Grünes Licht für die Umsetzung der Wettmarer Bockwindmühle

für das Kirchspiel, Engensen, Thönse, Wettmar Gerhard Brenneke, stehend links, und Lothar Urban von der Arbeitsgruppe "Archiv". (Foto: Hans Hermann Schröder)

Heimatverein hat sich für neuen Standort entschieden

Wettmar (hhs). Der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar kann jetzt die letzten Schritte vor der Umsetzug der Bockwindmühle angehen. Die Mitglieder sprachen sich im Verlauf der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend in der Heimatdiele einstimmig dafür aus, das dafür vorgesehene Grundstück zu erwerben und die Mühle möglichst in diesem Jahr dorthin zu versetzen.
Der Vorsitzende des Vereins, Gerhard Brenneke konnte knapp 50 Mitglieder begrüßen. Bevor es an die Weichen stellenden Beschlüsse ging, bewiesen die Arbeitsgruppenleiter, dass der Verein, wie es den Anschein des beherrschenden Themas „Bockwindmühle“ in den vergangenen zwei Jahren mancherorts erweckte, auch die übrigen Arbeitsbereiche keinesfalls außer Acht gelassen hat. Lothar Urban, Arbeitskreis „Archiv“, kündigte an, dass die Tafel am Dorfplatz angelegt werde. Man wolle versuchen, noch einen Sponsor dafür zu finden. Wichtigste News für alle Heimatfreunde Burgwedels: Urban und seine Mitstreiter haben die Vorbereitungen für die Neuauflage des Flurnamenbuches für Burgwedel abgeschlossen. Interessenten sollten sich bei ihm melden, damit die Höhe der Neuauflage besser eingegrenzt werden kann. Das Buch wird es in zwei Ausführungen, gebunden und mit Spiralheftung geben. Der Preis der gebundenen Ausgabe liegt bei etwa 65 Euro.
Der Arbeitskreis „Bauerngarten“ kündigte die Teilnahme am Tag des offenen Gartens am 15. August an unter dem Motto „Sommerblumen und Stauden“ im Bauerngarten, der Geräte- und Maschinenkreis wird seine Kostbarkeiten zum Tag der Mühle und zum Tag der offenen Tür präsentieren. Die Arbeitsgruppe Lehrpfad gab bekannt, dass das Wanderwegenetz auch auf Thönse ausgeweitet werden soll.
Gerhard Brenneke gab der Versammlung bekannt, dass ein Wettmar-Film aus dem Jahr 1958 wieder aufgetaucht ist. Damals Ende Mai, ein Jahr nach der 650-Jahrfeier in der Ortschaft, sei ein Filmwagen durch die Ortschaft von Straße zu Straße gefahren. Zwei Rollen habe man wiedergefunden, etwa eineinhalb Stunden Material insgesamt auf acht Millimeter Film. Brenneke bezeichnete den Fund als einmaliges Zeugnis, das zeige, wie sich das Dorf verändert habe und gebe Zeugnis über Bausubstanz, Straßen und Wege in der Ortschaft. Ein ehemaliger Wettmarer Einwohner habe zugesagt, dass er die Digitalisierung der beiden Filmrollen finanzieren werde. Anschließend müsse der Film noch mit einem Kommentar versehen werden.
Schließlich standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Wiedergewählt wurde der Vorsitzende Gerhard Brenneke. Er kündigte an, dass das seine letzte Amtszeit sein wird. Auch die beiden Stellvertreter Ursula und Otto Braeske, Schriftführer Michael Krantz wurden in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Kassenwart des Vereins ist jetzt Hans Jürgen Lahmann, der das Amt von seiner Tochter Susanne übernahm.
Diese hatte noch den Haushaltsplan 2010 vorgelegt mit einem Volumen 186.200 Euro. Die Versammlung stimmte für dessen Annahme einstimmig bei drei Enthaltungen. Es folgte der Sachstandsbericht des Vorsitzenden zum neuen Standort für die Bockwindmühle. Brenneke führte aus, dass der zunächst ins Auge gefasste Standort zu eng für die Mühle gewesen sei. Nun habe man ein Grundstück gefunden mit den Maßen 40 mal 53 Meter, das gut 70 Meter westlich des Mobilfunkmastes liege. Mit dem Eigentümer seien die Vorgespräche erfolgreich verlaufen. Der Vorteil dieses Standortes liege darin, dass alle drei Dörfer Blickkontakt zur Mühle haben werden, zum Zweiten habe bis vor 80 Jahren nur etwa 300 Meter weiter westlich auch eine Bockwindmühle gestanden.
In der Diskussion wurde auch angeregt, ob man die Bockwindmühle in ihrem gegenwärtigen Zustand nicht als „Ruine oder Hülle“ konservieren solle, was schließlich auch hohe Aussagekraft habe. Dazu nahm der anwesende Müllerei- und Mühlenfachmann Rüdiger Hagen ausführlich Stellung: Eine Bockwindmühle müsse bewegt werden, der beste Erhalt des Wettmarer Exemplars sei die Wiederinbetriebnahme des Baudenkmals. Am jetzigen Platz könne man die Mühle nicht in den Wind drehen, deswegen plädiere er für deren Umsetzung. „Zur Mühle gehört immer der Standort, gewissermaßen deren „Biotop“ als ortsverbindiche Funktion“. Die Konservierung der Mühle würde zu einer teuren Angelegenheit werden und setze auch die Erneuerung des Bockes voraus, Flügelattrappen würden auch nur etwa zwölf Jahre halten. „In etwa 50 Jahren wäre dann endgültig Schluss mit der letzten Wettmarer Bockwindmühle“, prophezeite er. Die Entscheidung der Versammlung für den neuen Standort fiel einstimmig bei drei Enthaltungen.
Nun sei Spenden sammeln notwendig, sagten Gerhard Brenneke und sein Schatzmeister. 27.000 müssen noch aufgetrieben werden, appellierten die beiden an die Mitbürgerinnen und Mitbürger und insbesondere auch an die Vereinsmitglieder. Grund zur Freude in Sachen „Mühlenfinanzierung“ gab es am Mittwochabend auch für denHeimatverein: Die Bäckerei Vatter, die in ihrem Wettmarer Café wie in den Burgwedeler Nachrichten berichtet, ein Mühlenbrot kreiert hatte, übergab einen Scheck über 600 Euro an den Heimatverein. 60 Cent pro verkauftem Mühlenbrot wurden von der Bäckerei Vatter für das Projekt zur Verfügung gestellt. „Wir werden das Mühlenbrot weiter im Angebot behalten“, sagte Tim Lenke, Vertriebsleiter der Bäckerei Vatter, der mit seinen Kollegen aus dem Café anwesend war. „Und wir werden weiter 60 Cent pro Brot spenden“.