Gesundheitswoche startete mit bemerkenswertem Vortrag

Prof. Dr. Uwe Tegtbur, Leiter der Sportmedizin an der MHH, auf dem Podium ganz rechts, zog seine Zuhörer interaktiv in seinen Vortrag mit ein: Hier erklärt er am Beispiel des Hinsetzens die Muskelarbeit im Oberschenkel. (Foto: Hans Hermann Schröder)

TSG-Präsentation am Donnerstag in der Von-Alten-Straße

GROSSBURGWEDEL (hhs). Im Rahmen der Gesundheitswoche, die die Turnerschaft Großburgwedel aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens anbietet, fand am Montagabend als Auftaktveranstaltung unter dem Thema „Chancen und Möglichkeiten des Sports für die Gesunderhaltung von Körper und Seele“ statt.
Gut 40 Interessierte fanden sich in der Agora des Schulzentrums ein, und sie kamen alle auf ihre Kosten: Das hatte nicht zuletzt seine Ursache in dem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Uwe Tegtbur, dem Leiter der Sportmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Tegtbur stellte eingangs klar: „Wir verstehen Sport als Medizin. Je häufiger wir pro Woche Sport treiben, desto weniger Herz-Kreislaufprobleme treten auf. Sport ist Therapie“.
Im Anschluss daran begann er eine imposante Beweisführung seiner Hypothese, die er mit wissenschaftlichen Daten unterlegte. „Training kann die Durchblutung des Herzens wieder verbessern. Nach sechs Monaten Training, so haben medizinische Tests es ergeben, ist die Mangelversorgung des Herzens wieder ausgeglichen“.
Warum soll man Sport treiben? Im Normalbetrieb pumpe das Herz etwa fünf Liter Blut durch den Körper, bei sportlicher Betätigung steige der Wert bis auf etwa 13 Liter. „Das hat zur Folge, dass unser Blutdruck beim Sport steigt, er erreicht hohe Werte. Der Körper will das nicht und sträubt sich dagegen. Insbesondere an den Verengungen der Blutgefäße entstehen Kräfte. Diese Belastung führt dazu, dass sich diese Gefäße erweitern. Damit haben wir die Senkung des Blutdrucks als ganz starken Effekt der sportlichen Betätigung“.
Ein ganz natürliches und wirksames Mittel gegen Depressionen sei Sport, Laufen, Radfahren oder Schwimmen zum Beispiel, so Tegtbur. „Ausdauertraining sorgt dafür, dass im Körper die Serotoninwerte stark ansteigen. Die natürliche Folge ist eine deutliche Verbesserung der Stimmung“, so seine Erklärung. „Wer Sport treibt, hat höhere Verschaltungen im zentralen Nervensystem“. Sport helfe auch, einige Krebsrisiken zu verringern. So haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass das Brustkrebsrisiko bei Frauen um 50% sinken kann, wenn sie Ausdauertraining betreiben. Auch in der Nachbehandlung des Brustkrebses steigen die Heilungschancen bei Sport treibenden Frauen deutlich.
Viele gute Gründe also, sich über die Möglichkeiten des Sports zur Gesunderhaltung von Körper und Seele intensiver zu informieren. Die Turnerschaft bietet noch bis kommenden Samstag an allen Tagen weitere Informationsveranstaltungen zu diesem Thema an. Morgen, Donnerstag, 14. Juni stellen die vier Abteilungen des Päventions- und Rehabilitationssports der TSG ihr Sportangebot ab 10.00 Uhr in der Von-Alten-Straße vor. In Kooperation und beratend dabei sind der Internist Dr. Ulrich Eggert, die Sperber-Apotheke, das Sanitätshaus Gogowski und die Barmer GEK.
Am Freitag, 16. Juni steht der Reha Aktiv-Tag auf dem Programm. Dieser findet in der Sporthalle der Seniorenbegegnungsstätte in der Gartenstraße 10 in Großburgwedel statt. Interessierte haben die Möglichkeit, sich über das Sportangebot der Abteilung Reha und Prävention der TSG zu informieren und auch aktiv an den Kursen teilzunehmen. Die Kurse dauern etwa 30 Minuten: Um 9.00 Uhr steht Yoga auf dem Programm, um 10.00 Uhr folgt Sturzprophylaxe. Daran schließt um 11.00 Uhr ein Informationsveranstaltung „Sport für Diabetiker und Demenzkranke an. Um 12.30 Uhr heißt es Funktionsgymnastik und um 14.00 Uhr Tai-Chi. Dieser letzte Kurs dauert 90 Minuten.
Der Samstag ist als Tag des Sports für Menschen mit geistigen Behinderungen geplant und findet in der Aula der Pestalozzi-Stiftung statt. Beginn ist um 14.30 Uhr. Zunächst wird die Geschichte dieser Abteilung vorgestellt mit Fotos und Filmaufnahmen. Es werden verschiedene Mitmachaktionen angeboten und eine Aufführung der Tanzgruppe der Abteilung. 16.00 Uhr steht gemeinsames Kaffeetrinken auf dem Programm, um 16.30 Uhr gibt es die Gelegenheit, an einer Führung durch die Pestalozzi-Stiftung teilzunehmen.