Grußwort der Stadt Burgwedel zum Jahreswechsel

Bürgermeister Axel Düker. (Foto: Stadt Burgwedel)
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu und ich möchte die Gelegenheit nutzen, einen Rückblick auf das Jahr 2014 und einen Ausblick auf 2015 zu geben.
Für die Stadt Burgwedel war es ein ereignisreiches Jahr. Viel konnte erreicht werden, neue Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, werden uns auch in 2015 begleiten.
Allem voran steht die Diskussion um die Schließung der Geburtshilfestation und des Klinikums Großburgwedel. In der Ratssitzung am 20. Oktober 2014 wurde vom Rat der Stadt Burgwedel einstimmig eine Resolution gegen die Schließungen beschlossen, welche am 21. Oktober 2014 an den Regionspräsidenten Hauke Jagau, die Abgeordneten der Regionsversammlung und an alle Mitglieder des Aufsichtsrats der Klinikum Region Hannover GmbH übergeben wurde. In dieser Resolution sprach sich der Rat mit Nachdruck für den Erhalt des Klinikstandortes Burgwedel aus. Die Politikerinnen und Politiker der Stadt Burgwedel setzen sich mit aller Kraft dafür ein. Viele weitere Aktionen, organisiert durch Bürgerinnen und Bürger und das Klinikpersonal, fanden statt.
Es konnte erreicht werden, dass nach dem heutigen Stand die Geburtshilfestation am Standort Großburgwedel nicht geschlossen wird.
Anfang des Jahres wurde die Stadt Burgwedel von der Nachricht überrascht, dass eine sogenannte Höchstspannungsübertragungsleitung (HGÜ) durch das Stadtgebiet gebaut werden soll. Nach der Y-Trasse steht nun eine weitere große Infrastrukturmaßnahme im Raum. Die HGÜ sind bundesweit notwendig, um Strom aus Windenergieanlagen im Norden zu den großen Verbrauchsgebieten im Süden zu leiten.
Für Burgwedel hätte der Bau einer solchen Leitung erhebliche Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Bevölkerung. Das Verfahren befindet sich derzeit in der Vorbereitung zu der sogenannten Bundesfachplanung. Die sachliche Notwendigkeit einer Stromleitung vom Norden nach Süddeutschland im Rahmen der Energiewende wird allgemein nicht angezweifelt. Dennoch liegt es im ureigensten Interesse der Kommunen, eine Beeinträchtigung ihres Gebietes und ihrer Einwohner zu verhindern oder zumindest zu minimieren.
Am 12. Dezember 2014 wurde der geplante Vorschlag für den Trassenverlauf bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Hier erfolgt jetzt ein Prüfverfahren. Die Politikerinnen und Politiker sowie die Verwaltung der Stadt Burgwedel werden sich weiterhin intensiv mit dem Trassenverlauf auseinandersetzen, um eventuell entstehende Nachteile für Mensch und Natur abzuwenden und zu minimieren.
Die politischen Gremien der Stadt Burgwedel haben vor den Sommerferien entschieden, ab Beginn des neuen Kindergartenjahres 2014/15 für die Arbeit in den Kindergartengruppen zusätzliches pädagogisches Personal bereitzustellen. Das bedeutet, dass nach den Krippengruppen nun auch die Kindergartengruppen sowohl in den kommunalen als auch privaten Kindertagesstätten in Burgwedel über den gesetzlichen Standard hinaus eine „dritte Kraft“ erhalten.
Mit der Umsetzung dieses Beschlusses werden die Qualität der pädagogischen Arbeit gesichert und die erforderlichen Ressourcen zur Bewältigung der gestiegenen Anforderungen an die tägliche Arbeit in den Kindergartengruppen gestärkt. Neben allenKriterien wie der Gestaltung der verschiedenen Räume, der Nutzungsmöglichkeiten der Außengelände und der Bewegungsräume sowie der allgemeinen Ausstattung einer Kindertagesstätte kommt dem pädagogischen Personal eine besondere Bedeutung zu.
Die Erzieherinnen und Erzieher gehen mit den Eltern eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft ein und haben die Aufgabe, die Kinder in der Kindergartenzeit in ihrer Entwicklung zu begleiten, zu fördern und zu unterstützen. Insbesondere die Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung der Kinder, die Zusammenarbeit mit den Grundschulen, die konzeptionellen Arbeiten bzw. regelmäßigen Fortentwicklungen der pädagogischen Angebote und der enge Austausch mit den Eltern benötigen eine entsprechende personelle Absicherung. So kann den unterschiedlichsten Bedürfnissen und Entwicklungsphasen der Kinder besser begegnet werden und die Begleitung in dieser spannenden Zeit vor der Einschulung erfährt durch das zusätzliche Personal eine besondere Unterstützung und Wertschätzung.
Nach der Entscheidung des Rates haben sowohl die privaten Träger als auch die Stadt begonnen, für jeweils ihre Einrichtungen die individuellen Umsetzungen des Konzeptes vorzunehmen. Mit einer abschließenden Realisierung ist innerhalb eines halben Jahres zu rechnen.
In den Bereichen Gleichstellung, Integration und Prävention erfolgten verschiedene Projekte und Veranstaltungen.
Das in 2013 begonnene Mentoring Projekt „Potenzial durch Vielfalt“ ist erfolgreich abgeschlossen worden. Es ist mit dem Ziel gestartet, motivierte Mädchen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund dabei zu unterstützen, einen Ausbildungsplatz zu finden oder nach einer Familienzeit wieder in den Beruf einzusteigen. Ein Großteil der Teilnehmerinnen konnte durch die Gespräche mit den Mentorinnen und den Qualifizierungsangeboten neue berufliche Perspektiven entwickeln. Viele von Ihnen haben Praktika, Weiterbildungsmaßnahmen und Ausbildungen begonnen.
