Garagenflohmarkt Engensen fand im Regen statt

Gebrauchte Kinder und Damen-Kleidung. Kamps Scheune war beim "Garagenflohmarkt" voll davon. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - Initiatoren waren dennoch mit dem Erlös zufrieden

ENGENSEN (ti). Der erste Garagenflohmarkt in Engensen – er hatte noch einmal ein richtig großes Dorfereignis zum Sommerende werden sollen. Alles war bestens vorbereitet. 67 Familien hatten ihre Zusagen gegeben. Und dann? Pünktlich zur Eröffnung um 11 Uhr am Sonnabendmorgen kam der Regen und hörte den ganzen Tag nicht auf. Der Flohmarkt fand trotzdem statt - wenn auch ohne den zu erwartenden großen Besucheransturm.
„Schade“, „musste nicht sein“, „richtig gemein“ wurden Stimmen am sogenannten „Sozialstand“ rund um die alte Eiche mitten auf dem Dorfplatz laut. Dort hatten Dorfbewohner ihre – abgelebten - Schätze zusammengetragen, die nicht mit einer eigenen Garage aufwarten konnten.
Es gab einfach alles von Geschirr und Büchern, vorzugsweise Kochbücher, über Nippes aller Art bis zum Kaninchenstall und einem hölzernen Wagenrad. An einer Leine hingen nagelneue Badeanzüge und ein ebensolches Paar Herrenschuhe stand davor. „Alles Spenden“, freute sich Elisabeth Bähre, eine der beiden Initiatorinnen des Garagenflohmarktes, und konnte am Ende einen gar nicht so geringen Verkaufserlös vorweisen.
Verwaist standen die Tische mit den verregneten Herbstgestecken. Ein paar Schritte weiter am Kuchenstand war mehr Betrieb. „50 Kuchen und Torten sind zusammengekommen“, berichtete Ortsbürgermeister Friedhelm Stein voller Stolz, der sich für den Garagenflohmarkt im Ortsrat eingesetzt hatte. Hier hatten die Käuferinnen und Käufer den Vorteil, dass sie sich gleich nebenan im Dorfgemeinschaftshaus zu einer gemütlicheren Kaffeerunde niederlassen konnten.
Regenschirm-bewehrt und in Kapuzenjacken vermummt waren erstaunlich viele Flohmarktbesucher unterwegs. Bunte Luftballons zeigten die Standorte an, die über das ganze Dorf verteilt waren. Ein Lageplan und eine sorgfältig erstellte Liste mit den Angeboten im einzelnen halfen weiter. So wurden auch abgelegeneren Stellen erreicht, wie am Mühlenweg wo Margrit Forstreuter-Künstler sich mit zwei weiteren Austellerinnen zusammengetan hatte.
Wäsche von früher und bäuerlicher Hausrat wie Waschbrett und Schlachtemolle waren auf ihrem Stand zu sehen. „Alles Dinge, die man eigentlich nicht braucht, die einen aber erfreuen“, meinte die andere der beiden Intitiatorinnen des Flohmarktes. Voll des Lobes äußerte sie sich über das spontane Engagement der Engenser.
Quer durch die Scheune aufgereiht konnten sechs „Flohmarktbetreiberinnen“ unbeeinflusst vom Regen ihre Dinge ausbreiten. Auffallend der Stand von Daniela Frank, die viele Meter lang ausschließlich Kinderkleidung weitergeben wollte, säuberlich sortiert nach Größen von 92 bis 134. „Was da im Laufe der Jahre alles zusammenkommt“, staunte eine Besucherin. Auch Damen- und Motorradbekleidung wurde feilgeboten. Das Fazit hier: „es hat sich gelohnt“.
Zu dieser Überzeugung kam am Ende auch Friedhelm Stein. Immerhin 1400 Euro waren als Erlös von Kuchen- und Sozialstand sowie von Spenden für die Kasse des Dorfes zu verbuchen. Wie sie verwendet werden, darüber werde der Ortsrat entscheiden. Es gebe schon viele Vorschläge, so Stein.
Einen hatte schon Elisabeth Bähre gemacht: Ein Spielgerät für den Dorfplatz müsse her, damit Kinder nicht überall herumturnen müssten, wo es manchmal auch nicht ungefährlich ist.