Große Resonanz auf unsere Telefonaktion „Rauchfrei“

Endlich weg vom Glimmstängel: Das ist der Wunsch vieler unserer Leserinnen und Leser. (Foto: BZgA)
 
Tipps und Tricks zur Raucherentwöhnung gaben die Experten der der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (Foto: BZgA)

Experten gaben wertvolle Tipps auf dem Weg zum Nichtraucher

ALTKREIS BURGDORF (r/bs). Die MARKTSPIEGEL-Telefonaktion in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Weltnichtrauchertag hatte eine tolle Resonanz. Die Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung waren fast ununterbrochen im Gespräch.
Hier die häufigsten Fragen und die Antworten:
Ich rauche vor allem auf der Arbeit, besonders wenn es stressig wird. Nun will ich endlich aufhören, habe aber Zweifel, ob ich durchhalte …
Sorgen Sie in der Anfangsphase so weit wie möglich für einen entspannten Alltag. Bauen Sie bewusst entspannende Momente ein: morgens vielleicht eine kleine Teezeremonie und einen Apfel statt Zigarette, mittags einen kurzen, flotten Spaziergang, zwischendurch tiefes Durchatmen, möglichst am geöffneten Fenster, abends dann ein warmes Wannenbad. Überlegen Sie für sich, was Ihnen Entspannung bringen kann und schreiben sie die Varianten auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.

Tricks gegen Rückfälle

Abends in der Kneipe bin ich beim letzen Aufhörversuch rückfällig geworden. Kennen Sie einen Trick dagegen?
Alkohol kann zu einem echter Gegner bei der Raucherentwöhnung werden. Erstens reduziert er die Kontrollfähigkeit. Man kann sich viel schwerer „zusammenreißen“, wenn man Lust auf eine Zigarette bekommt. Zweitens ist beim Konsum von Alkohol der Griff zum Glimmstängel oft „einprogrammiert“. Drittens sind alkoholische Getränke äußerst kalorienhaltig, was es Exrauchern erschwert, nicht zuzunehmen. Man kann sich den Ausstieg viel leichter machen, wenn man in der Anfangsphase auf Alkohol verzichtet.

Ich mache gerade einen Entwöhnungskurs mit. Es wurde empfohlen, möglichst viel zu trinken. Das fällt mir sehr schwer. Ist das wirklich so wichtig?
Ja, das hält den Kreislauf in Schwung und beschäftigt den Mund, dem nach der Entwöhnung oft erst einmal die Zigarette fehlt. Empfohlen werden ca. 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Trinken Sie in kleinen Schlucken. Man kann sich an die Menge gewöhnen. Vielleicht machen Sie sich einen Trinkplan, zum Beispiel vor jedem Essen ein Viertel Liter Flüssigkeit.

Hilfe durch „Rauchfrei-Lotsen“

Ich möchte mit dem Rauchen aufhören, stehe aber damit allein auf weiter Flur. Wo finde ich Gleichgesinnte, die mich eventuell auch unterstützen können?
Auf der Website www.rauchfrei-info.de gibt es eine „rauchfrei-Community“. Die Nutzer unterstützen sich in der Zeit der Tabakentwöhnung gegenseitig. Eine besondere Rolle nehmen dabei die sogenannten „Rauchfrei-Lotsen“ ein. Das sind Menschen, die den Rauchausstieg geschafft haben, die dabei selbst oft durch Höhen und Tiefen gegangen sind und sich sehr gut in Ihre Situation hineinversetzen können. Die Rauchfrei-Lotsen wurden durch eine Schulung auf ihr Engagement vorbereitet.

Sollte ich vor dem Stopp-Tag die restlichen Zigaretten wegwerfen?
Ja, machen Sie Ihre Wohnung zu einer rauchfreien Zone. Entsorgen Sie dafür alle Utensilien, die Sie mit dem Konsum einer Zigarette verbinden. Sie können auch Ihre Kleidungsstücke, Gardinen und Kissenbezüge waschen, um sie vom Rauchgeruch zu befreien. Besorgen Sie reichlich Dinge, um Ihre Hände zu beschäftigen, z. B. Murmeln oder einen Knetball. Kaufen Sie Kaugummis, zuckerfreie Bonbons oder Obst und Gemüse, das Ihnen schmeckt, denn in einem vollen Mund hat die Zigarette keinen Platz.

Was tun gegen
Entzugserscheinungen

Wie kommt man am besten mit den Entzugserscheinungen klar?
Entzugssymptome, wie erhöhte Reizbarkeit, Müdigkeit oder starkes Rauchverlangen, können Sie durch Nikotinpflaster, -kaugummi, -lutschtabletten oder –spray aus der Apotheke mildern. Außerdem hilft Bewegung gegen Entzugserscheinungen – das haben Studien zeigen können. Und praktischerweise erhöhen regelmäßige Bewegungseinheiten auch noch das allgemeine Wohlbefinden.

Ich will ja eigentlich nicht mehr rauchen, aber ich brauche die Zigarette, um mich am Computer zu konzentrieren!
Rauchen kann durch die Freisetzung von Botenstoffen wie Noradrenalin zunächst wirklich eine höhere Aufmerksamkeit bewirken. Diese Wirkung lässt aber schnell wieder nach, die Konzentration wird danach sogar schwächer. Und bald darauf beschäftigt Sie wieder der Gedanke an die nächste Zigarette und lenkt Sie von der Arbeit ab.
Durch die Gewöhnung an das Nikotin geraten Sie regelmäßig in eine Art „Unterversorgung“ – nämlich dann, wenn die Wirkung des Nervengifts Nikotin nachlässt. Wenn diese Entzugserscheinung dann durch das Rauchen wieder weg geht, erleben Sie das als Leistungssteigerung. Sind Sie nach dem Rauchstopp erst einmal eine Zeit lang aus diesem Kreislauf heraus, fallen diese Schwankungen weg.

Übungen zur Entspannung

Bei meinen zwei bisherigen Versuchen, das Rauchen aufzugeben, war die Lust auf die Zigarette dann so groß, dass ich wieder anfing. Wie komme ich zu mehr Willenskraft?
Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass Verlangensattacken in der Zeit nach dem Rauchstopp völlig normal sind und nicht als Willensschwäche ausgelegt werden sollten. Entspannungs- und Meditationsübungen können helfen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren - auf die eigene Atmung zum Beispiel - und dadurch zur Ruhe zu kommen.
Oder Sie lenken sich ab - am besten mit Tätigkeiten, bei denen Sie unmöglich rauchen können, wie Wasser trinken, Obst essen, Kaugummi kauen, Zähne putzen … Sie können sich einen „Notfallzettel“ mit ein paar „Ablenkungsmanövern“ zulegen. Vielleicht hilft Ihnen auch ein Satz, wie: „Gedanken kommen, Gedanken ziehen aber auch weiter“.

Weitere Informationen sind erhältlich unter www.rauchfrei-info.de und über das Beratungstelefon für Rauchentwöhnung der BZgA von Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr unter Tel. 0800/831 31 31 (kostenfreie Nummer).