Feuerwehr in Burgwedel – „noch ausreichend aufgestellt“

 
Stadtbrandmeister Ingo Motl gab in der CDU-Gesprächsrunde „Talk am See“ einen Sachstandsbericht zur Burgwedeler Feuerwehr ab. (Foto: Renate Tiffe)

Erstes Thema bei der CDU-Veranstaltungsreihe „Talk am See“

GROSSBURGWEDEL (ti). Die Umgebung idyllisch, die Themen, wenn nicht brandaktuell so doch im künftigen Stadtrat als nächste anliegend: „Talk am See“ nennt die CDU ihre neue Veranstaltungsreihe am Springhorstsee.
Erster Gegenstand der Gespräche war die Freiwillige Feuerwehr, deren langerwarteter Bedarfsplan ab Oktober in der politischen Diskussion stehen soll. Der Stadtbrandmeister Ingo Motl stand den Christdemokraten und ihren Gästen Rede und Antwort.
Motl begrüßte ausdrücklich die Gelegenheit zur Darstellung seiner ehrenamtlich tätigen Institution in der Öffentlichkeit. Anders als in früheren Zeiten sei die Feuerwehr heute ein Dienstleitungsunternehmen, das von den Kommunen vorgehalten wird zur Bewältigung von Krisen binnen kürzester Zeit, betonte er am Anfang.
Die Aufgabenstellung sei vielschichtig. Zur Zeit stehen etwa 300 Kräfte zum Einsatz bereit, 279 Männer und 20 Frauen. Das sei gegenüber dem Jahr 2001 ein geringfügiger Rückgang, als es noch 312 Aktive gab. Die Fluktuation sei bei den Männern höher als bei den Frauen.
Sie zeigen das gleiche Engagement und auf sie könne er tagsüber bei der Alarmierung zurückgreifen, wenn die Männer an anderen Orten arbeiten. Nur wenige Firmen stellten ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit zur Verfügung und die dürften nicht überstrapaziert werden.
Die Alarmsicherheit sei immer ein Thema bei der Feuerwehr. Dank geschickter Organisation sei Burgwedel in der glücklichen Lage, keine Ausbildungsdefizite zu haben. Der Nachwuchs bei der Jugendfeuerwehr zähle zur Zeit 100 Mitglieder. Da müsse viel getan werden. Motl sprach besonders die anwesenden Kleinburgwedeler an.
Auch bei den Kleinlöschmeistern unter 10 Jahren müsse geworben werden. Die Konkurrenz u.a. durch die Sportvereine sei groß. Insgesamt sei die Personaldecke aber noch ausreichend bei der Burgwedeler Feuerwehr, auch was den Altersdurchschnitt angeht, resümierte er. Probleme sehe er in Zukunft vor allem bei den Führungskräften. Deren Aufgaben seien nun einmal mit viel Arbeit verbunden.
Mit etwa 200 Einsätzen pro Jahr muss in Burgwedel gerechnet werden, bei steigender Tendenz. Der Stadtbrandmeister erinnerte an die Starkregenfälle vor einigen Wochen. Er ließ aber auch nicht unerwähnt, dass heute schnell die 112 angewählt werde, wo früher schon mal ein auf der Straße liegender Ast selbst aufgehoben wurde.
Zur technischen Ausrüstung führte Motl aus, dass Löschfahrzeuge etwa 25 Jahre lang eingesetzt werden. Der Altersdurchschnitt in Burgwedel beträgt 11 Jahre – was nicht ausschließt, dass es in Wettmar und Fuhrberg Ersatzbeschaffungen geben muss. Oldhorst müsse unbedingt einsatzfähig bleiben.
Motl räumte mit der Vorstellung auf, dass der Feuerwehrbedarfsplan einzelne Ortswehren herausgreifen werde. Bei dessen Bewertungsschema gehe es immer um das Konzept für das gesamte Stadtgebiet. Wie der Stadtverbandsvorsitzende Rainer Fredermann sagte, der den „Talk am See“ leitete, stelle der Bedarfsplan eine besondere Herausforderung dar, weil es auch um das ein oder andere Gerätehaus gehen werde.
Als sich Motls Sachstandsbericht dem Thema Drehleiter zuwandte, war die Diskussion unter den Teilnehmern nicht mehr aufzuhalten. Bis zu etwas 900.000 Euro würde die Anschaffung erfordern. Die Garage und laufende Kosten kommen hinzu, für die es in Burgwedel noch keine Erfahrungswerte gibt. „Wir haben in den letzten Jahren Schwein gehabt“, bemerkte Motl und wies auf den Dachstuhlbrand am Trakehnerweg und den Silvesterbrand in Fuhrberg hin.
Bislang seien die Drehleitern aus Langenhagen, Burgdorf, der Wedemark und Isernhagen zur Stelle gewesen. Dreiteilige Schiebeleitern seien riskant, wenn es um die Personenrettung gehe. Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller mahnte, dass die Baugenehmigungen für Rossmann und das neue Krankenhaus eventuell vom Vorhandensein eines solchen Geräts abhängig sein könnten.
Bei der Auseinandersetzung um die Kosten wurden auch eine gebrauchte Drehleiter oder ein Messegerät in Erwägung gezogen.
Motl, der sich zuerst aus der Frage heraushalten wollte, gab am Ende zu, dass seiner persönlichen Meinung nach kein Weg um eine Drehleiter herum führen werde. Die Entscheidung müsse jedoch die Politik treffen. Und da gehe es ausschließlich um die Sicherheit - sowohl für zu rettenden Personen, als auch für die Feuerwehrleute.