Festakt zur Erneuerung des Vertrages mit Domfront-en-Poiraie

Anstoßen auf die Erneuerung der Städtepartnerschaft: v.l. Andreas Listing, Axel Düker, Bernard Soul und dessen Stellvertreterin Aurelie Leroux. (Foto: Renate Tiffe)
 
Axel Düker überreicht den eigens für diesen Anlass gravierten Füller an Bernard Soul. (Foto: Renate Tiffe)

„Die deutsch-französische Freundschaft ist das Fundament Europas“

GROSSBURGWEDEL (ti). 20 Jahre besteht die Städtepartnerschaft zwischen Burgwedel und der normannischen Stadt Domfront-en-Poiraie. Beim Treffen in Burgwedel in diesem Jahr wurde die französische Reisegruppe von einer Ratsdelegation unter der Leitung von Bürgermeister Bernard Soul begleitet.
Es war der festliche Höhepunkt und zugleich der Abschluss der Zusammenkunft als Burgwedels Bürgermeister Axel Düker und sein französischer Amtskollege ihre Unterschriften unter die Erneuerung des Partnerschaftsvertrages setzten.
Drei Tage mit einem vollausgefüllten Programm lagen hinter den Burgwedelern und ihren Gästen. Der Besuch der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn gehörte dazu. Einen regen Austausch gab es unter den Ratsvertretungen, die u.a. die TSG, das Freibad, das Jugendzentrum und eine Flüchtlingsunterkunft besuchten.
Soul zeigte sich sehr interessiert an Fragen, die mit der Flüchtlingsproblematik zusammenhängen. Berührt worden ist seine Stadt bisher davon nicht. Das Wort Menschlichkeit – Humanite – wirkte bis in seine Rede bei der Festveranstaltung am Samstagabend nach.
Es war eine mit hohem Engagement vorgetragene politische Rede, mit der Bernard Soul sich an die Festgesellschaft wandte. Derzeit seien es 2200 deutsch-französische Partnerschaften, in der „die gemeinsame Sprache der Freundschaft zwischen den Familien, den Städten und Gemeinden und den Völkern“ gesprochen werde, sagte er. Und das fühle man auch. „Sie sind alle Friedensengel, die Sie hier sitzen“, rief er den Gästen zu.
Heute gehe es der Welt und auch Europa nicht gut. Die deutsch-französische Freundschaft sei das Fundament Europas. Egal, wie das Referendum in England ausgehe: „Wir müssen deutlich machen, dass beide Völker den europäischen Motor wieder anwerfen werden. Es geht um unsere Zukunft, und um die Menschlichkeit“, betonte Soul.
Der Wunsch nach Frieden, Stabilität und mehr Partnerschaften seien heute in Europa wichtiger denn je, hob Axel Düker hervor. Niemand werde die Bilder der Anschläge in Paris und Brüssel vergessen können. Der Terror müsse dazu führen, dass Europa noch näher zusammenrücke.
Die Begegnungen in den Partnerschaften und der Austausch der Kulturen werde über Generationen weitergetragen und schaffe Vertrauen für die Lösung der gemeinsamen Aufgaben. Als Bürgermeister werde er auch in den nächsten Jahren daran arbeiten, dass die Partnerschaft und die Freundschaft vertieft und weiterentwickelt werde, gelobte Düker.
Andreas Listing, der Vorsitzende des Vereins Partnerschaft-Domfront-Burgwedel hielt seine Rede auf französisch und übersetzte sie sozusagen ins Deutsche. Er erinnerte an die Flüchtlingskrise und den gegenwärtigen Hang europäischer Völker, wieder mehr eigene Wege zu gehen.
Die politischen Strömungen kommen und gehen, aber die Freundschaften bleiben bestehen, resümierte er unter dem Beifall der Festgesellschaft. Das Kapital der Städtepartnerschaft seien mit Zinsen die Freundschaften, die in den 20 Jahren entstanden seien und um die sich mittlerweile viele Anekdoten rankten.
Etwa zwei bis vier Treffen gebe es pro Jahr, zählte die Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins, Marie-Laure Prod`Homme, auf. Sie führten zur Entdeckung eines Landes, einer Region mit allen Sinnen. Neben dem Schüleraustausch seien Vereine und Institutionen zusammengekommen.
Unvergesslich das Rasenmäher-Treckerrennen in Domfront. Über die Freundschaften hinaus haben sich Hochzeiten angebahnt und drei deutsch-französische Babies konnten begrüßt werden.
Nach der feierlichen Unterzeichnung der Urkunde hob Düker das Glas zum gemeinsamen Anstoßen. Bernard Soul überreichte er den Füller, der speziell für diesen Anlass angefertigt und graviert worden ist.
Mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von der Stadt und dem Partnerschaftsverein in das Hotel-Restaurant Kokenhof eingeladen worden. Dem gemeinsamen Speisen folgte kurz vor Mitternacht der Teil des Festes, den die Franzosen wie immer mit dem Gesang von „La Ballade des gens heureux“ - der „Ballade der glücklichen Leute“ - eröffneten. Listing erinnerte nur kurz daran, dass am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr der Bus zurück nach Domfront startete.