FDP Burgwedel ehrte ihre langjährigen Mitglieder

Extra-Gratulation für Ellen Hennigs, die erste Gemeindedirektorin von Großburgwedel. Gero Hocker und Isa Huelsz nahmen die Ehrung vor. (Foto: Renate Tiffe)

Ellen Hennigs war Großburgwedels erste Gemeindedirektorin

GROSSBURGWEDEL (ti). Eingebunden in eine Mitgliederversammlung in der „Gaststätte am Markt“ stand für die FDP Burgwedel auch ein besonderes Ereignis auf der Tagesordnung. Vier langjährige Parteimitglieder wurden geehrt, allen voran mit Ellen Hennigs eine Frau, die ein Stück Burgwedeler Nachkriegsgeschichte mitgeschrieben hat.
Der Generalsekretär der Freien Demokraten in Niedersachsen und Landtagsabgeordnete Dr. Gero Hocker war extra zur Gratulation mit angereist. Ereignisse dieser Art sind bei der Burgwedeler FDP derzeit eher selten geworden.
Natürlich stand sie im Mittelpunkt der Ehrungen: Ellen Hennigs, die große alte Dame der FDP, 89 Jahre alt. Distinguiert ergänzte sie die Ausführungen der Parteivorsitzenden Dr. Isa Huelsz zu ihrer Person, bevor sie die Urkunde und den großen Blumenstrauß des Gastes entgegennahm.
Die Verwaltungsfachfrau, die ihre Ausbildung im Jahr 1941 in Hannover begonnen hatte, war zunächst als Sekretärin des Bürgermeisters von Großburgwedel tätig. 1946 wurde sie dann von der britischen Militärregierung als Gemeindedirektorin an der Spitze der Verwaltung eingesetzt, deren Zweigleisigkeit damals festgelegt worden war. Die Probleme waren groß in der Gemeinde, die durch den Zustrom der Flüchtlinge und Vertriebenen auf das Doppelte angewachsen war. Das größte war das Schulproblem, erinnerte sich Ellen Hennigs. Bis 1956 blieb sie Gemeindedirektorin. Dann zog sie sich wegen ihrer Familie zurück, nicht ohne weiter in der Öffentlichkeit zu wirken, bei der Gründungs des Schwimm- und des Tennisvereins und des Heimatbundes. Ihr Ehemann Günther Hennigs hat später lange den Finanzausschuss im Burgwedeler Rat geleitet und wesentlich zur Schuldenfreiheit der Gemeinde beigetragen.
Für Heinrich Gremmel, der kürzlich mit vielen Ehrungen aus dem Rat ausgeschieden ist, war die Entgegennahme von Urkunde und Silberner Heuss-Plakette anlässlich seiner 40-jährigen Mitgliedschaft schon fast eine Routinesache. In gleiche Weise geehrt wurde Uwe Henking, der allerdings bis jetzt in der Partei wenig hervorgetreten ist.
Erst in jüngster Zeit in der FDP aktiv geworden und jetzt sozusagen allgegenwärtig ist Dr. Verena Itzel-Kiezmann, die für 20-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Die studierte Tierärztin gehört dem Großburgwedeler Ortsrat an und seit dem Ausscheiden Gremmels auch dem Stadtrat, wo sie in drei Ausschüssen vertreten ist. Gremmel war auch einer der beiden Stellvertreter des Ortsbürgermeisters von Großburgwedel gewesen. Bislang ist diese Frage der Nachfolge von der CDU umgangen worden. Es könne nur von Vorteil sein, wenn jetzt eine Frau die Position einnehmen würde, meinte dazu die Parteivorsitzende.
Gero Hocker nutzte die Gelegenheit bei den Burgwedeler Parteifreunden, um aus dem Landtag und über die allgemeine Lage der FDP zu berichten. Immerhin ist die Partei in Niedersachsens oberstem politischen Gremium noch vertreten. Zwar sei das „Tal der Tränen“ für die Gesamtpartei noch nicht durchschritten, resümierte er. Immerhin sei aber doch im Bundestag das Loch wahrzunehmen, das die Freien Demokraten hinterlassen haben. Es gehe wieder in Richtung von mehr Staat und mehr Bürokratie. In der Landespolitik passiere zu wenig. Es finden weniger Plenardebatten statt, auch zu den Umweltthemen. In der Bildungspolitik werde der Ausbau der Integrierten Gesamtschulen auf Kosten der Gymnasien vorangetrieben. Aber wo sollen die Schüler herkommen, fragte der Liberale, der auch in der Kommunalpolitik tätig ist.