Geplante Stromautobahn sorgt für Aufregung und Unverständnis

Trasse soll durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete führen

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (bs). Fuhrberg, Kleinburgwedel, Wettmar, Thönse, Engensen, Oldhorst und Kirchhorst in Isernhagen – durch diese Ortschaften soll die von Netzbetreiber TenneT und TransnetBW geplante 800 Kilometer lange Stromautobahn, die sogenannte Sued.Link-Trasse führen.
Sie soll von 2022 an große Mengen Windstrom vom Norden in den Süden bringen und dort die Stillegung mehrerer Atomkraftwerke kompensieren. Laut Zeitplan der Betreiber ist ein Baubeginn im Jahre 2016 ins Auge gefasst. Rund 70 Meter hoch werden die Masten sein, also etwa 1,50 Meter höher als die Nabe des im Fuhrberger Feld stehenden Windrades Calendula.
Netzbetreiber TenneT zufolge war das Ziel, SuedLink so zu planen und zu bauen, dass Mensch und Umwelt optimal geschützt werden und Eingriffe in Siedlungsgebiete oder die Landschaft so gering gehalten werden, wie es irgend möglich ist: Zuerst wurden zwischen Anfangs- und Endpunkt der Leitung sogenannte Grobkorridore von etwa 15 Kilometer Breite entwickelt. Im zweiten Schritt wurde die Route um Städte und Dörfer, Naturschutzgebiete, Industrieflächen, Schulen oder Krankenhäuser herumgelegt.
Hehre Worte, die, was die Kommune Burgwedel betrifft, ad absurdum geführt werden: Die Trasse läuft quer durch das Wasserschutzgebiet und durch Burgwedels größtes Landschaftsschutzgebiet, den Forst Rundshorn, vorbei an Fuhrberg, quer durch die beiden Naturschutzgebiete Kienmoor und Trunnenmoor, vorbei an Kleinburgwedel und weiter mitten durch den Raden mit Burgwedels wertvollen Eichen- und Buchenwaldbeständen, an Thönse vorbei über den Oldhorster Friedhof mitten durch das Oldhorster Moor mit seinen wertvollen Feuchtgebieten mit Brut- und Rastplätzen für Kraniche und andere Zugvögel. Darüber hinaus ist das Oldhorster Moor Teil des Niedersächsischen Moorschutzprogramms und eines der wenigen noch renaturierbaren Hochmoore Niedersachsens.
Entsprechend groß war die Aufregung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger nach Bekanntwerdung der Trassenführung. Wobei in erster Linie die Verschandelung der Landschaft und die Gefährdung wertvoller Naturräume moniert wurden. Stimmungen und Stellungnahmen zu diesem Thema lesen Sie auf Seite 6.