Förderschüler erlebten Sonnenfinsternis im Live-Stream

Professionelle Übertragungstechnik im Vordergrund, während Utz Schmidko, in der roten Weste, seinen Schülerinnen und Schülern den Ablauf der Sonnenfinsternis erklärte. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Astronomisches Ereignis war Thema im Unterricht

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der gestrige Freitag bot ein ganz besonders seltenes Naturschauspiel: Über der Nordhalbkugel fand eine „partielle Sonnenfinsternis“ statt. Den Begriff „partiell“ nutzen Astronomen immer dann, wenn der Monde, der bei einer Sonnenfinsternis zwischen Sonne und Erde hindurch bewegt und dabei die Sonne nicht ganz verdeckt.
Diese astronomischen Ereignisse sind sehr selten. Die letzte totale Sonnenfinsternis fand hier am 11. August 1999 statt. Die Schülerinnen und Schüler und auch das Kollegium der Albert-Schweitzer-Förderschule in Großburgwedel konnten die gestrige partielle Sonnenfinsternis live miterleben.
Ihr Lehrer Utz Schmidtko ist Vorsitzender des Vereins Sternwarte St. Andreasberg. Er hatte Spezialteleskope, Kameras, Stative und alles andere mitgebracht, um das Ereignis zu fotografieren und auf Leinwand darzustellen. Um 9.30 Uhr begann Schmidtko mit der Übertragung. Das Kollegium hatte das Thema Sonnenfinsternis im Unterricht behandelt.
Warnschilder wiesen darauf hin, dass es gefährlich ist, ohne besondere Schutzbrille in die Sonne zu schauen. Sie schien allerdings auch so grell an diesem Morgen, dass man den direkten Blick kaum aushalten konnte.
Langsam schob sich die Scheibe des Mondes von rechts vor die Sonne. Alle paar Minuten fotografierte Utz Schmidtko den Fortgang des Ereignisses. Dann war auf den Bildern deutlich zusehen, dass die auf dem Bildschirm rot abgebildete Sonne rechts eine deutliche Delle bekam. Diese wuchs langsam.
Die Aufmerksamkeit wuchs ständig, bis die Sonne nur noch als heller Ring die dunkle Mondscheibe umstrahlte. Unterdessen herrschte unten auf dem Schulhof der Förderschule Dämmerung, so dunkel war es geworden. Die Temperatur war um ein paar Grad gesunken.
Dann ab etwa 11.00 Uhr wurde es wieder heller und wärmer. Der Mond gab wieder mehr Licht von der Sonne frei. Die Schülerinnen und Schüler werden dieses Erlebnis sicherlich im Gedächtnis behalten.
Auf den Faröer-Inseln allerdings, wo man totale Sonnenfinsternis angekündigt hatte, war nicht viel davon zu sehen. Der Himmel war von Wolken verhangen.