Familienschätze in der Heimatstube des Deiken-Wöhler-Hofes

Historisches Holzspielzeug aller Art gab es in der Heimatstube zu bewundern. (Foto: Renate Tiffe)

Die Weihnachtsausstellung - ein „Muss“ für die Burgwedeler

GROSSBURGWEDEL (ti). Der frühere Bürgermeister nannte bei der Eröffnung die Weihnachtsausstellung im Deiken-Wöhler-Hof „ein Geschenk für die Burgwedeler“. Das ist im Laufe der Jahre so geblieben, wenn auch mit einem leichten Wandel in den Gegenständen. In dieser neunten Ausstellung in der jetzt zehnjährigen Geschichte des Museumshofes ging es vor allem um das, was Kinderherzen in früheren Zeiten höher schlagen ließ unter dem Tannenbaum oder auf dem weihnachtlichen Gabentisch.
Was die Besucherinnen und Besucher in der liebevoll von Anja und Jürgen Veth – und ihren Helfern – gestalteten Schau genießen, ist die wohltuende Atmosphäre in den Museumsräumen. Die Weihnachtsausstellung ist ein „Muss“ für viele Burgwedeler, auch ein vorweihnachtliches Treffen bei Kaffee und – vorzüglichem – Kuchen. Ganze Sitzrunden finden sich zusammen an den langen, weißgedeckten und weihnachtlich dekorierten Tischen oder am Kamin im vormaligen Fleet, neuerdings auch in der Wohnstube.
Etwa 30 Leihgeber stellten diesmal ihre Familienschätze zur Verfügung. In den einzelnen Räumen waren vier Tannenbäume unterschiedlich geschmückt unter denen sich all das fand, was vielleicht die Großeltern heutiger Kinder und noch frühere Generationen in ihrer Kindheit erfreute: Schaukelpferd und Puppe, Stabilbaukästen, aber auch Holzspielzeug aller Art, altmodische kleine Lastwagen mit Bauklötzen, Autos, Holztiere und ganze Bauernhöfe.
Mehr Platz benötigten die bunten Kaufmannsläden und auch die Eisenbahnen, elektrisch oder noch zum Aufziehen. Der Clou war ohne Zweifel ein sogenanntes Eisenbahn-Roulette, ein kniffliges Familienspiel, bei dem es noch um Wagen erster, zweiter und dritter Klasse ging. Die Spielregeln erschlossen sich nicht im Vorübergehen und das Ganze war dann doch für die Leihgeber, die Familie Küttler, so riskant, dass der rundfahrende Zug am Sonntag nicht mehr zu sehen war.
Ausgestellt war weiter Althergebrachtes zum Fest.
Unübersichtlich groß die Zahl der Räuchermännchen in zwei Vitrinen, eine große Pyramide, die zur Weitergabe angeboten wurde, Schwibbögen in den Fenstern und weihnachtlicher Schmuck. Eindrucksvoll unter den diesmal nur wenig vorhandenen Krippen präsentierte sich im Bürgermeisterzimmer die große alpenländische Krippe aus bemaltem Zirbenholz.
Viel Bewunderung zog die große Engelstreppe in der großen Diele auf sich, die zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde. Mehr als 110 der markanten Musikanten-Engel mit den grünen Elfpunkte-Flügeln waren vor dem leuchtenden Himmelsfirmament versammelt, ein glorioses Bild. Seit 40 Jahren ist die Sammlerin Jutta Baars dem Reiz dieser erzgebirgischen Handwerkskunst erlegen, bekam Teures wie die Orgel und die anmutige Madonna geschenkt und lässt sich immer wieder begeistern von Neuem und Schönem aus der dortigen Manufaktur.