Gemeinde Isernhagen ehrt Ehrenamtliche

Bürgermeister Bogya und dankte Ortrud Schneider für ihr „überwältigendes Engagement“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Stellvertretend für die 103 Mitglieder der Laienspielgruppe Stelle nahmen Hugo Berkelmann, Sonja Lehmann und Christel Kabke den Bürgerpreis von Arpad Bogya entgegen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Bürgerpreis für Ortrud Schneider und Steller Laienspielgruppe

ISERNHAGEN (bgp). Die Gemeinde Isernhagen hatte zum "Tag des Ehrenamtes" in den Isernhagenhof eingeladen. Rund dreihundert in Vereinen und Verbänden ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger wurden von Bürgermeister Arpad Bogya für das große Engagement zum Wohl der Allgemeinheit gewürdigt.
Besonderer Höhepunkt der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung ist die Verleihung des Bürgerpreises der Gemeinde Isernhagen, der jeweils an eine Einzelperson und an eine Gruppe verliehen wird. In diesem Jahr wurde Ortrud Schneider, die sich über viele Jahre im Deutschen Roten Kreuz und der Kommunalpolitik im Jugend- bis hin zum Seniorenbereich eingesetzt hat, die Ehre des Bürgerpreises zuteil. Als Gruppe mit besonderem Engagement für die Integration wurde die Laienspielgruppe Stelle von 1948 als Preisträgerin 2017 ausgewählt.
Ortrud Schneider habe sich bereits in jungen Jahren ehrenamtlich eingesetzt, hob Bogya ihren "Lebenslauf beim DRK" hervor. Bereits 1980 sei Schneider in das DRK Ortsverein Isernhagen eingetreten, schon bald habe sie Führungsaufgaben übernommen. Von 1997 bis 2016 hatte sie das Amt der ersten Vorsitzenden im Ortsverein Isernhagen inne, im Jahr 2008 wurde ihr die Goldene Ehrennadel der Gemeinde Isernhagen verliehen, 2012 erhielt sie die Auszeichnung mit der Landesverbandsverdienstmedaille.
"Mit großer Begeisterung führte und lenkte sie die Geschicke dieses großen Ortsvereins mit Bereitschaftsarbeit, Jugendrotkreuz, Seniorenarbeit, Kleiderkammer", zählte der Bürgermeister neben zahlreichen anderen Aktivitäten auf. Schneider sei eine "über die Maßen engagierte Persönlichkeit mit außergewöhnlicher Hilfsbereitschaft für sozial schwächere Menschen", lobte Bogya und dankte Schneider in seiner Laudatio für ihr "überwältigendes Engagement in den vergangenen Jahrzehnten".
Stellvertretend für die 103 Mitglieder der Laienspielgruppe Stelle von 1948 kamen Hugo Berkelmann, Sonja Lehmann und Christel Kabke auf die Bühne, um die Ehrung mit dem Bürgerpreis von Arpad Bogya entgegen zu nehmen. "Mit einem Integrationsprojekt fing alles an", würdigte der Bürgermeister die Erfolgsgeschichte der Gruppe, die sich um Hans-Georg Bretzke in einer Scheune hinter dem Gasthaus "Zum Maikäfer" in Stelle gründete. Sie sei bei den Vorbereitungen für ein Ernte-Dank-Fest entstanden und war der Versuch, die Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg zu integrieren.
Gruppenvertreter Hugo Berkelmann stand seit seiner Kindheit auf der Theaterbühne und startete bei den Laienspielern als Kofferträger in dem Stück "Das weiße Rössl". Seit 1971 engagiert er sich als Vorsitzender und Sprecher der Gruppe. Beheimatet waren die Laienspieler 67 Jahre lang im Steller Gasthaus "Zum Maikäfer", bis 2015 der Pachtvertrag der Wirtsleute auslief.
"Neben dem Theaterspiel initiiert die Gruppe seit über 40 Jahren den Martinsumzug in Kirchhorst - in Zusammenarbeit mit den Ortsfeuerwehren Stelle und Kirchhorst und dem Musikzug Bilm", hob Bogya lobend hervor. Ebenso organisiere die Gruppe Theaterfahrten, Sommerfeste, Kinderweihnachtsfeiern und sei auch bei den Festumzügen des Zehntfestes immer dabei gewesen.
Wie wichtig interkulturelle Kompetenz nicht nur im Ehrenamt, sondern auch im Alltag ist, vermochte Referentin Silke von Hoffmann anschaulich darzustellen. Das gelte nicht nur im Umgang mit Menschen aus anderen Nationen, sondern beginne vor der Haustür, wenn man im Kreis von Mitbürgern aus Emden nichts verstehe, weil sie Plattdeutsch sprächen, merkte sie humorvoll an.
Der laut Bogya als "Gummi-Pantomime-Clown" bezeichnete "Herr Niels" kam zufällig gebürtig aus Emden und konnte die Worte der Referentin in Anbetracht seiner Plattdeutsch sprechenden Verwandtschaft nur bestätigen. Damit hatte er den komödiantischen Bogen geschlagen zu seinem Auftritt mit atemberaubender Körperbeherrschung, die für Begeisterung sorgte. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es für die Gäste noch ein großes Büffet mit vielen Leckereien, die keine Wünsche offen ließen.