Formelles „Aus“ erfolgt 2019

Zum Stichtag am 31. Juli 2019 soll die Albert-Schweitzer-Schule formell aufgehoben werden. Auf Wunsch des Rates wird die Stadtverwaltung mit der Region und der Landesschulbehörde über die Einrichtung eines „Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrums“ (RZI) verhandeln, das im Verwaltungstrakt der Schule eingerichtet werden könnte. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Albert-Schweitzer-Schule wird aufgehoben

GROSSBURGWEDEL (bgp). In der vergangenen Sitzung des Stadtrates Burgwedel wurde offiziell beschlossen, was im Schulausschuss auf Vorschlag der Stadtverwaltung schon einstimmig empfohlen wurde.
Die Förderschule mit dem Schwerpunkt „Lernen“ in Großburgwedel soll zum Stichtag 31. Juli 2019 formell „aufgehoben“ werden. „Das ist ein schwerer Tagesordnungspunkt“ sprach Ratsherr Sebastian Müller (CDU) vor der Abstimmung manchem Ratsmitglied aus der Seele.
Vor dem Hintergrund der niedersächsischen Gesetzgebung zur Umsetzung der Inklusion durften Kinder mit einem festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt „Lernen“ ab dem Jahr 2013/14 nur noch im Primarbereich (Klasse 1) oder ab Klasse 5 inklusiv an Regelschulen eingeschult werden. Kinder, die zu diesem Zeitpunkt bereits die Förderschule „Lernen“ besuchten, konnten in dieser Schulform bleiben.
Somit verringerte sich die Schülerzahl in der Albert-Schweitzer-Schule zusehends, sodass im Schuljahr 2018/19 nur noch 11 Kinder auf drei Jahrgänge verteilt die Schule besuchen werden. „So ist weder ein Schulleben noch Angebotsvielfalt möglich“, hielt der Vorsitzende des Schulausschusses, Jochen Rödiger (SPD), fest.
Die Förderschule wird laut Stadträtin Christiane Concilio jedoch in Form einer Kooperationsklasse so lange weitergeführt, bis die verbleibenden Kinder einen Schulabschluss erreicht haben. Auf diese Lösung habe man sich seitens der Stadtverwaltung mit der Leitung der Albert-Schweitzer-Schule und der Schulaufsicht verständigt. Als Nachfolge für die Räumlichkeiten stehe die Offene Ganztagsschule auf dem Plan.
Die Stadtverwaltung hätte als Schulträger die Förderschule auf Basis der Bestandsschutzregelung im niedersächsischen Koalitionsvertrag noch bis maximal Ende des Schuljahres 2027/28 fortführen können. Darauf habe man aber wegen der geringen Schülerzahlen verzichtet, so Concilio. Ein kleines Trostpflaster hatte die erste Stadträtin noch im Gepäck.
Die Stadtverwaltung werde mit der Landesschulbehörde und der Region über die Einrichtung eines „Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrums“ verhandeln, wenn der Rat dieses wünsche. Der sprach sich geschlossen dafür aus, diese vom Land getragene Beratungseinrichtung zu allen Fragen der sonderpädagogischen Förderung nach Burgwedel zu holen und im Verwaltungstrakt der Albert-Schweitzer-Schule unterzubringen.