Flachsbart lobte Jägerschaft: „Jagd ist angewandter Naturschutz“

Im vollbesetzten StadtHaus eröffnete Hans-Otto Thiele (r; Röddensen) die Mitgliederversammlung 2016 der Jägerschaft Burgdorf. (Foto: Georg Bosse)
 
„Die Jagd ist angewandter Naturschutz,“ goss Dr. Maria Flachsbarth (l; CDU/MdB) Wasser auf die Mühlen von Jägerschafts-Vorsitzenden Hans-Otto Thiele (rechts). (Foto: Georg Bosse)

Vortrag zu den Ursachen und Problemen schwacher Fasanenbestände

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Aus Sicht der Bundesregierung sei die Jagd angewandter Naturschutz. Mit diesem Statement eröffnete die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Maria Flachsbarth, im StadtHaus ihr Grußwort an die Mitglieder der Jägerschaft Burgdorf, die sich zu ihrer Mitgliederversammlung 2016 versammelt hatten.
Mit ihrem Statement bereitete die Christdemokratin den 400 anwesenden Jägerinnen und Jägern eine große Freude. Seit etwa 30 Jahren beschreiben die Waidmänner damit sehr zutreffend die inhaltliche Leitlinie ihre Handelns.
Im weiteren Verlauf ihrer Rede erläuterte die Politikerin einige Details zur Änderung des EU-Waffenrechts und kündigte an, dass zum Bundeswaldgesetz ein Gesetzgebungsverfahren „im Rohr“ sei: „Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mit viel Liebe zum Wild und zur Natur wichtige Aufgaben für die Gesellschaft erledigen“. Zum Stichwort „Wolf“ führte Flachsbarth aus: „Der Wolf besitzt höchsten Schutzstatus mit Tötungsverbot. Daher bin ich der tiefen Überzeugung, dass ein konfliktfreies Miteinander nur im Zusammenspiel zwischen (Hunde-)Tierhaltern, Landbesitzern und der Jägerschaft möglich ist“.
Zuvor hatte der Vorsitzende der Jägerschaft Hans-Otto Thiele aus Röddensen unter anderen den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister und Ehrenpräsident des Deutschen Jagd Verbands Jochen Borchert und den CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Joachim Deneke-Jöhrens sowie die stellvertretende „Pferdeland-Vorsitzende“ Gaby Muhle, Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und Burgdorfs stellvertretende Bürgermeisterin Simone Heller namentlich begrüßt. Die Gastgeberin erinnerte daran, dass jeder 130. Niedersachse Jäger/in sei und beglückwünschte den Hegering Isernhagen, der für sein Schleiereulen-Projekt mit dem ersten Platz des Natur- und Umweltpreises der VGH ausgezeichnet worden war. „Aus Achtung vor der Schöpfung esse ich eher lieber frisch erlegtes Wildbret, als Fleisch aus der Massentierhaltung“, schloss Simone Heller ihr Grußwort.
Der Fasanenbestand ist unter Druck. Ursachen und Gegenmaßnahmen stellte Martin Meyer-Lührmann, Jägermeister und Bezirksvorsitzender der Jägerschaft Bersenbrück, ausführlich dar. Demnach sei der Fasanenbestand im Laufe der vergangenen zehn Jahre um bis zu 80 Prozent weggebrochen, weil der Nachwuchs ausgeblieben ist. „Nur rund 46 Prozent der Gelege werden erfolgreich bebrütet. Ihnen und den Fasanenhennen droht auch noch die Gefahr durch die natürlichen Feinde Fuchs, Marder und Greifvögel. Darüber hinaus werden viele Gelege aller Bodenbrüter wegen freilaufender Hunde während der Anleinpflicht aufgegeben. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und das Überleben des Fasanenbestands zu sichern, ist die Bejagung der Beutegreifer ebenso notwendig, wie das Auswildern autochthoner (bodenständig) Fasane“, so Meyer-Lührmann.
Hans-Otto Thiele lobte noch einmal ausdrücklich Peter Völcker aus Brelingen für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement im Naturschutz. Zum Schutz heimischer Artenvielfalt und als Rückzugsort unter anderem für Insekten hat Völcker eine Biotopvernetzung von der Reithalle bis zum Brelinger Berg geschaffen, die von ihm auch gepflegt wird. Dafür wurde er 2015 mit dem Umweltpreis der Gemeinde Wedemark bedacht. Folke Hein, ebenfalls aus derm Hegering Wedemark, und Werner Wiemers vom Hegering Burgwedel wurden von Hans-Otto Thiele mit Urkunden und Verdienstnadeln besonders geehrt.