Fundsachen Versteigerung brachte 1.400 Euro für die Stadt ein

Dieses Fahrrad erbrachte den Spitzenerlös von 170 Euro ein. Versteigerer Harald Rietz war die Freude darüber anzusehen.

Fahrrad wechselte für 170 Euro den Besitzer

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Donnerstag hatte die Stadt Burgwedel zu ihrer Fundsachen Versteigerung zur Rathausterrasse eingeladen. Das ist unter Radfahrern immer ein Geheimtipp, hier finden sich hochmoderne und uralte Räder meistens für einen Bruchteil ihre Neuwertes. Mit etwas Glück findet man hier genau das Rad, was man eigentlich schon immer haben wollte. In diesem Jahr hatte Harald Rietz, im Bauamt der Stadtverwaltung für öffentliche Flächen zuständig und im Privatleben überzeugter Radfahrer, hatte das Amt des Versteigerers übernommen.
Rietz erschien im schwarzen Anzug mit einem Zylinder auf dem Haupt, um, wie er sagte, der Fundsachen Versteigerung ein wenig den Ernst zu nehmen. 38 Fahrräder standen zur Versteigerung, drei Tretroller, ein Gehstock, Isolationsmaterial für Rohre und einiges an Kleinkram. Insgesamt sollte etwa 80 Fundsachen an den Mann bzw. die Frau gebracht werden.
Die Regeln fasste er noch einmal kurz zusammen: Gesteigert werde nur in Euroschritten, oder in Fünfer- und Zehnerschritten. Wer die Hand hebt, muss laut und deutlich sein Gebot abgeben. Barzahlung gelte vom Grundsatz her wie auch schon in den Vorjahren. Ab hundert Euro könne man aber auch mit Kreditkarte zahlen. Alles was keinen neuen Besitzer findet, wird verschrottet.
Dann eröffnete Rietz die Versteigerung mit einem Fahrrad: „Kein guter Zustand“, so der Kommentar des Versteigerers, aber ordentlich Luft auf die Reifen und das hintere Schutzblech müsse gerichtet werden, und schon reckte sich die erste Hand gen Himmel und mit lauter Stimme erscholl „Ein Euro!“ Es blieb weiter ruhig. Keine Gebote. Ein junger Mann war nun neuer Besitzer dieses Fahrrades.
Das nächste Modell machte einen besseren Eindruck. Schnell hatte Rietz die Gebote bis zehn Euro angenommen, dann hatte er ein Einsehen und mit seinem dritten Hammerschlag freute er sich: „Der erste Schein heute! So kann das weitergehen“. Ein Herrenrad holten die Mitarbeiter des Bauhofs vor die Rathausterrasse: Marke Kettler, Modell Alurad A, so Rietz. Da wussten die Eingeweihten, dass nun zum ersten Mal ein lebhaftes Bieten stattfinden würde.
Wie immer begann es in Ein-Euroschritten, dann erhöhte ein mann auf Zehnerschritte und eine Frau zog nach. Schnell waren die beiden allein und nahe hundert Euro. Dann wurde es etwas holprig und plötzlich rief Rietz: „Da sind die hundert Euro“, und schon boten die beiden weiter munter gegeneinander. Irgendwie musste die Frau unmissverständlich klar gemacht haben, dass sie die Versteigerung in jedem Fall mit diesem Kettler-Fahrrad verlassen wollte. Für stolze 170 Euro konnte sie sich ihren Traum erfüllen. Dieses Gebot in Höhe von 170 Euro wurde an diesem Nachmittag auch nicht mehr übertroffen, erklärte Versteigerer Harald Rietz gestern gegenüber den Burgwedeler Nachrichten. Insgesamt brachte die Veranstaltung 1.400 Euro ein. Vier Fahrräder konnte Rietz nicht losschlagen. Von den anderen Fundsachen blieben fünf übrig.