Großer Andrang bei „Heizen mit Holz“ in Fuhrberg

Mit schweren Maschinen wurde auf der Messe „Heizen mit Holz“ in Fuhrberg eindrucksvoll demonstriert, wie im Schnellverfahren aus dicken Baumstämmen Holzhackschnitzel erzeugt werden. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die neu entwickelte Hackschnitzelfeuerungsanlage mit ORC-Verfahren liefert nicht nur Wärme, sondern auch Strom. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Tausende kamen zur Holz-Fachmesse auf dem Wasserwerk-Gelände

FUHRBERG (bgp). Reges Interesse herrschte unter den rund fünftausend Besuchern, die sich über alles zum Thema „Heizen mit Holz und anderen Biobrennstoffen“ informierten. Über einhundert Aussteller präsentierten schweres Gerät, kleinere Maschinen und Dienstleistungen auf diesem Fachgebiet.
Mehrere Kooperationspartner veranstalten im zweijährlichen Rhythmus die Ausstellung, welche sich sowohl an das Fachpublikum als auch an Privatinteressenten richtet. Unter der Leitung der Gastgeber Landwirtschaftskammer Hannover, Stadtwerke Hannover (enercity), der Zeitschrift „Land und Forst“ sowie weiteren Partnern verwandelten sich die Grünflächen um das Wasserwerk Fuhrberg bereits zum zwölften Mal in die Fachausstellung, welche als „die größte Messe für Heizen mit Holz“ in Norddeutschland gilt.
Besonders die großen Maschinen mit lauten Motoren stießen auf reges Interesse bei den Besuchern. Manche waren nur gekommen, um sich über das Thema „Verarbeitung von Kaminholz“ hinter dem heimischen Schuppen zu informieren, an der riesigen Holzhackschnitzelmaschine blieb fast jeder stehen. In beeindruckender Geschwindigkeit zerlegte diese dicke Baumstämme in Späne, welche gleich im benachbarten ORC-Holzheizkraftwerk verwendet werden konnten.
Die ORC-Anlage (Organic Rankine Cycle) war am Samstagvormittag eingeweiht worden. Bisher hatte enercity am Wasserwerk Fuhrberg eine Holzhackschnitzelfeuerung betrieben, die vor Ort ausschließlich für die Wärmeerzeugung genutzt wurde. Da eine Modernisierung und Erweiterung der Anlage anstand, sollte in Fuhrberg mittels Kraft-Wärme-Kopplung auch Strom erzeugt werden. Dazu sollte das ORC-Verfahren eingesetzt werden.
Statt mit Wasserdampf wird die Anlage nun mit einem organischen Arbeitsmittel betrieben, dessen Siedepunkt niedrig ist. Daher kann in ORC-Anlagen auch aus Abwärme elektrische Energie erzeugt werden. Für Heizzwecke wird die Abwärme am Kondensator des ORC-Prozesses eingesetzt und der nachwachsende Energieträger Holz deutlich effizienter als bisher genutzt. Die Entwicklung des ORC-Kraftwerkes erfolgte in enger Kooperation des Fraunhofer-Institutes für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, enercity und mehreren Zulieferpartnern für die Anlagentechnik.
Neben schweren High-Tech-Vollerntern für die Forstwirtschaft fanden sich auch Stände mit Motorsägen, Äxten, Spaltern und Schutzkleidung sowie weiterem Zubehör, welches bei der Waldpflege und zur Brennholzbearbeitung benötigt wird. Für Interessenten, die sich eine Holzheizung für den häuslichen Bereich anschaffen wollten, standen diverse Holzfeuerungsanlagen zu Auswahl, welche mit Stückholz oder automatisch mit Holzpellets beziehungsweise mit Hackschnitzeln betrieben werden.
Eine umfassende Holz- und Kaminofen-Ausstellung ließ keine Wünsche offen. Zum Aufwärmen hatten die Besucher die Möglichkeit, sich im Zelt bei der Klimaschutzagentur der Region Hannover über Fördermöglichkeiten für eine Heizanlage mit Holz- oder Biobrennstoffen zu informieren. Wer ein nachhaltiges Souvenir von der Ausstellung mitnehmen wollte, konnte sich eine kleine Eiche zum Einpflanzen abholen.