Grußwort der Stadt Burgwedel zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor uns liegt der Wechsel in ein neues Jahr. Die Tage zum Jahreswechsel bieten einen Anlass um innezuhalten, an Vergangenes zu denken und Pläne für die Zukunft zu schmieden.
Das rege Treiben des vergangenen Jahres legt sich langsam und wir fragen uns, was hat das alte Jahr gebracht und was wird das neue Jahr bereithalten. Vom alten Jahr lässt sich vieles berichten.
Im Dezember 2015 hat die Stadt Burgwedel nach erfolgter Beschlussfassung durch den Rat der Stadt und entsprechender Antragstellung die Genehmigung zur Errichtung einer IGS ab dem Schuljahr 2016 / 2017 erhalten. Ich freue mich sehr darüber, dass es uns gelungen ist, eine Schulform anbieten zu können, welche von den Eltern Burgwedels für ihre Kinder seit Jahren gewünscht wird.
Die Instandsetzung und Sanierung von Burgwedels Straßen wurde weiter geführt. Mit über 45 Tonnen Asphalt wurden weitere Schlaglöcher geschlossen, auf mehr als einer Länge von 5.240 Metern Straßen sind instand gesetzt und 1.200 Quadratmeter Bürgersteige saniert worden.
Pilzleuchten, die jahrzehntelang das Gesicht Burgwedels prägten sind, abgesehen von einigen noch auf Privatgrundstücken stehenden Exemplaren, Geschichte. Die Stadt hat in der letzten Phase Ihrer Beleuchtungssanierung 1.030 Stück dieser Straßenleuchten auswechseln lassen. Gewinner ist die Umwelt. Die alten 80 Watt Lampen verbrauchten noch 320 kWh während die neuen 19 Watt LED- Leuchten im Schnitt mit 60 kWh pro Jahr auskommen. Dies ist eine Ersparnis von 187 Kg Co² pro Straßenleuchte. Weitere Vorteile sind eine nächtliche Dimmung auf 10 Watt, hohe Lichtausbeute, Insektenfreundlichkeit und geringe Lichtverschmutzung. Bei einer Lebenserwartung von 100.000 Stunden – das sind über 20 Betriebsjahre – reduzieren sich auch die jährlichen Wartungskosten erheblich.
Das Jahr 2015 war durch zwei bekannte Großprojekte geprägt, der Süd-Link Trasse durch TenneT und der geplanten Y-Trasse der Bahn. Im Februar startete der „Bürgerdialog Schiene Nord“. Bei diesem Vorhaben ging es um den Abtransport von Gütern aus den Seehäfen in das Hinterland per Schienenverkehr.
Das Land Niedersachsen organisiert dieses Forum, um mit Bahn, Bürgern, Politik und Bürgerinitiativen die unterschiedlichen Trassenvorschläge und Trassenvarianten möglichst transparent und mit möglichst großer Beteiligung zu diskutieren. Außer der ehemaligen Y-Trasse gab es eine Reihe von weiteren Trassenalternativen.
Die Stadtverwaltung arbeitete bei diesem Thema mit der Nachbargemeinde Wedemark sowie mit der Bürgerinitiative „Bürgerforum Burgwedel e.V.“ zusammen. Als Bürgermeister vertrat ich in diesem Forum die Belange der Stadt Burgwedel. Alle Dialogforen wurden im Internet übertragen.
Als Ergebnis des Dialogforums wurde eine sogenannte Alpha-Variante beschlossen, die vor allem den Ausbau von Bestandsstrecken vorsieht. Durch diese Variante ist das Gebiet der Stadt Burgwedel von einer Neubaustrecke ausgenommen.
Die Verlegung des ersten Stolpersteines in Burgwedel für Dr. Albert David erfolgte am 29. Juni in Großburgwedel, Alter Postweg 2 A/B. Am gleichen Abend fand eine Veranstaltung im Amtshof in Großburgwedel statt. Der Künstler Gunter Demnig war auch hier anwesend und hielt im Rahmen eines festlichen Programmes einen Vortrag über seine Arbeit.
Für die Aufarbeitung der Geschichte der Opfer bittet die Arbeitsgruppe weiterhin um Mithilfe. Wenn Bürgerinnen und Bürger in Ihrer Familie über alte Fotos, Berichte der Großeltern oder eigene Erfahrungen verfügen, so nimmt die Stadtverwaltung diese gern entgegen. Die historische Recherchearbeit wird nie ganz abgeschlossen sein und sich noch weiter über einige Jahre hinziehen. Jede Unterstützung, jeder Hinweis ist wertvoll. Die Verlegung der Stolpersteine für die weiteren Opfergruppen erfolgt in den nächsten zwei bis drei Jahren.
