Florian Schroeder präsentiert Kabarett für Kopf und Bauch

„Entscheidet Euch“ forderte Florian Schröder die Zuschauer im Amtshof auf. (Foto: Dana Noll)

Neues Bühnenprogramm begeisterte die Zuschauer

GROSSBURGWEDEL (dno). „Entscheidet Euch“, fordert Florian Schroeder in seinem neuen Bühnenprogramm. Und die Burgwedeler haben sich entschieden – für einen schönen Abend im Amtshof mit dem Kabarettisten.
Die Karten waren am vergangenen Mittwochabend restlos ausverkauft. Gespannt warteten 180 Besucher um 20 Uhr auf das Multitalent aus Baden-Württemberg. Viele hier sehen den Entertainer nicht zum ersten Mal live, denn Schroeder gehört mittlerweile zur Topliga der Kabarettszene.
Bereits mit 14 Jahren stand er bei Harald Schmidt auf der Bühne und imitierte in 30 Sekunden zahlreiche Prominente. Nach Abitur und Zivildienst ging Schroeder zum Rundfunk und wird Moderator. 2000 gehörte er zum Kabarettquartett HEINZ! und startete 2004 sein erstes Soloprogramm. Nebenbei schreibt er Bücher („Hätte, hätte Fahrradkette“), bekommt Preise (ffn Comedy Award), moderiert Veranstaltungen (Mainzer Medien Disput) und hat zahlreiche Auftritte in Hörfunk und Fernsehen.
Einmal im Monat empfängt er auf der Comedy Bühne in der „Spätschicht“ im SWR die bekanntesten Comedians und Kabarettisten des Landes. Dem Hörfunk ist er aber treu geblieben und präsentiert auf 1Live (WDR), SWR1, radio eins (RBB) und hr1 zu festen Zeiten seine beliebten Radiokolumnen.
Mit dem dynamischen Song „Run, Boy, Run“ von Woodkid steigt er in sein neues Programm „Entscheidet Euch“ ein und springt nicht minder dynamisch auf die Bühne. Mit einem „Hallo Großburgwedel“, begrüßt er die Zuschauer und fügt augenzwinkernd hinzu „mein Lieblingsort“, bevor er zwei Stunden Wortwitz, Schlagfertigkeit und Kabarett auf gutem Niveau präsentiert. Dabei orientiert er sich weniger an seinem Namensvetter Atze (Schröder), sondern vielmehr, so der Eindruck, an dem Humor von Dieter Nuhr. Wortspielereien und Parodien wechseln sich ab mit Witz und Satire.
In seinem vierten Bühnenprogramm verrät er, warum Kant mit Katzenberger überfordert gewesen wäre und hält für die Besucher die ultimative Formel für eine lange Partnerschaft bereit.
Und es bekommt Jeder sein Fett weg! Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel („Die Raute“), Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit („Die Flughafenpleite“), Philosoph Arthur Schopenhauer („Der Bushido der Philosophie“) oder Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen („Die Foto-Uschi“). Sogar vor dem Papst macht er nicht halt.
Schroeder erklärt uns den Mindestlohn, untersucht den freien Willen und kommentiert die gescheiterten Großprojekte in Deutschland. Die Lacher sind auf seiner Seite. Auch, als er, wie könnte es auch anders sein in Großburgwedel, Christian Wulff parodiert. Längst nicht so gut wie das Original, aber dennoch komisch.
Er selbst sagt, seine neue Show ist politisch-philosophisch-psychologisches Gutachten für Intellektuelle oder die, die sich einmal so fühlen möchten. Stimmt.