Feines Kunsthandwerk aus der Region für die Region

Rund 75 Aussteller sorgten beim Kunstmarkt für ein vielfältiges Angebot. (Foto: Renate Tiffe)
 
Ursula Bartels verschönerte die Ostereier mit Motiven der altberühmten „Häschenschule“. (Foto: Renate Tiffe)

Schmuck, Textiles und zauberhafte Osterdekorationen

GROSSBURGWEDEL (ti). Im Frühjahr und im Herbst lädt die Agentur Stadt Events Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker aus der Region zur Ausstellung in das Burgwedeler Schulzentrum ein.
Am vergangenen Wochenende fand bereits die 11. Veranstaltung dieser Art statt - mit der gebührenden Resonanz beim Publikum. 75 Aussteller boten ihre neuesten Kreationen dar.
Mario Giovelli, Geschäftsführer der Eventagentur, betont, dass mit diesen Ausstellungen den Kunsthandwerkern der Region Hannover eine Gelegenheit geboten werden soll, ihre neugeschaffenen Produkte in der Öffentlichkeit vorzustellen. Bevorzugt werden sollen dabei lokale Anbieter.
Andererseits soll es keine langen Wege für die Besucher geben, die das eine oder andere schöne oder interessante Stück käuflich erwerben wollen. Gesorgt wird dafür, dass bei jeder Ausstellung auch neue Kunstschaffende dabei sind, die helfen, das Niveau zu halten.
„Wir wollen preiswerte Kunst bieten“, so Giovelli, „gern auch aus Recycling-Materialien wie Baumstämmen oder alten Stoffen beim Patchwork“.
Der Kreativität der Aussteller scheinen dabei keine Grenzen gesetzt zu sein. So verwandelte Heinz Peter Koch aus querdurchgeschnittenen Büchern neuartige „Zettelkästen“ und gestaltete aus feinen Metallplättchen, sogenannten „Inches“ (nach dem englischen Längenmaß von 2,54 cm), auf Pressrahmen faszinierend schöne Wandbilder. Es gab Malplatten mit Blumenmotiven, geklebt aus Dekosand und japanischem Seidenpapier zu sehen, wie überhaupt die Auswahl an Malerei jeder Art groß war.
Ursula Bartels, die sich an sich auf Bauernmalerei verlegt hat, führte, der Jahreszeit entsprechend, das Bemalen von Ostereiern vor, deren Motive vorzugsweise der altberühmten „Häschenschule“ nachempfunden waren. Ganz anders die fluffigen Ostereier von Georgeta Elster mit dem weißen Federschmuck oder ihre filigranen Eigenschöpfungen aus zartem Fadengespinst.
Anleihen bei Hundertwasser machte Uschi Meier mit ihrer orientalisch anmutenden Seidenmalerei, während ihr Mann Gerd Meier handfeste Holzarbeiten aus geölter Buche anbietet, Gebrauchsgegenstände wie Schmuckkästen, Tabletts oder auch Küchenbretter. „Viel zu schade zum Schneiden“, bemerkt eine Käuferin.
Viel Schmuck gab es zu bewundern, schönes Tiffany-Glasdesign, Töpferei-Artikel aber auch Textiles zum Anziehen wie Mützen und Schals und die trendige Strickmode der hannoverschen Designerin Meike Tietz, die gern Ausstellungen dieser Art besucht, weil ihre phantasievollen Kreationen sonst nur übers Internet zu haben sind.
Beim Spielzeug war ein Stand mit Walldorfpuppen vertreten, „ zum Spielen, Schmusen, Liebhaben“, jede ein Unikat aus allergiefreien Stoffen hergestellt. Aus einer Puppenwerkstatt weiter entwickelt hat sich die „Puppenstube“ von Annett Richter in Hannover, die Selbsthergestelltes auch aus Filz präsentierte.
Viel anzutreffen waren bei der Burgwedeler Veranstaltung Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker – das Wort Hobby wurde vermieden - die sich erst in der dritten Lebensphase ihren schöpferischen Talenten widmen konnten und dabei beachtliche Fähigkeiten entwickelt haben. Dass bei den zeitaufwendigen, oft kniffligen Arbeiten der Verdienst nicht im Vordergrund stehen kann, versteht sich von selbst - für zahlreiche Besucher die Gelegenheit, ein wahres Schnäppchen mit nach Hause zu nehmen.