Grabmal-Gedächtnis aus Stein auf dem Friedhof Engensen

Auf dem Hochbeet in der Mitte der besonderen Stätte sollen einst blühende japanische Kirschbäume ein Dach über den an diesem Ort eingefügten errhaltenen Grabsteinen bilden. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von renate Tiffe- Besondere Grabsteine werden bewahrt

ENGENSEN (ti). Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Ortsrat in Engensen mit dem Plan befasst, Grabmale, deren Zeit abgelaufen ist, an einer besonderen Stelle auf dem Friedhof zu erhalten. Ein Entwurf für den Platz war seit Monaten am Eingang ausgehängt. Jetzt ist der Plan in die Wirklichkeit umgesetzt.
Hinter der Friedhofskapelle ist ein ansprechend schöner Ort geschaffen worden, wo besondere Grabsteine zum mindesten für die nächsten 20 Jahre, wenn nicht für die Ewigkeit, sozusagen als steinernes Gedächtnis des Dorfes dienen können.
Mit dem gleichen Engagement, viel Einfühlungsvermögen und einem hohen ästhetischen Anspruch mit dem Bauhofleiter Martin Rießler zur Zeit die städtischen Friedhöfe auf die Zukunft ausrichtet, ist auch der Platz hinter der Kapelle gestaltet worden.
Dominierend ist ein 13 Meter langes Hochbeet aus heimischen Sandstein angelegt worden. In dessen Mitte werden japanische Kirschbäume gepflanzt, die sich einmal wie ein Dach über die Grabsteine wölben sollen - eine wunderbare Vorstellung, wenn diese Bäume einmal blühen.
Das Staudenbeet direkt hinter der Kapelle begrenzt eine Trockenmauer. Die ersten drei Grabplatten, allerdings kleineren Formats, sind dort bereits befestigt worden.
Nach 30 Jahren ist normalerweise die Zeit der Grabstätten auf dem Engenser Friedhof abgelaufen. Die Steine und Umrandungen müssen dann entsorgt werden. Künftig kann nun durch die Umsetzung auf den besonderen Platz die Erinnerung an die Verstorbenen wachgehalten bleiben.
Die Grabsteine dürfen allerdings die Höhe von 1,20 Meter und die Breite von 1,50 Meter nicht überschreiten. Die Ausführung erfolgt durch einen von der Friedhofsverwaltung zugelassenen Fachbetrieb.
Interessierte Engenser können einen formlosen Antrag stellen, der bei der Stadt Burgwedel geprüft und genehmigt werden muss. Für diesen Vorgang sowie die Umsetzung der Grabmale ist einmalig ein Betrag von 30 Euro zu entrichten.
Mit den persönlichen Erinnerungen bleiben auf den Grabsteinen zugleich die Namen der Engensser Bürgerinnen und Bürger erhalten, die vielleicht in der Entwicklung des Dorfes einmal eine Rolle gespielt haben.
Wie Ortsbürgermeister Friedhelm Stein verriet, ist daran gedacht, die betreffenden Familien um kurze Texte zur Erläuterung der Namen zur Verfügung zu stellen. In welcher Form dies geschehen soll muss noch diskutiert werden. Eine ganz eigene Art der Geschichtsschreibung des Burgwedeler Ortsteiles könnte auf diese Weise möglich werden.
Spannend ist, zu verfolgen, ob das Beispiel Engensen in der Stadt Schule machen wird und ob auch andere kommunale Friedhöfe sich der Idee anschließen werden. Auf dem Oldhorster Friedhof soll dies bereits der Fall sein.