Ganoven, leichte Mädchen und eine Hochzeit im Pferdestall

Mit der berühmten „Dreigroschenoper“ endet die aktuelle Spielzeit des Theaters am Berliner Ring in Burgdorf. (Foto: Jochen Quast)

„Dreigroschenoper“ am 4. Juli im Theater am Berliner Ring

BURGDORF (r/bs). Am Freitag, 4. Juli endet die aktuelle Spielzeit des Theaters am Berliner Ring. Als abschließendes Saison-Gastspiel des Theaters für Niedersachsen präsentieren der VVV und die Stadt Burgdorf die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill.
Die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr. Für die Zuschauer besteht das Angebot, um 19.30 Uhr an einer kostenlosen Einführung in die Bühnengeschehnisse teilzunehmen. Theaterkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Internet unter www.vvvburgdorf.de erhältlich. Für Mitglieder des VVV und Jugendliche gibt es Ermäßigungen.
Die Bühnenhandlung spielt sich im zwielichtigen Londoner Stadtteil Soho ab. In dieser Hochburg des Verbrechens teilen sich zwei unumschränkte Ganovengrößen die Herrschaft über das kriminelle Gewerbe: Bettlerkönig Jonathan Peachum, für den die Armut der anderen nur der persönlichen Bereicherung dient, und Gangsterboss Mackie Messer, dessen Schandtaten dank bester Beziehungen zum Polizeichef stets ungesühnt bleiben. Bislang haben die beiden Rivalen eine direkte Konfrontation vermieden und ihren gegenseitigen Hass verdrängt. Doch als Mackie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Peachums Tochter Polly in einem Pferdestall heiratet, bricht die lang schwelende Feindschaft zwischen ihnen offen aus. Bettlerkönig Peachum ist jetzt fest überzeugt, dass er sein mühsam aufgebautes Imperium nur retten kann, wenn er Mackie Messer endgültig ausschaltet. Deshalb bedroht und erpresst er den Polizeichef, seinen Gegner endlich für seine Verbrechen dingfest zu machen. Auf abenteuerlichem Weg gelingt dem in Enge getriebenen Gangsterboss im buchstäblich allerletzten Moment die Flucht vor dem drohenden Galgen …
Die Uraufführung der „Dreigroschenoper“ fand am 31. August 1928 in Berlin statt. Kurt Weill schrieb zu Bertolt Brechts packender Bühnenhandlung eine Musik, die sich durch eine mitreißende Melange aus Jazz-, Tango-, Blues- und Bänkelgesangs-Elementen auszeichnet und ironische Seitenhiebe auf Oper und Operette enthält. Nach dem überwältigenden Premierenerfolg entwickelte sich das „Stück mit Musik“ zu einem dauerhaften Welterfolg des deutschsprachigen Musiktheaters. Lieder wie „Die Moritat von Mackie Messer“, „Die Seeräuber-Jenny“ oder der „Salomon-Song“ gingen als Ohrwürmer in die Musikgeschichte ein. Vor allem das „Mackie Messer“-Lied erklang als „Mack the Knife“ auch in der anglo-amerikanischen Unterhaltungsmusik in unzähligen Versionen. Für das Schauspielensemble und die MusicalCompany des Theaters für Niedersachsen ist dies die erste gemeinsame Produktion, bei der die Zuschauer ein grandioses Bühnenspektakel erwartet. In der Inszenierung von Bettina Rehm spielen und singen in den Hauptrollen Martin Molitor, Jens Krause, Michaela Allendorf und Magdalene Orzol.