Frühlingsfrisch in Großburgwedel

Die Jugendfeuerwehr Großburgwedel war wieder mit von der Partie. Neben vielem Unrat machten die Jugendlichen ihren größten Fund: Ein Fahrrad. (Foto: B. Garms-Polatschek)
 
Eine große Gruppe der Pestalozzi-Stiftung ist wieder engagiert bei der Sache. Hier fischen Daniel Beutler (l.) und Janina Springer einen alten Blumentopf und jede Menge leere Glasflaschen aus dem Gebüsch am Pappelweg. (Foto: B. Garms-Polatschek)

Siebzig Helfer bei Flurreinigung unterwegs

GROSSBURGWEDEL (bgp). Ein altes Fahrrad, einen Feuerlöscher, viele Reifen und noch mehr Unrat fischten die emsigen Helfer bei der Müllsammelaktion „Der große Rausputz“ aus Büschen, Gräben und Gestrüpp rund um Großburgwedel. Die Aktion wird alljährlich vom Ortsrat initiiert, musste in diesem Jahr jedoch wegen Schnee und Eis Anfang März verschoben werden.
Am Sonnabendmorgen war es endlich soweit: Mit Handschuhen, roten Müllsäcken und Sammelzangen ausgerüstet werden die rund siebzig Sammler der Jugendfeuerwehr, Pestalozzi-Stiftung, Schützenverein und Jugendpflege auf die Fahrzeuge verteilt. Einige Mitglieder des Ortsrates und Einzelpersonen sind ebenfalls mit von der Partie. Vom Treffpunkt am Markt werden alle an der Peripherie des Ortes verteilt, wo sie sofort loslegen. Was sich dort alles findet, ist immer für eine Überraschung gut: Eine eingerollte Matratze, sogar ein abgebrochener Leitpfosten oder Eisenstangen landen nach Abschluss der Aktion im Container.
Rund um den Pappelweg schleppt die Gruppe der Pestalozzi-Stiftung massenweise Müll zum Wagen. Marco Jochens hat einen undefinierbaren runden Metallgegenstand gefunden und begutachtet ihn. Er vermutet, dass es sich um ein Autoteil handelt, während Janina Springer einen Schwung leere Schnaps- und Bierflaschen auf dem Arm anschleppt und Julia Baun kopfschüttelnd eine Gardinenleiste präsentiert. Unglaubliche Mengen an Unrat haben die Mitglieder der Gruppe innerhalb von fünfzehn Minuten eingesammelt. Unter ihnen auch Michael Nottbohm, der seit vielen Jahren immer an der Müllsammelaktion teilnimmt. Er habe etwas „sehr stinkendes“ gefunden, sagt er, und berichtet von der Sammlung rund um den Großburgwedeler Bahnhof: „Dort haben wir sogar einen Feuerlöscher gefunden“.
Die Großburgwedeler Jugendfeuerwehrgruppe betätigt sich derweil im Gewerbegebiet. Von dort aus sammelt sie in Richtung Südkreisel und am Schulzentrum. Eine kleine Stärkung gibt es zwischendurch von der örtlichen McDonalds-Filiale, die Proviant für die Gruppe spendiert. Der stellvertretende Jugendwart, Jörg Hendricks, verfügt über langjährige Erfahrung und ist trotzdem immer wieder erstaunt, was die Leute in die Landschaft werfen: „Am Schulzentrum haben wir am meisten Müll eingesammelt.“ Im Gewerbegebiet nahe der südlichen Umgehungsstraße sei aufgefallen, dass viele LKW dort parkten und an Ort und Stelle ihre Abfälle entsorgten. „Dieses Jahr war aber nicht extrem, da hatten wir schon wesentlich mehr“, fasste Hendricks zusammen. Dennoch erstaunt ihn, dass seine Truppe am Busbahnhof des Schulzentrums sogar leere Waschmittelflaschen und benutzte Windeln aufgesammelt hat.
Zufrieden über die getane Arbeit treffen alle Sammler gegen 12.15 Uhr am städtischen Bauhof ein und werfen reihum ihren Müll in den bereitgestellten Container, der am Ende gut gefüllt ist. Das alte Fahrrad sieht gar nicht so schlecht aus, der Hinterreifen müsste mal geflickt und eine neue Kette aufgezogen werden. Ein Fall für die Fahrradwerkstatt im Jugendzentrum Wiesenstraße findet Jonas von der Jugendpflege und packt es gleich in das Fahrzeug, bevor alle wieder aufsitzen. Jetzt geht es ab zum Feuerwehrhaus, da wartet schon ein leckeres warmes Essen, das von vielen fleißigen Händen liebevoll vorbereitet wurde.