Im Bereich Gleichstellung erfolgten verschiedene Projekte und Veranstaltungen. Anlässlich des Internationalen Frauentages 2015 wurden im März im Erdgeschoss des Rathauses Großburgwedel für interessierte Bürgerinnen und Bürger Informationen zu gleichstellungsrelevanten Themen ausgelegt. Darunter befanden sich praxisnahe Bewerbungstipps für Frauen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Beratungsangebote.
Die Teilnehmerinnen des Interkulturellen Frühstücks für Frauen trafen sich in der Seniorenbegegnungsstätte unter dem Motto „Wir Frauen in Burgwedel“ und im Amtshof in Großburgwedel fand die humorvolle szenische Lesung „Mitbewohnerin gesucht!“ mit Jule Vollmer und Elmar Dissinger statt. Die Lesung war eine gemeinsame Veranstaltung der Bücherei Großburgwedel und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt.
Bei dem Mentoring-Programm „Politik braucht Frauen“ mit dem Ziel, mehr Frauen für die politische Arbeit in Niedersachsens Städte- und Gemeinderäten gewinnen zu können, starteten Anfang dieses Jahres 442 Tandems. Trotz vieler engagierter Frauen sind diese in der Politik nach wie vor stark unterrepräsentiert.
Vor Ort organisieren nun die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ein vielseitiges Begleitprogramm für die Nachwuchspolitikerinnen. Zusammen mit Isernhagens Gleichstellungsbeauftragte bot Burgwedels Gleichstellungsbeauftragte für die Teilnehmerinnen des Mentoring-Programms ein Rhetorik Seminar für Politikerinnen an. Hier verbesserten die Frauen ihre Selbstpräsentation und lernten zielgerichtetes Reagieren in ungeplanten Gesprächssituationen.
Ebenfalls neu in Burgwedel ist die von der Gleichstellungsbeauftragten angeregte Einrichtung einer Online-Ehrenamtsbörse. Viele Menschen wollen helfen, wissen aber nicht, wo ihr freiwilliges Engagement willkommen ist - oder wo besonders wichtige Aufgaben dringend erledigt werden müssen. Mit der Ehrenamtsbörse sollen ehrenamtliche Organisationen und Freiwillige die Möglichkeit erhalten, schnell und unkompliziert zueinanderzufinden.
Unter www.ehrenamt.burgwedel.de können soziale Einrichtungen, Vereine und Initiativen sich und ihre Einsatzmöglichkeiten vorstellen. Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an einem Ehrenamt haben, können sich informieren und das passende Angebot finden.
Im Rahmen einer Feierstunde mit zahlreich geladenen Gästen wurde der Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg im Amtshof in Großburgwedel verabschiedet und ihm für seine langjährige Tätigkeit gedankt; seine Amtszeit endete im Juli 2015. Vom Rat der Stadt Burgwedel wurden sein Nachfolger Ingo Motl und als neuer stellvertretender Stadtbrandmeister Dirk Hemmann benannt. Beide sind für die Dauer der nächsten sechs Jahre in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen worden.
Eine der größten Herausforderungen des Jahres stellt die Unterbringung und Versorgung der aufzunehmenden Flüchtlinge dar. Wir setzen diese Aufgabe mit allen Ämtern der Stadtverwaltung bestmöglich um. Für diese große Teamleistung möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken und dabei nicht die vielen ehrenamtlichen Helfer vergessen, ohne deren Unterstützung diese gesellschaftliche Aufgabe nicht zu bewältigen wäre.
Mit Übergabe ihrer Zertifikate im Juli konnten sich 15 Ehrenamtliche als Integrationslotsen bezeichnen. In Zusammenarbeit mit der vhs Hannover Land wurden ihnen dabei zur Unterstützung der Tätigkeit Inhalte wie gesetzliche Grundlagen, Kommunikationsmodelle sowie Wege der Integration vermittelt. Auch 2016 wird ein Integrationslotsenkurs stattfinden.
Für die Stadt Burgwedel ist das Engagement der Integrationslotsen und aller Ehrenamtlichen eine wichtige Hilfe und wertvolle Unterstützung bei der städtischen Flüchtlingsarbeit. Für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden auch in den Feuerwehren, Kirchen, Vereinen, Verbänden, sozialen Einrichtungen und vielen mehr bin ich sehr dankbar und würde mich darüber freuen, wenn es in Zukunft weitere Interessierte geben wird.
Das Jahr 2016 liegt vor uns und wieder erwarten uns Aufgaben und Herausforderungen, die wir jetzt noch nicht einschätzen können. Zusammen konnten und können wir viel erreichen und bewältigen.

Ihnen allen wünsche ich von Herzen Frieden, Glück, Gesundheit und alles Gute im neuen
Jahr.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr



Axel Düker
Bürgermeister der Stadt Burgwedel