Gerichtsurteil für Täter auf dem Dorfplatz in Wettmar

Geldbuße und Bewährungsstrafen für Randalierer

GROSSBURGWEDEL/WETTMAR (ti). Die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Für den Vorfall, der sich im Mai 2012 auf dem Dorfplatz in Wettmar ereignete, bei dem ein Ortsratsmitglied von Betrunkenen bedroht und tätlich angegriffen wurde, wurde jetzt im Dezember vor Gericht das Urteil gesprochen. Die Täter, darunter eine Frau, kamen mit einer Geldbuße bzw. mit Bewährungsstrafen davon.
Damals war Klaus Sommer, vom Ortsrat beauftragt, sich um den Dorfplatz zu kümmern, gerufen worden, weil dort Betrunkene randalierten. Es kam zu einer Auseinandersetzung, bei welcher der Ortsratsherr mit dem Leben bedroht und verletzt wurde. Er setzte ein Pfefferspray ein, um „noch lebend vom Platz zu kommen“ wie er danach sagte. Ein großes Polizeiaufgebot war nötig, um den Streit zu schlichten. Das Fenster eines Polizeiwagens ging zu Bruch und die Beamten mussten sich von den Tätern beschimpfen lassen.
Geklärt werden musste später als erstes die Frage, ob Sommer das Pfefferspray benutzen durfte. Das durfte er nicht. In der Verhandlung wurde ihm jedoch Notwehr zugebilligt, sodass er freigesprochen wurde. Er trat jetzt als Zeuge in dem Prozess vor dem Burgwedeler Amtsgericht auf, in dem die Angeklagten ihr Vorgehen zugaben.
Zwei der Täter waren bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt, die noch verlängert wurden. Die Frau, eine Hartz IV-Empfängerin aus Burgdorf, erhielt eine Geldstrafe von 300 Euro. Für Sommer selbst gab es noch eine Maßregelung des Richters. Man trete als Älterer mit Lebenserfahrung nicht allein auf einem öffentlichen Platz drei Betrunkenen gegenüber, sondern rufe gleich die Polizei. Außerdem sei er nicht befugt, ein Platzverbot auszusprechen.
Damit ist jetzt der Fall vor Gericht abgeschlossen. Es steht noch die Privatklage von Sommer an, der vierzehn Tage lang arbeitsunfähig war. Er fragt sich auch, wie es mit dem Begriff Zivilcourage steht, von dem heute soviel die Rede ist.
Wegggucken sei leider nicht seine Art. Ein Gutes habe der Vorfall jedoch gehabt, meint der Ortsratsherr. Seitdem herrsche Ruhe auf dem Dorfplatz. Die Jugendlichen hätten begriffen, dass man dort nicht machen kann, was man will und der Platz sei leichter sauberzuhalten.