Friseur-Innung Burgdorf sprach 16 Auszubildende frei

Gruppenbild zum Abschluss der Ausbildung: Die Friseurinnung Burgdorf und ihr Obermeister Hartmut Segebarth, ganz rechts, freuten sich über 16 junge Leute, die die Gesellenprüfung erfolgreich abgelegt haben.
 
Alicia Liedtke, links vorn, war Lehrgangsbeste und erhielt ein Buchgeschenk von ihren Prüfern Petra Segebarth, Irmgard Pietras, Hartmut Segebarth und Gerhard Klaus.

„Täglich das Gewöhnliche außergewöhnlich gut tun“

BURGWEDEL (hhs). An einem erfolgreichen Ende einer handwerklichen Ausbildung steht immer die sogenannte Freisprechung. „Freisprechung“ hat insofern etwas mit einem „Freispruch“ vor Gericht zu tun, dass der Freigesprochene anschließend tun und lassen kann, was er will. Er ist Herr über seine Entscheidungen, kann diese vollkommen ungebunden selbst treffen. Das ist nun für die 16 freigesprochenen Friseure der Friseur Innung-Burgdorf auch so. Während der Ausbildung war das anders: Die jungen Leute mussten zu Beginn ihrer Ausbildung ein Lehrversprechen vor ihrem Meister ablegen, das Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ehrlichkeit, um nur einige zu nennen, beinhaltete. Davon wurden die 16 am Montag im Restaurant Marktkieker in Großburgwedel entbunden. Sie sind jetzt Gesellinnen und Gesellen, ein Berufsnachwuchs, der die Betriebe hoffen lässt.
Die Prüfungen in den unterschiedlichen Bereichen hatten in den vergangenen Tagen stattgefunden. Praktische Teile mit Arbeitsproben waren von den jungen Leuten zu erledigen, auch die Theorie kam nicht zu kurz dabei. Mit dem Gesellenbrief wurden am Ende auch die Zeugnisse der Berufsbildenden Schule verteilt. Einige der erfolgreichen Junggesellinnen und -gesellen hatten damit auch ihren erweiterten Realschulabschluss in der Tasche. Das erfreut die Ausbilder jedes Jahr aufs Neue, denn das Erreichen dieses Abschlusses zeugt immer von besonderer Einsatzbereitschaft der Auszubildenden im schulischen Bereich.
Dass die Stadt Burgwedel die Freisprechungen im Handwerk sehr ernst nimmt, zeigte sich wieder in der Teilnahme des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Heinz Visel aus der Fraktion der Grünen. Visel ging auf die Veränderungen im Berufsbild der Friseure ein. In den vergangenen Jahren habe der berufliche Weg weggeführt von den klassischen Fertigkeiten wie Waschen, Schneiden, Färben und Stylen hin zu einer Vielzahl neuer Dienstleistungen und Anforderungen. „Es erwartet Sie auch nach der Ausbildung keine Langeweile“, freute er sich. Die jungen Leute hätten nun ihre berufliche Grundausstattung in der Tasche. Er riet ihnen, mit Weiterbildung immer auf dem neusten Stand zu bleiben. Abschließend zitierte Visel das Motto des Innungsmeisters Hartmut Segebarth: „Das Beste, was Sie bekommen können“, laute dieses. Dieses Motto gelte auch für die möglichen Arbeitgeber und Kunden der Freigesprochenen: „Das Beste, was Sie bekommen können“.
Der Leiter der Berufsbildenden Schule Burgdorf Gerhard Klaus riet den Junggesellinnen und -gesellen, eine im Leben erreichte „Ziellinie“ immer auch als Startlinie zu Neuem zu sehen. „Der erste Eindruck ist immer wichtig“, fuhr er fort. Die jungen Leute müssten mit ihrer Erscheinung und der Qualität ihrer Arbeit überzeugen. Ein Friseur gebe seinen Kunden Hilfen zur Selbstfindung. Das Ergebnis werde dann von der Gesellschaft beurteilt. „Jeder neue Look wird das Feedback der Gesellschaft finden. Das heißt für den Friseur. Zeigen Sie Respekt vor der Individualität Ihrer Kunden, indem Sie deren Ausstrahlung stärken“.
Oberinnungsmeister Hartmut Segebarth gab den erfolgreichen Auszubildenden mit auf den Weg, sie mögen ihren Ehrgeiz beibehalten, sich weiter bemühen, besser zu sein als der Durchschnitt. „Bringen Sie Ihre Qualität an den Kunden“, riet er. „Berufliche Fortbildung ist Ihr Werkzeug dafür. Bemühen Sie sich, täglich das Gewöhnliche außergewöhnlich gut zu tun“. Dann erfolgte die Freisprechung und die Vergabe der Gesellenbriefe und Zeugnisse.

Die Gesellenprüfung haben bestanden:
Kim-Jasmin Ehlers (Burgdorf/Betrieb Matthias Tomczak, Burgdorf), Justin Franziska Eichner (Burgdorf/Friseur Klier, Burgdorf), Sarah Hoffmann (Lehrte/Salon Kerstin Winn, Lehrte), Cord Klein (Hannover/ Salon Evelyn Metz, Isernhagen), Dominique Kramann (Isernhagen/ Betrieb Leine VHS, Laatzen), Alicia Liedke (Lehrte/Salon Jutta Nieberg, Burgdorf), Egzonita Mjeku (Burgdorf/Ausbildungsbetrieb Leine VHS, Laatzen), Maria Naumann (Sehnde/ FB-Friseurbetrieb, Lehrte), Aydan Petek (Ronnenberg/Salon Nevsiye Petek, Ronnenberg), Nane Rohmann-Niemann (Uetze/Salon Matthias Tomczak, Burgdorf), Laura Schäfer (Burgwedel/Salon Mandy Ristenpart, Burgwedel), Ewgenija Schipowalow (Isernhagen/Salon Bianca Freund, Mellendorf), Alexandra Schüttle (Algermissen/Betrieb Heike Famulla, Hannover), Resan Sevimli (Nordstemmen, Salon Ulrich Kania, Hannover), Ann-Alica Weiß (Burgdorf/Salon Oliver Loheit, Burgdorf), Murat Yaman (Lehrte, Salon Gülistan Ürek, Lehrte).