Große und kleine Stars glänzen bei der Nikolausgala

Kleine Stars mit großen Stimmen: Die Sänger des Kinderchores der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover erklären, warum Weihnachten ausfällt. (Foto: Svenja Steinseifer)

Barocke Oper vermischt mit heiterem Singspiel

ISERNHAGEN (svs). Zum ersten Mal bei der Nikolausgala im Isernhagenhof, aber „längst keine Unbekannten mehr“ – stimmgewaltig führten Sopran Jennifer Rödel und Tenor Jan Behnken durch die „etwas andere Weihnachtsfeier“. Denn die kleinen Star-Gäste der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover würzten das klassische Programm mit ungezwungener Heiterkeit.
Weihnachten? Nein, dieses Jahr nicht. Zu anstrengend. Zumindest wenn es nach den Engeln geht. Denn die haben es sich schon auf ihren Wolken bequem gemacht um von August bis zum nächsten August zu schlafen. Mit einem heiter-niedlichen Singspiel bescherte der Kinderchor der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover zusammen mit Jennifer Rödel und Jan Behnken den Zuschauern im Isernhagenhof eine ganz besondere Weihnacht.
Ein abwechslungsreicher Mix aus traditionell klassischen und lustigen Stücken zeichnete die diesjährige Nikolausgala aus. „Der Messiah wurde traditionell am Karfreitag aufgeführt“, erklärt Jan Behnken. Die Einnahmen aus der Oper von G. F. Händel seien immer den Armen und Bedürftigen zugutegekommen. Der „Messiah“, eine klassische Barockoper wechselt sich mit deutschen und slowakischen Volksliedern ab. „Ich finde es anspruchsvoll, ungewöhnlich aber es gefällt mir sehr gut“, sagt Sigrid Meldau, die jedes Jahr Gast der traditionellen Nikolausgala ist.
Besonders gelungen findet sie den Mix aus anspruchsvoller Klassik und der ungezwungenen Heiterkeit des Kinderchores unter der Leitung von Friedericke Stahmer. „Die Kinder geben mir ein echtes Weihnachtsgefühl“, sagt sie.
Denn Weihnachten fällt doch nicht aus. Tief im Tannenwald habe eine Familie nichts von den ungewöhnlichen Entwicklungen mitbekommen. Als der „Kundschaftsengel“ am 23. Dezember vorsichtig auf die Erde schielt, sieht er mit Schrecken die emsigen Weihnachtsvorbereitungen der ahnungslosen Familie.
Dann geht alles ganz schnell. Vom Himmel hoch geht’s auf die Erde, auf das es doch noch Weihnacht werde. Enttäuschen wollen die Engel schließlich niemanden. Zwischendurch erklärt Jan Behnken, woher sie eigentlich kommen, die weihnachtlichen Gestalten. So gehe die Legende vom Nikolaus auf den Bischof von Mürau zurück, einem großzügigen und charismatischen Mann. Und Knecht Ruprecht gehe wahrscheinlich auf eine Tradition aus dem Alpenland zurück. Seine negative Behaftung habe er aus dem Spätmittelalter, dem 16./17. Jahrhundert – ein Kinderschreck.
Genauso liebenswert wie das Singspiel des Kinderchores ist die Klärung der Frage, ob es den Weihnachtsmann überhaupt gibt. „Schreib an die New York Sun“, rät ein Vater seiner 8-jährigen Tochter Virginia, „wenn die sagen, es gibt ihn, dann ist das so.“ Virginia schreibt an die Zeitung und erhält eine Antwort von Francis Church.
„Es ist ein ungewöhnliches Programm“, findet Sigrid Meldau, „aber es ist toll.“ Und der Weihnachtsmann? Natürlich gebe es ihn. Er existiere so zweifellos wie Liebe und Zuwendung. „Oh weh“, schreibt Francis Church, „wie öde wäre doch die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe!“