Auch im nächsten Jahr ist die Stadt Burgwedel an einem Mentoren-Programm beteiligt. Es soll Frauen ermutigen, sich für die Kommunalpolitik zu engagieren.
Ein weiteres Projekt, das sich an Frauen verschiedener Kulturen und Generationen richtet, ist ein Interkultureller Frauenkurs, den die Gleichstellungsbeauftragte zusammen mit der vhs- Hannover-Land anbietet. Das Ziel ist es, einen intensiven Kontakt zwischen den Kulturkreisen aufzubauen und den Integrationsprozess nach den Bedürfnissen und Lebenssituationen der Frauen nachhaltig zu fördern. Der Kurs fand im Sommer 2014 statt und wird im Februar 2015 erneut durchgeführt.
Neben den Themen Gleichstellung und Integration ist auch der Bereich Gewaltprävention ein Anliegen der Stadt und wird von der Gleichstellungsbeauftragten mit verschiedenen Maßnahmen umgesetzt. Während der Präventionsrat Burgwedel zum Thema Drogenprävention tagte, beschäftigt sich der Runde Tisch zur Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes mit von häuslicher Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen. Die Präventionsarbeit an den Grundschulen hat eine lange Tradition in der Stadt Burgwedel, weshalb auch in diesem Jahr die Theaterpädagogische Werkstatt mit ihrem Theaterstück „Mein Körper gehört mir!“ wertvolle pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern leistete. Dieses Programm fand in Kooperation mit der Jugendpflege der Stadt Burgwedel statt.
„Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ lautete das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche, die bundesweit vom 21. bis 27. September 2014 stattfand. Viele Kommunen, Vereine und Institutionen beteiligten sich mit Aktionen an der Themenwoche. Seit dem letzten Jahr war auch die Stadt Burgwedel mit einem eigenen Programm vertreten. In diesem Jahr erfolgte die Eröffnung mit der Vorstellung des mehrsprachigen
Begrüßungsflyers für Neubürgerinnen und Neubürger mit Migrationshintergrund. Höhepunkt und Abschluss der diesjährigen Interkulturellen Woche war die Lesung mit der bekannten Autorin Lale Akgün am 26. September 2014 im Amtshof. Mit einem Augenzwinkern las Akgün aus ihrem Roman „Tante Semra im Leberkäseland“ Geschichten aus ihrer türkisch- deutschen Familie.
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2014 plant Burgwedels Gleichstellungsbeauftragte Sandra Ahnen in Kooperation mit der Seniorenbegegnungsstätte einen Selbstbehauptungskurs für ältere und bewegungseingeschränkte Frauen. Der Kurs soll dazu dienen, das Selbstbewusstsein zu stärken und individuelle Handlungssicherheit zu geben. Die Frauen lernen, wie sie sich in bedrohlichen Situationen effektiv wehren und sich vor Gewaltangriffen schützen können. Der für Anfang 2015 geplante Kurs soll lokale Unterstützungsmöglichkeiten vorstellen, Selbstbehauptungs- und Konfliktlösungsstrategien sowie realistische Verteidigungs- techniken vermitteln.
In Burgwedel tragen 3257 Leuchten zur nächtlichen Sicherheit bei. Viele davon sind schon seit 30 Jahren und länger im Einsatz. Die veralteten Systeme liefern vergleichsweise wenig Licht bei einem hohen Stromverbrauch. Um dies zu verbessern, hat in diesem Jahr der Austausch der Leuchtköpfe oder der Lampen begonnen. Es wurden über 500 Leuchtköpfe mit bis zu 250 Watt Leistung an den Durchgangsstraßen gegen neue, mit 60 Watt bestückten Lampen ausgetauscht, und gleichzeitig 815 Leuchten auf moderne Leuchtmittel umgerüstet.
Im nächsten Jahr findet mit dem Austausch von über 1.000 Leuchten in den Wohngebieten die größte Umstellung statt und die LED-Technik hält Einzug in Burgwedel. Nicht nur finanzielle Aspekte, sondern auch Umweltfaktoren wie CO2 Einsparung, Insektenfreundlichkeit und Lichtverschmutzung wurden bei der Leuchtenauswahl berücksichtigt. Diese Leuchten können eine Lebensdauer von 25 Jahren erreichen.
Ebenfalls sollen in diesem Zusammenhang mehr als 500 Stahlmasten mit ausgewechselt werden. Diese stehen bereits seit mehr als 30 Jahren in der Erde. Die 3 m hohen Masten werden auf 4 m Höhe wachsen und das Erscheinungsbild wechselt von verzinktem Stahl auf Aluminium. Somit werden besonders in den Jahreszeiten, in denen es früh dunkel wird, die Straßen und Wege in Burgwedel gut ausgeleuchtet.
Auch im Jahr 2015 liegen wieder große Aufgaben vor uns. Mein herzlicher Dank für die Unterstützung gilt allen, die durch ihre Beiträge und Leistungen mitgeholfen haben, alle Aufgaben zu bewältigen.
Besonders erwähnen möchte ich alle, die sich ehrenamtlich unter Zurückstellung ihrer eigenen Interessen oder mit persönlichem Engagement in Feuerwehren, Kirchen, Vereinen, Verbänden und sozialen Einrichtungen verpflichten. Ich bitte Sie herzlich auch in Zukunft diesen Einsatz für das Gemeinwohl fortzusetzen, damit das Gemeinwohl Burgwedels auch weiterhin gestärkt wird.
Ihnen allen wünsche ich von Herzen Frieden, Glück, Gesundheit und alles Gute im neuen Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Axel Düker
Bürgermeister der Stadt Burgwedel