Es gibt nichts, was es nicht gibt

„Stehlen Sie dem Täter Zeit“, appellierte Uwe Bollbach an die Besucher und vermittelte anschaulich, wie leicht Einbrecher mit einem Schraubendreher unzureichend gesicherte Fenster öffnen können. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Polizei informierte über Schutzmaßnahmen gegen Einbrüche

FUHRBERG (bgp). Rund dreißig Besucher kamen zur Informationsveranstaltung der Polizei zum Thema „Einbruchschutz“. Neben technischen Einrichtungen bestimmen vor allem zwei Faktoren die Sicherheitsmaßnahmen zur Vorbeugung von Einbrüchen. Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach, Beauftragter für Kriminalprävention, riet den Fuhrberger Bürgern: "Täuschen sie Anwesenheit vor und leben Sie eine positive Nachbarschaft".
Wer potenziellen Einbrechern deutlich mache, dass die Nachbarschaft aufeinander achte, könne damit schon Einbrüche verhindern. Ein überquellender Briefkasten, das leere Carport auf dem Grundstück und heruntergelassene Rollläden am Haus seien sichere Indizien für die Abwesenheit der Bewohner und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Nachbarn sollten über eine Urlaubsreise oder längere Abwesenheit informiert sein, ebenso darüber, wenn andere Personen sich um das Haus kümmern, damit diese im Zweifelsfall nicht für Einbrecher gehalten werden. Ansonsten sollten Unbekannte jedoch auf keinen Fall erfahren, dass die Bewohner längere Zeit nicht da sind, warnte der Polizeibeamte.
Uwe Bollbach vom Polizeikommissariat Burgdorf und Polizeikommissarin Antje Schneider, die für das Polizeikommissariat Burgwedel als Kontaktbereichsbeamtin unterwegs ist, hatten einen reichen Erfahrungsschatz aus ihrem Dienst zu berichten. "Es gibt nichts, was es nicht gibt" machten sie deutlich und verwiesen auf Pärchen mit Kinderwagen oder ältere Herrschaften, die unverdächtig erscheinen und Häuser auskundschaften, um Kriminellen Hinweise für einen Einbruch zu geben.

Sicherheitsbewusstes Verhalten

Wenn Personen vor Grundstücken auftauchten und unter fadenscheinigen Gründen um ein Haus schlichen, solle man im Zweifelsfall ruhig die Polizei unter der Rufnummer 110 verständigen, Heldenmut und Konfrontation besser vermeiden.

Das gelte auch, wenn sich Einbrecher im Haus befinden. Die Bewohner sollten sich mit Licht und Lärm bemerkbar machen, um die Einbrecher möglichst schnell zu vertreiben. Es sei wichtig, sofort die Polizei zu rufen und auf keinen Fall zu versuchen, die Täter aufzuhalten, so die Beamten. In der Regel hätten die Einbrecher es nur auf Geld und Wertsachen abgesehen, könnten aber mit ihrem Werkzeug die Hausbewohner verletzen, wenn diese versuchten, sich ihnen in den Weg zu stellen.

„Stehlen Sie dem Einbrecher Zeit!“

Einbrecher dringen nicht nur in das Haus, sondern auch in die Privatsphäre der Menschen ein. Sie stehlen Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände. Diese können auch Erinnerungsstücke sein, deren ideeller Wert nicht mit Geld zu ersetzen ist. Selbst wenn nichts gestohlen wurde, wirken die Folgen eines Einbruchs lange nach. Uwe Bollbach hat das während der Ermittlungsarbeit vielfach erfahren. Der Gedanke, dass Fremde in der Wäsche und dem persönlichsten Bereich herumgewühlt hätten, könne massive psychische Probleme bereiten, sagt er. Es habe schon Fälle gegeben, bei denen die Opfer sogar umgezogen seien, weil sie sich nach dem Einbruch in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlten. Daher sei Vorbeugung die wirksamste Maßnahme: "Man kann nicht vermeiden, dass jemand einen Einbruchversuch startet, aber es muss so schwer wie möglich sein. Stehlen Sie dem Einbrecher Zeit! Nach fünf Minuten gibt der Täter auf, wenn es ihm nicht gelungen ist, in das Haus einzudringen."

Sinnvolle Sicherungstechnik

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von technischen Maßnahmen, wie Sicherungen für Fenster und Türen, Alarmanlagen, Zeitschaltuhren für Beleuchtung oder ein Gerät, welches das Licht eines laufenden Fernsehers simuliert. Die Sicherungseinrichtungen sollten zum Leben der Hausbewohner passen und realistisch sein, betonten die Polizeibeamten. Sie stellten umfassende Maßnahmen vor und verwiesen auf zwei Internetseiten der Polizei (www.k-einbruch.de und www.lka.niedersachsen.de), auf der diese ausführlich nachzulesen sind. Die Kommissariate der örtlichen Polizeidienststellen informieren ebenfalls über wirksame Sicherungsmaßnahmen und halten die Broschüre "Ungebetene Gäste" bereit.

Zum Schluss der Veranstaltung riefen die beiden Polizeibeamten noch einmal ausdrücklich dazu auf, bei Personen oder Ereignissen, die den Bürgern merkwürdig vorkommen, den Polizeiruf 110 zu wählen. „Diese Anrufe kommen in die Leitstelle, von dort werden die Einsätze schnell koordiniert. Bitte geben Sie die Adresse und den genauen Ort an. Sollte das in der Aufregung nicht möglich sein, kann die Leitstelle zurückverfolgen, woher der Anruf kommt und Hilfe schicken“. Eine Überprüfung der verdächtigen Personen schaffe dann schnell Klarheit. Diese Einsätze seien für die Anrufer kostenlos, erläuterte Antje Schneider.