Fronleichnamsprozession führt durch die Innenstadt

Altar auf der Rathaustreppe von St. Paulus-Burgwedel gestaltet

BURGDORF/BURGWEDEL (r/hhs). Zum ersten Mal führt die Fronleichnamsprozession der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde am Sonntag, 22. Juni durch die Burgdorfer Innenstadt. Geplant war dieses schon im Vorjahr. Wegen des Auehochwassers fand die Prozession dann jedoch auf der altbekannten Route, rund um die St. Nikolaus-Kirche statt. Der Festtag des an diesem Sonntag gefeierten Fronleichnamsfestes beginnt um 10.00 Uhr mit einer Eucharistiefeier am Fuße des Rodelberges im Stadtpark. Nach dem Gottesdienst führt der Weg der Prozession durch den Schlossgarten, über den Spittaplatz, vorbei an der St. Pankratius-Kirche zum ersten Altar auf den Stufen des Rathauses 1 in der Marktstraße. Diesen gestaltet der Familienkreis der St. Paulus-Kirchengemeinde Großburgwedel.
Der weitere Weg führt über die Marktstraße zur Grünanlage Am Wall. An diesem Altar wird die Kolingsfamilie die Fürbitten vortragen. Die Prozession mit dem Allerheiligsten in der Monstranz, die von Pfarrer Martin Karras und Diakon Hartmut Berkowsky getragen wird, bewegt sich dann über das Celler Tor in die Straße Im Langen Mühlenfeld zum vierten, dem ökumenischen Altar, in der St. Nikolaus-Kirche. Pastor Paul von der evangelischen St. Paulus-Kirchengemeinde träg das Evangelium des Sonntages vor und Reinhild Bielinski die Fürbitten im Sinne der Ökumene.
Das Fronleichnamsfest, das den Beinamen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" trägt, wurde zum erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich fest eingeführt. Es erfreute sich bei der Bevölkerung relativ schnell einer großen Begeisterung, was vor allem auf die prachtvollen Fronleichnamsprozessionen zurückzuführen ist. Bei diesen Prozessionen trägt der Priester die "Monstranz", in welcher die Hostie verwahrt wird, durch die Straßen, während ihm die Gemeinde folgt. An insgesamt vier verschiedenen Altären werden Fürbitten gebetet und Segenssprüche verteilt. Dieser Form der Prozession, die auch heute noch beibehalten wird, lässt sich aufgrund von Zeugnissen bis mindestens auf das Jahr 1273 zurückdatieren, als in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession abgehalten wurde. Für das Jahr 1277 ist außerdem die erste Prozession für die Stadt Köln verbrieft. Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, begangen, dem 60. Tag nach dem Ostersonntag, und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Fronleichnam ist immer auf den Tag genau zwei Monate nach dem Karsamstag. Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst. Im Anschluss an die Prozession findet im Pfarrgarten das alljährliche Gemeindefest statt.