Frauen lernen Nähen und Handarbeiten im Treffpunkt

Die Frauen sind mit Freude in der Näh- und Handarbeitsstube des Treffpunktes Interkulturelles Miteinander dabei. Unterstützt werden sie von (v. r.) Claudia Sommer, Regina Gresbrand und Holger Hornbostel. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Suzan Ansim freut sich über die gut gefüllten Kisten mit Wolle und Material für die Näh- und Handarbeiten. Weitere Stoff- und Wollspenden sind willkommen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Arbeitsgelegenheit für Migrantinnen startete Anfang Oktober

GROSSBURGWEDEL (bgp). Eine Arbeitsgelegenheit zur Integration in zweierlei Hinsicht startete am 1. Oktober im Treffpunkt Interkulturelles Miteinander. Dort erlernen Frauen internationaler Herkunft im Projekt "Näh- und Handarbeitsstube" praktische Fertigkeiten, die als Vorbereitung auf das Erwerbsleben von Vorteil sind. Ebenso werden kulturelles Miteinander und Deutschkenntnisse gefördert.
Projektleiterin Regina Gresbrand von der Initiative Interkulturelles Miteinander hatte die Idee zu einer Näh- und Handarbeitsstube als Integrationsmodus schon länger mit sich herumgetragen. Im Sommer 2015 bot sich die Chance, in Kooperation mit dem Jobcenter und dem Diakonieverband Hannover-Land sechs Plätze für Arbeitsgelegenheiten in den Räumen des Treffpunktes in der Von-Alten-Straße zu schaffen.
Diese Arbeitsgelegenheiten wurden früher als "Ein-Euro-Jobs" bezeichnet und richten sich an Personen, die das Arbeitslosengeld II beziehen oder auf Grund anderer Richtlinien dafür in Frage kommen. Sechs Frauen nehmen nun regelmäßig an der Maßnahme teil und bekommen aus einem Pool von sieben ehrenamtlichen Frauen Kenntnisse in Näh- und Handarbeiten vermittelt. Außerdem tauschen sich die Frauen untereinander über verschiedene Techniken und Muster aus.
Die große Spendenbereitschaft der Bürger ermöglichte eine rasche Ausstattung der Näh- und Handarbeitsstube mit den nötigen Materialien. Der Hausfrauenbund, der regelmäßig einen Nähtreff in der Seniorenbegegnungsstätte unterhält, stellte außerdem eine weitere Nähmaschine als Leihgabe zur Verfügung. Ein gespendeter Webstuhl wird demnächst in Betrieb genommen.
Rodica Dogaro aus Moldawien ist begeistert von der Arbeit in dem Projekt und die Fertigkeiten, die man dort erlernt: "Das sind Werte in uns Frauen, die weitergegeben werden. Wir lernen Schritt für Schritt und haben so Bausteine für unsere Zukunft, können vielleicht das Hobby zum Beruf machen. Wir sind sehr dankbar, dass die Damen uns diese Kunstfertigkeit beibringen und Zeit für uns haben. Sie haben so viel Geduld und zeigen uns jede Kleinigkeit“.
Dogaro betonte, dass im Kulturtreff Deutsch gesprochen werde und es wichtig sei, in der Sprache weiterzukommen. Die Teilnahme an der Maßnahme sei für sie eine echte Bereicherung: „Wir kommen raus, können den Alltag hinter uns lassen und unseren Horizont erweitern. Hier ist ein Nest und es ist wunderbar, dass es so etwas gibt."
Neben den Ehrenamtlichen vom Interkulturellen Miteinander erfahren die Frauen Unterstützung von Holger Hornbostel, Diakon und Sozialarbeiter beim Diakonieverband Hannover-Land, der sie in vielen Dingen berät und beispielsweise bei persönlichen Problemen oder Bewerbungen hilft.
"Wir sehen unsere Aufgabe in der Integration von Menschen", erklärt er das vorrangige Ziel des Verbandes. Das gilt auch für Claudia Sommer, Teamleiterin des Jobcenters Hannover. Sie und ihr Team stehen in vielen Fragen zur Seite, suchen Träger für Arbeitsgelegenheiten und unterstützen bei der Integration in den Arbeitsmarkt. "Wichtig ist, dass die Arbeitsgelegenheiten gemeinnützig und im öffentlichen Interesse sind. Sie dürfen nicht den Wettbewerb beeinträchtigen", so Sommer.
Die Handarbeiten, welche die Frauen in der Näh- und Handarbeitsstube anfertigen, werden daher für einen guten Zweck verwendet. Die Stadt Burgwedel erhält Babydeckchen, die für neu ankommende Familien als Willkommensgabe gedacht sind. Regina Gresbrand, die außerdem die Initiative Kunst und Kultur für Kinder in Burgwedel leitet, freut sich über den Segen aus der Handarbeitsstube. Sie kann viel mehr Kinder, die sonst keine Möglichkeit zur Teilhabe am kulturellen Leben haben, in Musik- und Theaterprojekte aufnehmen, da durch die Arbeit der Näh- und Handarbeitsstube mehr Kostüme zur Verfügung stünden.
Wer sich näher informieren möchte, kann am Samstag, 10. Oktober 2015, zum Treffpunkt Interkulturelles Miteinander kommen, der im Rahmen der Veranstaltung „Burgwedeler Automeile“ geöffnet ist. Um 11.00 Uhr findet eine Kinder-Malaktion statt, bei der Seifenkisten-Autos bunt angemalt werden, mit denen ab 15.00 Uhr ein Seifenkisten-Rennen auf dem Hof veranstaltet wird.