Fassungslosigkeit in den Reihen der Christdemokraten

Betretene Gesichter bei den Burgwedeler Christdemokraten angesichts der niederschmetternden Ergebnisse in den Ortschaften.
 
„Ich bin sehr enttäuscht“, resümierte der gescheiterte CDU-Kandidat Dr. Björn Hoppenstedt.

CDU-Bürgermeisterkandidat Dr. Björn Hoppenstedt ist gescheitert

BURGWEDEL (hhs/bs). Schnell ging es am Sonntagabend im Rathaus Burgwedel: Um 18.08 Uhr lieferte der Beamer das erste Ergebnis. Oldhorst war ausgezählt, 92 Wahlberechtigte, 55 von ihnen, das sind immerhin 59,8%, hatten ihr Wahlrecht auch genutzt, das Ergebnis stimmte dennoch nachdenklich: Björn Hoppenstedt von der CDU erhielt 56,4%, der Herausforderer von der SPD Axel Düker 43,6%. Das war zwar eine Mehrheit für Hoppenstedt, aber so niedrig war die Wahlbeteiligung in Burgwedels kleinster Ortschaft noch nie, und so schlecht hatte dort ein Kandidat der CDU auch noch nicht abgeschnitten.
Dann erschien der Wahlbezirk Wettmar III, ein Desaster zeichnete sich für die CDU ab. Hoppenstedt 40,8%, Düker 59,2%. Die ehemalige hiesige Bundestagsabgeordnete der Christdemokraten Monika Brüning und ihr Mann, die die Entwicklung im Rathaus beobachteten, wurden bleich um die Nase. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Die weiteren Ergebnisse bestätigten die Tendenz: Axel Düker ging seinem Wahlsieg mit großen Schritten entgegen, Dr. Björn Hoppenstedt hatte nur noch einmal Grund zum Aufatmen, als das Ergebnis von Engensen feststand: 55,3%.
Als die vier Wahlbereiche in der Ortschaft Wettmar ausgezählt waren, hieß der neue Bürgermeister Burgwedels Axel Düker: 63,5 % der Stimmen aus Wettmar entfielen auf den Sozialdemokraten, das war nicht mehr aufzuholen. Zuletzt wurde die Briefwahl ausgezählt. 1.419 Wählerinnen und Wähler hatten diesen Weg gewählt. Björn Hoppenstedt erreichte 53,5 %, Axel Düker 46,5%.
Inzwischen steht das endgültige Wahlergebnis fest: Wahlberechtigte 17.059, zur Wahl gegangen sind 8.714 Wähler, die Wahlbeteiligung beträgt 51,1 %. 84 Stimmen waren ungültig, 8.630 gültige Stimmen sind zu vermelden. Zwischen dem Sieger und dem Verlierer der Bürgermeisterwahl in Burgwedel liegen 284 Stimmen. Axel Düker von der SPD erreichte mit 4457 Stimmen die absolute Mehrheit von 51,6% und ist damit Burgwedels neuer Bürgermeister. Dr. Björn Hoppenstedt erhielt 4173 Stimmen und damit 48,4%.
Die offizielle Vereidigung von Axel Düker findet bereits in der Ratsitzung am kommenden Montag, 24. Februar, um 19.00 Uhr im Amtshof in Großburgwedel statt.
Während am Wahlsonntag im SPD-Haus die Korken knallten, herrschte bei der Wahlparty der CDU im Gasthaus Am Markt ungläubiges Entsetzen. „Wir haben gewusst, dass es knapp werden wird, aber damit haben wir nicht gerechnet“, erklärte Rainer Fredermann, als nach und nach die Ergebnisse der einzelnen Ortschaften eintrudelten.
Schwer schlucken musste Burgwedels CDU-Chef und Landtagsabgeordnete, als die Zahlen aus Wettmar eintrafen: 36,5 Prozent für Björn Hoppenstedt und 63,5 Prozent für Axel Düker. Dennoch weigerte sich Fredermann, allein den Wettmarern den „schwarzen Peter“ zuzuschieben“: Wettmar war nie eine ausgewiesene Hochburg für die CDU“, erklärte Fredermann. Dennoch, das Raunen, das durch den Saal ging angesichts dieser klaren Entscheidung für Axel Düker, sprach Bände.
Die Querelen innerhalb der Partei, die durch die Nominierung Björn Hoppenstedts anstelle des Wettmarers Michael Kranz hervorgerufen worden waren, ließen sich nun nicht mehr unter den Tisch kehren. Da seien wohl viele CDU-Stammwähler einfach zu Hause geblieben, hieß es aus der Runde der Konservativen. Ob aus Protest oder aus Bequemlichkeit, dies müsse in den nächsten Wochen noch aufgearbeitet werden. „Ich kann es nicht fassen, dass unsere Wahlbeteiligung noch niedriger ist als in der Gemeinde Wedemark“, resümierte Fredermann.
Kräftigen Beifall gab es für den Kandidaten Dr. Björn Hoppenstedt, der gegen 19.00 Uhr bei den rund 50 CDU-Anhängern im Gasthaus Am Markt eintraf. „Die Enttäuschung ist groß“, erklärte der sichtlich angeschlagene CDU-Mann. Nach dem holprigen Start sei es nicht mehr gelungen, die erforderliche Geschlossenheit der Partei herbeizuführen.
Niedergeschlagen zeigte sich auch Ex-Bürgermeister Hendrik Hoppenstedt (MdB): „Ich hatte befürchtet, dass es eng werden wird, aber mir natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht“.