Genug Zeit zum Stöbern

Der „Lange Bücherei-Abend“ kam positiv bei den Besuchern an. Annette Blikslager (l.) informierte bei der Veranstaltung über die Verwendung gesunder Fette und Öle in der Ernährung und riet zum „Ölwechsel in der Küche“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Positive Resonanz auf ersten „Langen Bücherei-Abend“

Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Mit dem Veranstaltungsformat „Langer Bücherei-Abend“ lockten Leiterin Jutta Busch und ihr Team zahlreiche Besucher an. Die Öffnungszeit wurde am Dienstagabend einmalig auf 21.00 Uhr ausgeweitet. Besonderer Anziehungspunkt ab 17.00 Uhr war der Stand von Ernährungstherapeutin Annette Blikslager, die mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Fette und Öle informierte.
Zur üblichen Nachmittagsöffnung ab 15.00 Uhr kommen schon die ersten Besucher, die von dem besonderen Angebot erfahren haben. „Im Laufe des Nachmittags hatte ich allein drei Ehepaare, die sich über E-Book-Reader und die Ausleihe informiert haben“, freut sich Silvia Besener vom Bücherei-Team über die positive Resonanz.
Am späten Nachmittag füllt sich die Bücherei zusehends, denn Annette Blikslager hat zum Thema „Ölwechsel in der Küche“ ihren Stand mit Raps- und Olivenöl, Nüssen und Smoothie-Zutaten aufgebaut.
Zahlreiche Gäste scharen sich um den Tisch, um die Ausführungen der Ernährungsfachfrau genau zu verfolgen. Die interessierten Zuhörer fragen viel und stellen dabei fest, dass sie einige Dogmen der Ernährung nach aktuellen Erkenntnissen wieder über Bord werfen können. „Butter statt Margarine“ ist so ein Punkt, der für Erstaunen sorgt.
Blikslager führt aus, dass Margarine industriell mit vielen chemischen Zusätzen hergestellt wird, um sie streichfähig zu halten. Die „gute alte Butter“ sei daher allemal besser. Vor allem aber sei es wichtig, höchstens ein Drittel tierische Fette zu sich zu nehmen und bei der Verwendung von pflanzlichen Ölen darauf zu achten, die richtige Wahl zu treffen. In Raps-, Kürbis- und Olivenöl seien wertvolle Fettsäuren enthalten.
Die Öle sollten „nativ“, also kaltgepresst sein, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren. Lediglich Olivenöl sei geeignet, um moderat erhitzt zu werden und Gemüse anzubraten, rät die Expertin. Das Gemüse sollte allerdings gleich in die Pfanne gegeben werden, damit das Öl nicht zu heiß wird. Auch Kokosöl sei gut zum Braten geeignet. Werde Pflanzenöl über den „Rauchpunkt“ erhitzt, gingen die wertvollen Fettsäuren verloren und „Transfette“ bildeten sich.
„Diese können sich in den Gefäßen anlagern“ erklärt die Ernährungstherapeutin den schädlichen Effekt. Das Trendthema „Smoothies“ bringt die Erkenntnis, dass zu viel des Guten auch schädlich sein kann, da der Kauvorgang entfällt und der fruchteigene Zucker zu schnell ins Blut geht. Beim Genuss der ganzen Früchte und Gemüse sei das nicht der Fall, fasst Blikslager zusammen.
Im vorderen Bereich, wo sich der Büchereialltag abspielt, reißt der Besucherstrom während der Kernzeit nicht ab. Eltern mit Kindern kommen vorbei und die ganz Kleinen machen sich jauchzend über die Bilderbücherkisten her, während der etwas ältere Nachwuchs im Kinder- und Jugendbuchbereich stöbert. Aus aktuellem Anlass gehen bei den Erwachsenen auch Bücher über gesunde Ernährung reihenweise über den Tisch. Das Bücherei-Team ist zufrieden, dass die Premiere vom „Langen Bücherei-Abend“ insgesamt gut angenommen wurde. Besucherin Susanne Dannhauer freut sich über die erweiterte Öffnung an diesem Abend, da ihre Arbeitszeiten einen Besuch der Bücherei oft nicht zulassen: „Heute kann ich mal in Ruhe stöbern“, sagt sie lächelnd.