Großes Besucherinteresse bei der Feuerwehr Großburgwedel

Um einen Verletzten so schonend wie möglich zu bergen, muss unter Umständen auch das Dach des Fahrzeugs abgehoben werden. (Foto: Renate Tiffe)
 
Aufwendig ist die Ausrüstung für die Atemschutzgeräteträger. Zu sehen war eine Prüfstation für das Gerät. (Foto: Renate Tiffe)

Eindrucksvolle Vorführung der Rettung bei einem Autounfall

GROSSBURGWEDEL (ti). Alle zwei Jahre lädt die Freiwillige Feuerwehr Großburgwedel am 1. Mai zu einem „Tag der offenen Tür“ ein und sie kann sicher sein, dass viele, sehr viele Einwohner der Stadt der Einladung folgen. So war es auch in diesem Jahr. Hunderte von Besuchern fanden sich am zentralen Feuerwehrgebäude am Mühlenbruchdamm ein, zeigten sich beeindruckt von den Vorführungen, den Löschfahrzeugen sowie der aufwendigen Geräteausstattung und ließen sich bei strahlendem Frühlingswetter draußen von den Feuerwehrleuten bewirten.
„Wir freuen uns über den guten Besuch“, sagte Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger, „und werten dies als Anteilnahme und Anerkennung für unsere Arbeit.“ Normalerweise werde die Feuerwehr ja nur beim lauten Tatütata wahrgenommen. Es gebe auch Leute, die fragten, ob das denn auch nachts sein müsse.
An diesem Tag präsentiert sich nun die Feuerwehr in allen Facetten. Sie hat ihre Löschfahrzeuge und Einsatzwagen aus der Garage geholt, erklärte, wie die Ausrüstung funktioniert, ließ Neugierige – im Moment gerade Mädchen - auch ans Lenkrad. In einem Extrazelt war eine Prüfstation für Atemschutzgeräte eingerichtet. Auf das Hochregallager in einer Ecke der Garage wurde hingewiesen. Schlangen von Mädchen und Jungen standen hinten auf dem Hof an, um gezielt die Wasserspritzen zu betätigen. Es gab eine Rallye für Kinder mit zehn Stationen, auf denen sie alles im Gebäude und auf dem Gelände kennenlernen konnten.
Zum Programm gehörten auch die Vorführungen im Vorhof.
Fast schon zum Standard zählen dabei die Fettverbrennungen, die es in jedem Haushalt am Herd geben kann. Als eherne Regel gilt: Bloß kein Wasser drauf gießen! Die Feuerwehrleute zeigten, was sonst passiert, wenn meterhohe Flammen aufzüngeln.
In einem großen Rund von „Schaulustigen“ umstellt – darunter vielen Kindern – wurde dann eine sogenannte Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall realitätsnah demonstriert. Eine vollständige Gruppe von 21 Feuerwehrleuten bemühte sich, einen Verletzten aus einem demolierten Opel Corsa zu bergen, „patientenorientiert“, wie der Kommentator erläuterte.
D.h. das Dach des Wagens musste abgehoben und die Tür entfernt werden, bevor das Rettungsbrett eingeschoben, und der „Verunglückte“ in den Rettungswagen transportiert werden konnte, wo regelmäßig ein Notarzt anwesend ist. Das Ganze musste schnell gehen, jeder Griff muss im Ernstfall sitzen, um die „goldene Stunde des Schocks“ für den Patienten zu nutzen, die ihm noch Heilung verspricht. Eine solcher Rettungsstandard sei europaweit einzigartig, erklärte Gerrit Eichhorn später, der die Vorführung für das Publikum in allen Einzelheiten kommentiert hatte.
Er koste viel Geld aber auch viele Übungsstunden für die Einsatzkräfte.
Eichhorn, der neben seinen Aufgaben bei der Großburgwedeler Feuerwehr auch Leiter der Ausbildung bei der Stadtfeuerwehr ist, verhehlte nicht, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr heute praktisch eine zweite Berufsausbildung hinter sich bringen, wenn sie sich vertraut machen mit den Abläufen, der Technik, den organisatorischen Hintergründen und der Gefahreneinschätzung einer modernen Feuerwehr.