„Gesundheitswirtschaft ist Niedersachsens Jobmotor“

Abteilungsleiter Jens Leonhardt, Martin Kind und Dr. Alexander Kind standen für Fragen zur Fertigung von Otoplastiken zur Verfügung. Ministerin Rundt (r.) nutzte die Gelegenheit und informierte sich eingehend über neuste Entwicklungen im 3D-Fertigungsbereich. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Sozialministerin Rundt besuchte das Unternehmen KIND Hörgeräte

GROSSBURGWEDEL (bgp) Im Rahmen des Tages der sozialen Gesundheitswirtschaft (TSGW) informierte sich die Niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitswirtschaft.
Ziele waren das Unternehmen KIND Hörgeräte in Burgwedel zur Vorstellung von Forschung und Entwicklung sowie Fachkräftegewinnung im Hörgeräte-Akustik-Bereich ebenso wie die Medizinische Hochschule Hannover mit einer Einführung in das REBIRTH-Programm.
Nach der Begrüßung der Ministerin erläuterte Geschäftsführer Dr. Alexander Kind die wirtschaftlichen Eckdaten und vermittelte einen aufschlussreichen Einblick in die Philosophie des Unternehmens KIND Hörgeräte. In der Präsentation wurde schnell deutlich, dass vor allem Wert auf den Standort Deutschland gelegt wird und die gesamte Wertschöpfungskette der Hörgeräteakustik mit den Marken KIND und audifon innerhalb des Unternehmens von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur qualifizierten Anpassung beim Kunden abgedeckt wird.
Sandra Bierod-Bähre von der Bereichsleitung Personal präsentierte Ministerin Rundt die Personalsituation der KIND Hörgeräte GmbH & Co. KG. Die geringe Mitarbeiterfluktuation von 3 %, oftmals lediglich bedingt durch familiäre Veränderungen oder Umzug, demonstriert die hohe Bindung der Mitarbeiter an das Familienunternehmen.
Der Handwerksberuf des Hörgeräte-Akustikers sei jedoch bezüglich der Fachkräftegewinnung der achtschwierigste Mangelberuf. Als größter Ausbilder dieses Berufszweiges habe das Unternehmen Schwierigkeiten, Auszubildende zu bekommen. Immerhin gäbe es zahlreiche Fördermöglichkeiten, wenn die Ausbildung zum Gesellen abgeschlossen sei, so Bierod-Bähre.
Cornelia Rundt verschaffte sich neben Fragen zur Forschung und Entwicklung sowie Personalgewinnung außerdem einen Überblick über neueste Vermessungs- und Fertigungstechniken. Jens Leonhardt, Leiter der Otoplastik-Fertigung, demonstrierte anhand der ausgestellten Muster eindrucksvoll, wie aus einer Ohrabformung mit einem CAD-Design-Scan ein Ohrstück in 3D-Fertigung aus hochwertigem Spezialkunststoff erstellt wird.
Ministerin Rundt war beeindruckt von der Schnelligkeit und Präzision der Herstellung. Leonhardt betonte jedoch, dass selbst die hochtechnische Fertigung nicht ohne die individuelle Anpassung und Fachkenntnis des Hörgeräte-Akustikers im Fachgeschäft vor Ort auskäme.
Der Kunde bekäme ein detailliert auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Produkt. Nach einer abschließenden Gesprächsrunde bei einem Imbiss im Tagungsraum des Unternehmens musste die Ministerin zur Medizinischen Hochschule eilen, um dort etwas über die neueste Entwicklung der Gewebezucht von Herzzellen zu erfahren.