei diesen Sitzungen an die Hand genommen, an denen ich als Gast teilgenommen habe, bevor ich in den Rat gewählt wurde“, erinnerte sich Dr. Isa Huelsz.
Parallel dazu habe er die Brennereigenossenschaft Fuhrberg mitgegründet und deren Vorsitz 25 Jahre lang inne gehabt und ab 1984 den Vorsitz der Flurbereinigung ausgeübt. „Bis 2004 hat das gedauert“, sagte er. Wäre die Wiedervereinigung nicht gekommen, hätte man das Verfahren zehn Jahre eher abschließen können“. Auch die Dorferneuerung Fuhrberg sei in diesen Jahren in Gang gekommen. Sie sei in Verbindung mit der Flurbereinigung Fuhrberg zu sehen, und auch ihre Ausweitung auf die anderen Ortsteile Burgwedels.
Nach dem Tod seiner Frau 1996 habe er nicht mehr für den Ortsrat kandidiert. 2001 sei auch Schluss gewesen mit dem Sitz im Gemeinderat. 37 Jahre sei er ehrenamtlich in der Kommunalpolitik tätig gewesen, drei Wahlperioden im Gemeinderat, 17 Jahre als Mitglied im Ortsrat und als Ortsbürgermeister. Zu allem kämen noch 20 Jahre Mitgliedschaft bei der Kriegsgräberfürsorge. „Das alles hat mir immer eine Menge Spaß und Freude bereitet“, so Günter Schulzes bescheidenes Fazit. Günter Schulze hat für seine ehrenamtlichen Leistungen das Bundesverdienstkreuz erhalten.