Faszinierendes Zusammenspiel von Farben und Raum

Die Malerin Ulrike Donié begab sich mit den Besuchern der Vernissage auf einen Rundgang und erläuterte an einigen Arbeiten ihre Intentionen.

„Mi.mi.k.r.“ zeigt Werke von Ulrike Donié im Rathaus

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Mittwoch hatte der Kunstverein Burgwedel-Isernhagen zur Vernissage einer Ausstellung der Werke der Künstlerin Ulrike Donié ins Rathaus Großburgwedel eingeladen. „Mi.mi.k.r“ hatte der Kunstverein diese Ausstellung getauft, in Anlehnung an den Begriff „Mimikry“, mit dem in der Biologie die auffallend große Ähnlichkeit der gestaltlichen, farblichen Muster von Tier- und Pflanzenarten mit denen anderer Arten bezeichnet werden. Es ist so was wie „Original und Fälschung“: Als Beispiel mag die vollkommen harmlose Hainschwebeflige dienen, die im Erscheinungsbild nur schwer von der gefährlichen Wespe zu unterscheiden ist. Der übernommene Phänotyp von Wespen verbessert die Überlebenschance der Hainschwebefliege: Kaum jemand wird sich ihr zu sehr nähern. Die Werke von Ulrike Donié bieten eine Menge Mimikry...
Ulrike Donié arbeitet akribisch und handwerklich perfekt, manchmal bis ins Filigrane bei ihrer großformatigen Acrylmalerei. Sie verwendet schöne Farben in wunderbarer Zusammenstellung. Immer wieder tauchen kleine Wesen auf, deren Form Spermien oder Geißeltierchen assoziieren lässt. Die „Dinger“ schweben gewissermaßen dahin und setzen weitere farbliche Akzente in blau, braun, golden, rot, grün, violett, rosa und erdigen Tönen. Vertieft man sich in die Hintergründe, gibt es Strukturen zu entdecken. Längeres Schauen ergibt Gewissheit: Da sind Körper angelegt, Köpfe und anderes mehr.
„Das einzige, was mich interessiert, ist das Zusammenspiel von Farben und Raum“, erläuterte sie an diesem Abend ihre Intention. Dass die Künstlerin beim Betrachter damit eine Gratwanderung zwischen Zustimmung und Ablehnung auslöst, ist unvermeidbar. Bemerkenswert aber bleibt bei Zustimmung wie Ablehnung das dynamische Zusammenspiel der Räume in ihren Arbeiten.
Es war ein Novum für den Kunstverein: So wenige Besucher waren noch zu keiner Vernissage ins Rathaus gekommen. Genau 20 waren es. Stephan Rautenkranz, der Vorsitzende des Kunstvereins, war denn auch ein wenig enttäuscht. Allen Kunstfreunden, die ungewöhnliches Farbzusammenspiel entdecken möchten, sei geraten, sich etwas Zeit zu nehmen für „Mi.mi.k.r.“. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.