Feuerwehr übte Rettung aus luftiger Höhe im Fuhrberger Feld

Rettung aus 80 Meter Höhe: Die vermeintlich in Not geratene junge Frau wird festgeschnallt an ihren Retter langsam am Seil herunter gelassen.
 
Stephan Ventker, in der Mitte hinten ohne Helm, gibt letzte Anweisungen an das Team. Der Aufstieg wird etwa eine Viertelstunde dauern.

Jeder Retter nimmt 20 Kilogramm Ausrüstung mit nach oben

FUHRBERG (hhs). Dienstagmorgen war eine Übung unter dem Titel „Höhenrettung an der Windkraftanlage Calendula in Fuhrberg“ angekündigt worden. Pünktlich um 9.00 Uhr fanden sich an Fuhrbergs bekanntestem Windrad einige Feuerwehrfahrzeuge ein, von der Berufsfeuerwehr Hannover und den Ortswehren Großburgwedel, Wettmar und Fuhrberg. Und natürlich kamen knapp einhundert neugierige Burgwedeler, die sich dieses seltene Spektakel einmal anschauen wollten. Die letzte Übung war vor ein paar Jahren für einen Tag im Februar geplant worden, entfiel aber wegen 20 Zentimeter Neuschnee und Minus 10° C.
Diesmal lief alles nach Plan. Die Sonne schien vom blauen Himmel, die Feuerwehrleute freuten sich auf diese Übung. Es ist auch für sie nicht einfach, die Zustimmung der Betreiber für derartige Übungen zu erhalten. „Das muss man auch ein wenig verstehen“, erklärte Stephan Ventker, Chef der 40 Höhenretter bei der hannoverschen Berufsfeuerwehr, die Zusammenhänge. „Die Anlagen müssen abgeschaltet werden und verdienen kein Geld“. Dann blickte er in die Runde auf die anderen vier Anlagen im Fuhrberger Feld und schmunzelte: „Keines dreht sich, es ist absolut windstill“. Heinz Visel, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der drei älteren Windkraftanlagen, schmunzelte ebenfalls: „Einen besseren Tag für die Übung als heute hätten wir gar nicht finden können“. Er freue sich auf die Übung, die einen realen Hintergrund habe: Es könne immer zu Unfällen kommen, wenn Monteure oben im Inneren eines Windrades arbeiten müssten. Schon ein gebrochener Arm mache den Abstieg über die Leiter unmöglich. Und wie solle man anders bei Infarkten oder Schlaganfällen vorgehen. Höhenrettung mit Abseilen müsse zwingend geübt werden.
Zunächst dauerte es etwas, bis die Höhenretter ihre Ausrüstung angelegt hatten. „Unsere Leute müssen das gesamte notwendige Equipment mit nach oben nehmen, denn meistens weiß niemand ganz genau, auf welche Notlage man oben im Kopf der Anlage trifft. Und noch einmal schnell nach unten die etwa 250 Sprossen der Leiter hinunter klettern, ist keinesfalls drin“. Seine Männer seien allesamt voll ausgebildete Feuerwehrlaute. Sie müssen zusätzlich über eine Ausbildung als Rettungsassistent verfügen und schließlich über eine Ausbildung als Höhenretter. „Wir sind alles ausgebildet für Spezialfälle und werden überall dort eingesetzt, wo die normale Feuerwehr nicht nicht ausreicht. Wir machen alle Rettungen aus der Höhe und aus der Tiefe“.
Unterdessen hatte alle Einsatzkräfte ihre Ausrüstung angelegt: Gurte, Seile, Helme, Karabiner, alles in allem gut 20 Kilogramm pro Mann. Eine junge Frau war auch ausgerüstet worden. Die Journalistin wollte sich von oben „retten“ lassen. Und sie war gleich als Zweite an der Reihe. Festgeschnallt an ihren Retter wurde sie langsam aus knapp 80 Metern Höhe an einem Seil hinuntergelassen.
Im Anschluss waren dann die Profis der 1. Gruppe von der Fachgruppe Höhenrettung, wie die Einheit korrekt heißt, von der Rettungswache 5 in Hannover an der Reihe. Und schließlich auch einige Kameraden der drei Burgwedeler Ortsfeuerwehren, die sich abseilen ließen aus luftiger Höhe. Die Übung sei ein tolles Erlebnis gewesen, da waren sich abschließend alle einig.