„Film ab“ für aktive Integration von Flüchtlingen in Sportvereinen

Gregor Dehmel (hinten, 3. v. r.) verkündete freudig die Bewertung der Jury für den Beitrag der Realschule Isernhagen: Bester Deutscher Schülerfilm. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Schülerteam der Realschule Isernhagen gewann KWN-Filmwettbewerb

ISERNHAGEN (bgp). Gregor Dehmel, Projektleiter des Vereins Politik zum Anfassen, hatte am vergangenen Montag im Vereinshaus des TSV Isernhagen gute Nachrichten im Gepäck. Mit dem Beitrag "Ankommen in Deutschland - Wie Flüchtlinge in Sportvereinen integriert werden" überzeugte das junge Filmteam der Realschule Isernhagen die Jury des Wettbewerbs "KWN - Kid Witness News" und errang den ersten Platz als bester Deutscher Schülerfilm.
Achtzehn Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrganges der Realschule Isernhagen erarbeiteten den Wettbewerbsbeitrag in einem Wahlpflichtkurs mit Schulleiter Jens Könecke an der Spitze. Gemeinsam mit Medien-Experten des Vereins Politik zum Anfassen näherten sie sich dem Thema sowohl inhaltlich als auch technisch.
Das Ergebnis der intensiven Arbeit ist ein Kurzfilm, der eindrucksvoll demonstriert, wie sehr sportliche Verbundenheit im Team die Integration von Flüchtlingen erleichtert. Beispielhaft wird der TSV Isernhagen dargestellt, der eine bunt gemischte Mannschaft aus dreizehn- bis achtzehnjährigen B-Jugendspielern und neun Flüchtlingen unterschiedlicher Altersstufen betreut. In kleinen Szenen kommen Beteiligte zu Wort.
Adam aus Syrien berichtet von den Entbehrungen auf der Flucht über das Meer und den langen Fußmarsch mit seiner Frau, ein Kameraschwenk auf seine Hände unterstreicht eindrucksvoll, wie sehr er um Worte für das Erlebte ringt. Über den Sport sagt er: „Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und ist nett zu mir". Mannschaftskamerad Eric wirkt erschüttert angesichts des Elends, das er auf der Flucht gesehen hat. Er kam aus der Elfenbeinküste nach Deutschland. Ihm mache es Freude, das zu tun, was er schon immer gerne getan hat: „Fußball ist mein Leben seit ich ein Kind war", sagt er im Film.
Die Sequenzen zwischen den Einzelbeiträgen zeigen, mit wie viel Spaß die Mannschaft bei der Sache ist. Trainer Sven Jellen lässt im Film die sprachliche Barrierefreiheit der Sportart durchblicken: „Man schmeißt einen Ball ins Feld und schon spielen alle Fußball. Da wird niemand ausgegrenzt".
Die Jury war des Lobes voll für die Verfilmung des Themas. Gregor Dehmel verlas bei der „Weltpremiere“ die Bewertung, die vor allem starke Bilder und emotionale Geschichten unterschiedlicher Perspektiven positiv hervorhob. Ebenso wie das Filmteam können sich auch die Sportler und deren Betreuer in ihrem Beitrag für die Gesellschaft bestätigt sehen: „Ein Film, der Hoffnung macht, weil er emotional bewegend zeigt, wie Integration im Alltag beginnen kann", lautet das abschließende Urteil der Jury.
Die Hoffnung der Filmschaffenden richtet sich nun auf die Bewertung im internationalen Vergleich der Finalrunde, die sie nach Rio de Janeiro führen könnte. Schon im Vorjahr wurde eine Schülergruppe der Realschule Isernhagen in Singapur für einen der besten sieben Schülerfilme weltweit mit dem "Best Witness Award" ausgezeichnet.