Friedhelm Stein bleibt Ortsbürgermeister in Engensen

Der neue Engenser Ortsrat (v.l.): Heinz Schröder (WEB), Joachim Lücke (SPD), Friedhelm Stein (WEB), Anne Wolny und Joachim Schrader (CDU). (Foto: Renate Tiffe)

CDU enthält sich der Stimme bei der Wahl

ENGENSEN (ti). Bei der Kommunalwahl im September hatte die „Wählergemeinschaft Engenser Bürger“ (WEB) einen Sitz und damit die Mehrheit im fünf Köpfe zählenden Engenser Ortsrat verloren.
Stattdessen ging das Mandat an die SPD. Die CDU ist weiter mit zwei Sitzen vertreten. Bei der konstituierenden Sitzung am vergangenen Donnerstag wurde Friedhelm Stein erneut zum Ortsbürgermeister gewählt. Sein Stellvertreter ist Joachim Lücke.
Die zahlreiche Zuhörerschaft, die größer war als bei der konstituierenden Sitzung im Burgwedeler Stadtrat, dazu die angespannten Gesichter der neu gewählten Ortsratsmitglieder, ließen darauf schließen, dass nicht alles glatt gehen würde bei der Zusammensetzung des neuen Ortsrates.
Die Verpflichtung der Ortsratsmitglieder und die Pflichtenbelehrung wurde ohne persönlichen Handschlag auf das Nötigste beschränkt. Vor der Wahl des Ortsbürgermeisters verlas Ortsratsherr Joachim Schrader eine lange Erklärung, in der er begründete, warum sich die CDU der Stimme enthalten würde. Seiner Aussage zufolge, war Stein vorher einem gemeinsamen Gespräch aus dem Wege gegangen. Stein äußerte sich nicht dazu.
Bei der anschließenden Wahl des Stellvertreters zeigte sich sozusagen des Pudels Kern. Mit den Stimmen der WEB und seiner eigenen wurde Joachim Lücke zum stellvertretenden Ortsbürgermeister gewählt. Der Anspruch der CDU als zweitstärkster Fraktion den Posten zu besetzen, wurde beiseite geschoben - und das obwohl Lücke, SPD-Fraktionsvorsitzender, kurz vorher im Stadtrat in einer ähnlichen Wahlsituation die Rechte seiner Partei ebenso geltend gemacht hatte.
Immerhin gab es Gratulationen per Handschlag. Die CDU versprach eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Dorfes und Stein sagte ebenfalls zu, sich zu bemühen.
Die derzeit gereizte Stimmung im Dorf spiegelte sich auch in der Einwohnerfragestunde wider. Ein Engenser warf der CDU Wählerbetrug vor, weil anstelle von Fritz Papenberg Joachim Schrader in den Ortsrat eingezogen ist. Da konnte allerdings Bürgermeister Axel Düker eingreifen, der in der Sitzung anwesend war.
Er relativierte das große Wort, indem er darauf hinwies, dass es jedem Gewählten freistehe, das Mandat anzunehmen oder nicht. Wie es hinterher hieß, hatte Papenberg wegen der Querelen mit Stein verzichtet.
Aber wie es so ist in Engensen: nach der Sitzung trafen sich alle gemeinsam zum Umtrunk in der „Alten Post“. Friedhelm Stein hatte „zur Familienfeier“ eingeladen. Er selbst hatte auch ein besonderes Ereignis zu feiern. Vor Beginn der konstituierenden Sitzung hatte Düker ihm die Silberne Ehrennadel der Stadt für 15 Jahre Ratsarbeit verliehen, davon 10 Jahre im Burgwedeler Stadtrat. Bei der offiziellen Ehrung im Amtshof hatte Stein nicht anwesend sein können.